A1-Lückenschluss verändert die Debatte um die B266
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zum sogenannten „Lückenschluss“ der Bundesautobahn A1 in der Eifel abzuweisen, hat Folgen – die Bedeutung der B266 als mögliche Ausweichstrecke zur A61 ist damit endgültig neu zu bewerten.
Die GRÜNE Stadtratsfraktion stellt fest: „Bislang wurde der potenzielle Neubau der Ahrtalbrücke immer wieder als Argument herangezogen, um die B266 im Engpass der Ahr bei der Landskrone vierspurig zu planen.“ Aus Sicht der GRÜNEN ist diese Begründung nun hinfällig. Fraktionssprecher und Bürgermeisterkandidat der Kreisstadt, Christoph Scheuer, erläutert: „Mit dem Gerichtsurteil besteht zukünftig eine weitere Möglichkeit, die Ahrtalbrücke der A61 großräumig zu umfahren. Rechtsrheinisch war dies bislang schon über die A3 möglich, nun wird linksrheinisch die A1 bis Kelberg ausgebaut. Somit wird eine weitere Fläche im Einzugsgebiet der Oberahr versiegelt, die Niederschlagswasser hätte zurückgehalten können. Das wiederum führt zu erhöhtem Hochwasserisiko an der Ahr. Wenn in der Eifel viele Quadratmeter an Fläche zugebaut werden, ist es an der Zeit, bei uns an der Unterahr die Konsequenzen zu ziehen. Wir müssen der Ahr wieder mehr Raum geben, um künftige Hochwasser beherrschbarer zu machen. Aus unserer Sicht ist mit dem Ausbau der A1 zudem der geforderten sogenannten ‚Leichtigkeit des Verkehrs‘ bereits ausreichend Rechnung getragen.“
Für die GRÜNE Stadtratsfraktion steht fest, dass der Hochwasserschutz Vorrang vor der maximalen Leistungsfähigkeit dieser überbewerten Bundesstraße haben musss. Sie fordert daher das CDU-geführte Verkehrsministerium auf, dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) grünes Licht für einen umfassenden Rückbau der B266 zu geben. Ziel sei es, vor Ort versiegelte Flächen zu reduzieren und neuen Retentionsraum zu schaffen. Insbesondere muss dringend der Abfluss durch die Talenge vor der Landskrone verbessert werden. So könnte das aus GRÜNER Sicht ökologisch höchst fragwürdige Projekt des A1-Lückenschlusses zumindest indirekt positive Effekte für den Hochwasserschutz im Ahrtal beinhalten.
Pressemitteilung
Grüne Bad Neuenahr-Ahrweiler
