Allgemeine Berichte | 27.03.2020, 13:17 Uhr

Bis zu 150 Coronavirus-Proben am Tag können in Rheinbach genommen werden

Abstrichzentrum in Rheinbach eröffnet

Rhein-Sieg-Kreis, Stadt Rheinbach und Malteser arbeiten Hand in Hand –
Medizinstudenten nehmen die Abstriche nur auf ärztliche Anordnung

Vor dem Start des neuen Abstrichzentrums in Rheinbach wurden die Mitarbeiter vor allem in die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen eingewiesen.Foto: -JOST-
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Rheinbach. Tags zuvor bereits hatte das neue Abstrichzentrum des Rhein-Sieg-Kreises im Tribünengebäude des SC Rheinbach am Freizeitpark seine Arbeit aufgenommen, am Dienstag (24. März) wurde es offiziell von Landrat Sebastian Schuster (CDU) und Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) eröffnet. „Mit den beiden neuen Abstrichzentren in Rheinbach und in Hennef, das heute ebenfalls eröffnet wird, sollte sich die Situation für das bisher einzige Abstrichzentrum in Siegburg deutlich entspannen“, das hoffte zumindest Schuster. Beide Einrichtungen wurden im Vorfeld mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abgestimmt und laufen als Einrichtungen des Rhein-Sieg-Kreises.

Labor hat seineKapazität aufgestockt

Verantwortlich für das Abstrichzentrum in Rheinbach ist Dr. Oliver Funken, seines Zeichens Obmann der Kassenärztlichen Vereinigung für die Stadt Rheinbach. Er hat das Abstrichzentrum geplant, das derzeit vier Kabinen im Tribünengebäude des SC Rheinbach belegt, im Bedarfsfall aber weiter ausgebaut werden könnte. Das Abstrichzentrum sei auf Effizienz ausgelegt und werde ständig optimiert, erklärt Funken.

Derzeit seien hier zwei Medizinstudentinnen täglich von 9 bis 12 Uhr damit beschäftigt, Abstriche von Patienten zu nehmen, die von ihrem Hausarzt oder HNO-Arzt als Verdachtsfall eingestuft und zum Test aufgefordert werden. Die müssen dann einen Termin beim Abstrichzentrum machen, denn ohne ärztliche Verordnung und ohne Termin wird hier niemand getestet. Bis zu 150 Proben pro Tag können genommen werden, dafür habe das mit dem Kreis kooperierende Labor in Köln eigens seine Kapazität aufgestockt, so Schuster. Allerdings waren es am ersten Tag nur 30, und auch am Dienstag war der Andrang überschaubar. Weil aber die langen Teströhrchen Mangelware werden, stellt das Abstrichzentrum in Rheinbach um von Rachenabstrich auf Nasenabstrich, erklärte Funken. Das könne einfach mit einem kurzen Teströhrchen gemacht werden und sei genauso aussagekräftig. Auf das Ergebnis müssen die Patienten dann etwa zwei Tage warten, bis dahin müssen sie auf jeden Fall in häuslicher Quarantäne bleiben. Insgesamt stehen zehn Medizinstudentinnen und -studenten für die Arbeit im Abstrichzentrum zur Verfügung. Sie machen derzeit in Zweier-Gruppen Dienst. Hinzu kommen zwei bis drei Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes, die sich um die Logistik kümmern, etwa um die Einlasskontrolle und um den Transport der Proben ins Labor. In der derzeitigen Situation sei dies völlig ausreichend, so Funken, doch wenn sich die Fallzahlen deutlich erhöhen sollten, könne sehr schnell das Personal aufgestockt werden. Als Wartebereich steht im Zweifelsfall die ganze Tribüne des Stadions zur Verfügung.

Maßnahmen beginnen zu greifen

Doch Schuster hofft, dass es so weit gar nicht kommen werde, „denn die beschlossenen Maßnahmen beginnen zu greifen.“ So gebe es mittlerweile im Rhein-Sieg-Kreis einen Stillstand bei den Neuinfektionen, und die Sinnhaftigkeit der im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Corona-Virus ergangenen Anordnungen sei mittlerweile in den Köpfen der Menschen angekommen.

Auch die Kontaktsperre werde von der Bevölkerung eingehalten, wusste Raetz. Der Ordnungsaußendienst der Stadt habe das am Montag bis in die späten Abendstunden hinein kontrolliert und nur wenig Verstöße festgestellt. Allerdings hätten es die Bußgelder bei Zuwiderhandlung, die im Bußgeldkatalog des Landes festgesetzt seien, auch in sich. Erfreulich sei es, dass viele Mitarbeiter aus allen Abteilungen des Rathauses sich freiwillig für den Ordnungsaußendienst gemeldet hätten.

Raetz lobte auch noch einmal die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landrat und den Bürgermeistern im Kreis. „Wenn wir jetzt auch Abstand halten müssen, so stehen doch Landrat und Bürgermeister eng zusammen bei der Bekämpfung des Corona-Virus.“ Jeden Donnerstag gebe es eine Telefonkonferenz zur Klärung der neuesten Entwicklungen, dabei würden auch die Informationen weitergegeben, die jeweils tags zuvor bei der Telefonkonferenz der Landräte und Oberbürgermeister mit der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD) mitgeteilt wurden. „Denn nur wenn alle zusammenarbeiten, kann es gelingen, das Virus einzudämmen“, ist Raetz überzeugt.

-JOST-

Vor dem Start des neuen Abstrichzentrums in Rheinbach wurden die Mitarbeiter vor allem in die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen eingewiesen.Foto: -JOST-

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