Swisttaler Hauptausschuss hatte gute Neuigkeiten
Abwassergebühren werden gesenkt und Fundtiere in Mechernich untergebracht
Kommunalaufsicht des Kreises genehmigte den Nachtragshaushalt und das Haushaltssicherungskonzept trotz hoher Netto-Neuverschuldung
Swisttal. Gleich zwei gute Nachrichten hatte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) in der jüngsten Sitzung der Swisttaler Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses. Die Kommunalaufsicht des Rhein-Sieg-Kreises hatte den Nachtragshaushalt für 2019 und 2020 sowie das Haushaltssicherungskonzept bis 2023 genehmigt.
Allerdings mit dem Hinweis, es müsse das künftige Ziele Gemeinde sein, eine Netto-Neuverschuldung zu vermeiden und bestehende Verbindlichkeiten zurückzuführen. Die Netto-Neuverschuldung erhöht sich nämlich durch den Nachtragshaushalt um 4,1 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Haushaltsplanung und somit auf 14,9 Millionen Euro. Erfreulich für die Bürger: Die Gebühren für die Beseitigung von Schmutzwasser werden gesenkt. Die Neukalkulation für das Haushaltsjahr 2020 habe ergeben, dass der Preis pro Kubikmeter Schmutzwasser von 3,21 auf 3,10 Euro gesenkt werden könne, so Kalkbrenner. Die Gebühr für das Niederschlagswasser bleibt bei 0,90 Euro je Quadratmeter gewichteter Grundstücksfläche konstant. Damit hat ein Mustergrundstück mit 150 Quadratmetern bebauter Fläche und 180 Kubikmetern Abwasser pro Jahr künftig 693 Euro an Kanalbenutzungsgebühren zu zahlen - einer der niedrigsten Beträge im ganzen Rhein-Sieg Kreis. Hier reicht die Spannweite von 562 Euro in Euskirchen bis 895 Euro in Weilerswist.
Insgesamt ist die Gemeinde Swisttal zuständig für ein 134 Kilometer langes Kanalsystem zur Entsorgung von Schmutz- und Niederschlagswasser. Hinzu kommen technische Anlagen wie Pumpwerke oder Regenüberlaufbecken mit einem Gesamtwert von 29 Millionen Euro.
Tierschutz Bonn und Umgebung hatte gekündigt
Einstimmig beschloss der Ausschuss, Fundtiere aus der Gemeinde Swisttal ab dem Jahreswechsel beim Tierschutzverein Mechernich e.V. unterzubringen. Die Kündigung des bisherigen Fundtiervertrags durch den „Tierschutz Bonn und Umgebung“ zum Jahresende hatte die Gemeindeverwaltung in Zugzwang gebracht. Eine weitere Zusammenarbeit sei laut Verwaltung zwar in Aussicht gestellt worden, allerdings mit einer Preissteigerung um 15 Prozent sowie einer Verlängerung der Verweildauer von Fundtieren im Tierheim auf bis zu 120 Tage.
Der Tierschutz Bonn um Umgebung hatte sich außerstande gesehen, aufgrund der in den vergangenen beiden Jahren gestiegenen Kosten in den unterschiedlichsten Bereichen die Gebühren unverändert zu lassen.
So seien allein die Tierarztkosten im Jahr 2018 um zwölf Prozent gestiegen. Auch seien unter den Fundtieren vermehrt chronisch kranke Tiere, was zur Verteuerung beitrage. Ein weiterer Kostenfaktor sei die Verweildauer. Da beispielsweise Katzen von Tierheim nur kastriert vermittelt werden dürften, betrage die Verweildauer dieser Tiere im Tierheim mindestens 120 Tage. Mit der Gemeinde Swisttal würden laut Vertrag aber nur 42 Tage abgerechnet.
Daraufhin hatte die Gemeindeverwaltung Kontakt mit dem Tierschutzverein Mechernich aufgenommen, mit dem man in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet hatte. Der Verein hatte ein günstigeres Angebot gemacht, weshalb die Verwaltung den Wechsel zum Tierschutzverein Mechernich vorschlug, was der Ausschuss auch einstimmig beschloss. Parallel dazu hatte auch der bisherige Beauftragte für die Aufnahme und den Transport der Fundtiere aus persönlichen Gründen die Vereinbarung aufgekündigt.
Als Ersatz will der Hundeverein Odendorf ein Vereinsmitglied zu den bisherigen Konditionen benennen. Demnach werden Fund- und Gefahrtiere außerhalb der Dienstzeiten der Gemeindeverwaltung montags bis freitags zwischen 18 und 7 Uhr sowie sonn- und feiertags nach einem Hinweis der Rufbereitschaft der Verwaltung beim Finder abgeholt.Der Beauftragten des Hundevereins Odendorf nimmt sie in Obhut bis zur endgültigen Unterbringung beim Tierschutzverein Mechernich.
JOST
