Rheinbach: Die Durchschnittsfamilie muss künftig mehr zahlen
Abwassergebühren werden erhöht
Grund ist die Sanierung des maroden Kanalnetzes
Rheinbach. Auf eine deutliche Erhöhung der Abwassergebühren müssen sich die Bürger in Rheinbach einstellen. Die Schmutzwassergebühr wird für 2017 von 3,02 auf 3,33 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser erhöht, zugleich wird der Gebührensatz für Oberflächenwasser von 1,29 auf 1,61 Euro pro Quadratmeter gewichteter Grundstücksfläche angehoben.
Für einen typischen Vier-Personen-Haushalt hat das zur Folge, dass er anstatt bisher 759 Euro künftig 860 Euro und damit 13,3 Prozent mehr als noch 2016 berappen muss. Dafür gab der Haupt- und Finanzausschuss jetzt grünes Licht, die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 12. Dezember in seiner nächsten Sitzung. Bürgermeister Stefan Raetz machte allerdings zugleich klar, dass die Abwassergebühren in Rheinbach im Vergleich zu den Belastungen der anderen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises noch vergleichsweise günstig seien. In Neunkirchen-Seelscheid etwa müsste der gleiche Vier-Personen-Haushalt knapp 1300 Euro pro Jahr blechen, in Much und Siegburg fast 1200 Euro. Der Kreisdurchschnitt liegt bei 911 Euro.
Kanalsanierung muss schneller als geplant vorangehen
Für sich betrachtet steigt der Gebührensatz für Schmutzwasser gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent und der für Oberflächenentwässerung um 25 Prozent. Grund für die deutliche Erhöhung sei das ziemlich marode Kanalnetz, das nun nach und nach saniert werden müsse. Dafür hatte der Stadtrat ein Abwasserbeseitigungskonzept beschlossen, mit dem das Kanalnetz der Stadt nach und nach saniert werden sollte. Der Bezirksregierung Köln war der geplante Ablauf jedoch zu langsam, sie fordert eine deutlich schnellere Umsetzung der Kanalsanierung in Rheinbach als bisher vorgesehen.
Das hat zur Folge, dass der Aufwand für die Unterhaltung der Kanäle im kommenden Jahr um 1,73 Millionen Euro gegenüber 2016 erhöht werden musste, was einen wesentlichen Einfluss auf die Gebührenentwicklung habe. Würde für die Unterhaltung nur so viel ausgegeben wie 2016, nämlich eine Million Euro, so ergäbe sich sogar eine Gebührensatz-Senkung.
CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Beißel kommentierte das so: „In der Vergangenheit wurde zu sehr auf Verschleiß gefahren, das rächt sich jetzt. Wir wollen die Sache künftig anders handhaben, damit nicht noch einmal so ein hoher Investitionsstau entsteht. Aber die nächsten Jahre werden erst einmal teuer.“
Jährlich mehr als 2,7 Millionen Euro investieren
In den nächsten fünf Jahren sollen demnach jährlich rund 2,7 Millionen Euro für die Sanierung der Abwasserkanäle ausgegeben werden. 2016 lag der entsprechende Wert noch bei einer Million Euro. Da diese Kostenposition in den nächsten fünf Jahren daher – wenn auch auf hohem Niveau – konstant bleibe, seien ab 2018 immerhin keine erheblichen Anstiege der Gebührensätze mehr zu erwarten, beruhigte Raetz. Positiv sei anderseits zu bewerten, dass der erhöhte Abwasserbeitrag zu Verbesserungen beim Umweltschutz führe. Zudem gebe es berechtigte Hoffnungen, dass nach den angesprochenen fünf Jahren das Abwasserbeseitigungskonzept abgearbeitet sei und die Kanalsanierungskosten wieder auf einen Schlag deutlich sinken, was für die Zukunft auf günstigere Gebührensätze hoffen lasse. JOST
