Allgemeine Berichte | 04.07.2018, 10:43 Uhr

Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung

Adendorf summt und blüht

„Lasst es einfach mal wachsen - mit mehr Unordnung Insekten schützen“

Das Foto ist der von der Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung herausgegebenen Broschüre: Heimische Bienen und Wespen, 1. Auflage 2002, entnommen.  Matthias Schindler.
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Wachtberg. Der Lichtbildervortrag von Dr. Matthias Schindler, Mitarbeiter der Biologischen Station Bonn Rhein-Erft, zum Thema „Lasst es einfach mal wachsen - mit mehr Unordnung Insekten schützen“ stand nicht nur am Anfang der diesjährigen Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung, sondern traf auch den Schwerpunkt ihrer Arbeit in 2018. Schon zu Beginn der Sitzung sprach die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Ursula Perkams, ihre Anerkennung und Dank an die Landwirte für die vielen Blühstreifen aus, die entlang der Felder rund um Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf angelegt wurden. Hier tummeln sich wieder Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Insekten. Zur Bestätigung der Notwendigkeit und Möglichkeit des lokalen und regionalen Artenschutzes wurde an die anwesenden Mitglieder die von der Aktionsgemeinschaft herausgegebene und von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung geförderte Broschüre „Heimische Bienen und Wespen: Ein Leitfaden für regionale Artenschatzprojekte“ verteilt, deren Restbestände die Aktionsgemeinschaft vor Kurzem aufgekauft hat und für ihre zukünftige pädagogische und praktische Arbeit einsetzen will.

Arbeitskreise der Aktionsgemeinschaft

Auch die drei Arbeitskreise der Aktionsgemeinschaft „Vogelwelt“, „Pflaumenbäume Grimmesdorfer Weg“ und „Adendorf summt und blüht“ stehen ganz im Dienste von Landschaftsschutz und Artenvielfalt. Für den avifaunistischen Arbeitskreis, der die Vogelkästen in der Swistaue reinigt, kartiert und beobachtet und der in diesem Frühling zwei weitere Steinkauzkästen angebracht hat und zur Zeit die Schwalbenzählung in Adendorf durchführt, sind Monika Leyendecker-Haas, Christiane Sydow, Renate Steubesand, Dr. Matthias Schindler und Prof. Dr. Matthias Perkams zuständig. Die Pflaumenbäume am Grimmersdorfer Weg werden vom Streuobstwiesenverein Wachtberg betreut, jetzt auch in Zusammenarbeit mit Hermann Riemenschneider und Josef von Wirtz von der Aktionsgemeinschaft. Nach dem Baumschnitt im Winter sollen zusammen mit den Fabelkindern des Kindergartens in Adendorf neue Bäume nachgepflanzt werden. Den Töpferort zum Summen und Blühen bringen will ein Arbeitskreis unter der Leitung von Günter Hoffmann. Dieser will nicht nur aktiv bienenfreundlich pflanzen und säen wie unter der Anleitung von Marlene Wolter zur Zeit in den Baumscheiben nördlich der Töpferstraße, sondern auch aufklären und die Mitbewohner direkt zum Mitmachen aktivieren.

„Adendorfer Steinzeug“

Unter dem Tagesordnungspunkt Töpferort wurden die anstrengende aber erfolgreiche Vermarktung des von der Aktionsgemeinschaft im letzten Jahr herausgegebenen Buches „Adendorfer Steinzeug“ und die Führungen über den Töpferpfad behandelt. Allein hundert Bücher hatte der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Herr Sebastian Schuster, geordert. Ein herzliches Dankeschön ging an die Autorin Dr. Margit Euler. Frau Perkams stellte klar, dass Adendorf als Töpferort für rheinisches Steinzeug in diesem Jahr 275 Jahre alt wird. Adendorf selbst wird erstmals 893 im sog. Prümer Urbar erwähnt, also vor 1125 Jahren. Es gibt noch viel Geschichte aufzuarbeiten z. B. auch für 50 Jahre Gemeinde Wachtberg.

Neuwahl des Vorstandes

Die Neuwahl des Vorstandes geschah für alle Positionen jeweils einstimmig mit einer Enthaltung. Eine Verjüngung und digitale Modernisierung werden angestrebt.

Nach Ursula Perkams als Vorsitzende wurde Christiane Sydow als erste stellvertretende Vorsitzende gewählt. In enger Zusammenarbeit mit der Vorsitzenden will sie sich ein Bild von Art und Umfang der zu erwartenden Führungsaufgaben machen. Schatzmeister bleibt Hermann Riemenschneider und Schriftführerin Christiane Hoch.

Auf die Positionen des zweiten, dritten und vierten stellvertretenden Vorsitzenden wurden Freiherr Georg von Loe, Josef von Wirtz und Roswitha Mombauer gewählt. Die gewählten Beisitzer sind: Dr. Matthias Schindler, Monika Leyendecker-Haas, Dr. Hans Böhm, Günter Hoffmann, Marlene Wolter und Alexander E. Matz. Frau Perkams dankte herzlich dem „alten“ Vorstand für die engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sie genauso von den „neuen“ Vorstandsmitgliedern erwartet.

Burg Münchhausen

Unter dem Punkt Verschiedenes stellte Frau Perkams ein neu erschienenes Buch über die Burg Münchhausen vor: Münchhausen, eine übersehene Wasserburg der Stauferzeit im nordöstlichen Eifelvorland. Autor ist Dr. Lutz Jansen. Herausgegeben ist es vom Europäischen Burgeninstitut - Einrichtung der Deutschen Burgenvereinigung, gedruckt mit Unterstützung des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. ISBN 978-3-927558-43-4. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Geschichte der Burg Münchhausen im Mittelalter und der Beschreibung der überkommenen, heute noch zugänglichen Bausubstanz. Gewidmet ist es Katharina Nettekoven, der Mutter des heutigen Eigentümers. „Burg Münchhausen“ unter der Führung von Lutz Jansen wird das nächste Ziel eines Ausflugs der Aktionsgemeinschaft sein.

Pressemitteilung

Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft

in Wachtberg und Umgebung

Das Foto ist der von der Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung herausgegebenen Broschüre: Heimische Bienen und Wespen, 1. Auflage 2002, entnommen. Foto: Matthias Schindler.

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