KAB, Kolping und kfd hatten zur Podiumsdiskussion eingeladen
„Ängste und Sorgen in Zeiten von Migration und Globalisierung“
Neuwied. Die drei katholischen Neuwieder Sozialverbände, Frauengemeinschaft kfd, Kolpingfamilie 1860 und Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) hatten in das Friedrich-Spee-Haus Neuwied zur Podiumsdiskussion eingeladen. Der Titel der Veranstaltung war „Ängste und Sorgen in Zeiten von Migration und Globalisierung“. KAB, Kolping und kfd, die in Neuwied gut zusammenarbeiten und insbesondere vor Wahlen große Podiumsdiskussionen veranstalten, waren aktiv in der Willkommenskultur Ende 2015/Anfang 2016 und sind auch weiterhin für Flüchtlinge engagiert. Als Sozialverbände verkennen sie aber auch nicht die Probleme und Sorgen, die durch die vielen neuen Menschen in Deutschland, ihre Kultur und Mentalität hervorgerufen werden. Diese Sorgen wollen die drei Verbände nicht den Rechten überlassen, sondern mit christlichem Hintergrund offenen zur Diskussion stellen.
Für das Podium konnten sie kompetente Gesprächspartner gewinnen: Günter Schartz ist Landrat des Kreises Trier-Saarburg, zugleich Vorsitzender des Landkreistages Rheinland-Pfalz, und als Politiker und Verwaltungschef erfahren im Umgang mit Migranten und nah an den Bürgern, die sich für Flüchtlinge engagieren. Stephan Augst, von 1988 bis 2009 katholischer Pfarrer in Irlich/Feldkirchen und viele Jahre Dechant in Neuwied, Simon Solbach, junges, lokalpolitisch engagiertes Mitglied des Neuwieder Stadtrates, Mayho Zein, Ende 2015 als syrischer Rechtsanwalt nach Neuwied geflohen, und Frau Rechtsanwältin Zemfira Dlovani aus Koblenz, Jesidin und Repräsentantin für die Chancen der Migration.
Lothar Rademacher, Vorsitzender der KAB, begrüßte die anwesenden Gäste und bedankte sich bei den Sponsoren, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Alle Podiumsteilnehmer verzichteten auf ein Entgelt. Hans-Günther Stelter, Journalist, moderierte sehr souverän und wortgewandt. Zu Beginn brachte es Frau Dlovani auf den Punkt: „Man muss sich an die Regeln des Migrationslandes halten, die Kultur verstehen und annehmen.“ Auch Landrat Schartz betonte: „Wir müssen die Zugewanderten fordern und Ihnen Spielregeln erklären, sonst entstehen Parallelgesellschaften.“ Das deutsche Grundgesetz muss die Orientierung des Handelns sein, nicht die Scharia. Simon Solbach ergänzte, dass es wichtig ist, unser Frauenbild deutlich zu machen. Pastor Augst brachte noch eine andere Facette in die Diskussion: „Wir haben nicht zu viel Islam, wir haben zu wenig Christentum“. Moderator Stelter fasste zusammen: Werte leben, sich auf Augenhöhe begegnen, den Sitten des Gastlandes nicht feindlich gegenüber stehen sind nötig, damit Integration gelingen kann, die Scharia darf nicht über dem Grundgesetz stehen und wer hier in Frieden und Freiheit lebt, muss sich an die Gesetze halten und sollte sich in der Gesellschaft einbringen. Zum Abschluss las Werner Hammes, Vorsitzender von Kolping, das Gebet der Vereinten Nationen und Ruth Solbach, kfd-Vorsitzende, bedankte sich bei den Zuhörern für ihr Kommen und bei den Podiumsteilnehmern mit einem Weinpräsent.
