11. Wirtschaftsdialog in Meckenheim rund um die Rheinische Apfelroute
Äpfel, Landschaft und Tourismus
Chancen und Sorgen im Gespräch
Meckenheim. 120 Kilometer Naturgenuss, Landschaft und Kultur sollen die Radler in den linksrheinischen Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises ab Mitte Mai 2019 genießen können. Ein Teil der Vorarbeit dazu ist bereits auf den Weg gebracht. Im Wirtschaftsdialog tauschten sich Projektleiter, Planer, Wirtschaftsförderer und Betriebsvertreter aus.
Bis zu 40 Prozent Umsatzsteigerung haben andere Gewerbe nach der Eröffnung der Radrouten in ihrer Region erlebt. Das setzt allerdings voraus, dass der Tourist genau das findet, was er sucht. Heutzutage suchten die Menschen im Urlaub nicht mehr nach Superlativen, sondern nach unmittelbarem Erleben ihrer Umwelt, erfuhr man im Vortrag.
Die Apfelroute biete auf ihrer Strecke durch Meckenheim, Wachtberg, Rheinbach, Swisttal, Alfter und Bornheim vielfältige Möglichkeiten, Natur und Obstbau sowie Kultur hautnah zu erleben. Burgen, Schlösser, Mühlen und Blütenmeere warten auf den Radwanderer. Wenn zudem Fahrradparkplätze, für die Weiterreise geeigneter regional angebauter Proviant, Besichtigungen und Infopunkte zum hiesigen Obstbau angeboten werden, fällt die Entscheidung des Radlers für die Region als Urlaubsziel leicht.
Für die Gastronomie, Hotellerie und den Einzelhandel liegen die Vorteile auf der Hand. Die Landwirte meldeten jedoch wichtige, berechtigte Bedenken an und baten um Vorsorge. Schon jetzt hätten viele Radler den Anspruch, die Wirtschaftswege gehörten ihnen.
Es sei ihnen nicht klar, dass hier gearbeitet würde und Lebensmittel produziert würden, die sie selbst nachher konsumieren. Deshalb respektierten sie häufig genug die Arbeit der Landwirte nicht und behinderten sie auf den Wegen.
Außerdem sei es in einer anderen Obstbauregion nach der Anlage einer Radroute zu so vielen Diebstählen gekommen, dass große Teile von Pflanzungen nicht nur kahlgepflückt, sondern durch unsachgemäße Ernte zerstört wurden. „Wir freuen uns, wenn die Touristen kommen und unsere Produkte genießen“, erklärte eine Landwirtin. „Aber wir wünschen uns genauso die Wertschätzung unserer Arbeit.“ Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer nahm die Anregung ernst und versprach, dass man gemeinsam Möglichkeiten sondieren wolle, um diesen Problemen von vorneherein zu begegnen.
Man stellte sich Infotafeln und besondere Aktionen vor, die die Arbeit der Bauern für die Reisenden verdeutlicht. Vielleicht könne man einen Baum markieren und mit einer Anleitung zum Selbstpflücken und einer danebenstehenden Feldkasse freigeben, lautete ein weiterer Vorschlag. Bis zur Eröffnung der Route am 18. und 19. Mai 2019 wird man sich hierzu noch Gedanken machen.
Ulrich Jünger demonstrierte Beispiele.
