Herbstkonzert in der Konzerthalle im Kurpark Bad Neuenahr
Ahrweiler Sänger zeigten ihre gesangliche Vielfältigkeit
Ahrweiler. Zum Herbstanfang haben die Sänger des Männer-Gesangverein Ahrweiler 1861 traditionsgemäß ihr Herbstkonzert in der Konzerthalle im Kurpark Bad Neuenahr veranstaltet. Bei der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Franz-Josef Fischenich stimmte er die zahlreich erschienenen Konzertbesucher auf dieses abwechslungsreiche Konzertprogramm ein. Die Moderation zu dem Konzert übernahm dabei Wilfried Schäfer, der nunmehr seit 20 Jahren den MGV Ahrweiler als Chorleiter leitet.
Das Publikum konnte sich im ersten Teil des Konzertes erfreuen an dem klassischen Bereich der Männerchorliteratur. Hierbei wurde ein Augenmerk gerichtet auf den bekannten rheinland-pfälzischen Komponisten Prof. Rudolf Desch. Das kolossale Werk Deschs zum Lobe Gottes in der „Hymne“, wie es zu Anfang heißt „Groß sind die Werke deiner Hände“, intonierten dabei die Sänger aus Ahrweiler. Der Abendfrieden von Desch, was zum Standardrepertoire zahlreicher Chöre zählt, durfte in diesem Konzert natürlich nicht fehlen. Das Konzert wurde eröffnet mit der „Hymne an die Musik“ von Chorleiter Wilfried Schäfer. Hierbei war hörbar, dass Chorleiter Schäfer ebenfalls ein Schüler von Desch war. Gut fügte sich in diesen Teil des Konzertes „Schäfers Sonntagslied“ nach dem Gedicht von Ludwig Uhland in der Vertonung von Konradin Kreutzer ein. Einer der bedeutendsten Dichter der Romantik Joseph Freiherr von Eichendorr lieferte mit seinem lyrischen Werk „Der frohe Wandermann“ die Vorlage dafür, welches der bekannte Musiker aus dieser Zeitepoche Felix Mendelssohn Bartholdy meisterlich in Töne umsetzte und die Sänger entsprechend vortrugen. Abgerundet wurde der erste Programmteil mit dem Spiritual „Steal away“ und dem traditionellen amerikanischen Volkslied „Oh Shenandoah“. Wobei in diesem Lied eindrucksvoll dieser Lauf des Flusses durch die Täler der Appalachen in den US-Staaten Virginia und West Virginia beschrieben wird. Mit großem Beifall zeigte sich die Zufriedenheit der Zuschauer für die Aufführung der Sänger und Konzertzusammenstellung.
Kurzweilig überbrückte die Konzertpause der Sänger und jetzt als Pianist tätige Günter Lieverscheidt mit Impressionen am Klavier. Danach zeigten sich mit dem 2. Konzertteil die beiden Gesichter in der stimmlichen Begabung dieses Traditionschors aus Ahrweiler. In den lyrischen Stücken von Reinhard Mey bei der „Diplomatenjagd“ und „Über den Wolken“ beherrschten die Sänger die umfangreichen Texte zu den eingängigen Melodien. Gerade bei der satirischen Betrachtung der „Diplomatenjagd“ sorgte dies bei den Zuhörern für Erheiterung. Entsprechend den Vorgaben ihres Dirigenten und von Wilfried Schäfer am Flügel begleitet sangen die Sänger eindrucksvoll „Can’t help falling in love“, was dem Zuhörer als Hit von Elvis Presley bestens bekannt ist.
Der letzte Teil des Konzerts wurde gänzlich mit Liedern der Kölner Kultband „Bläck Fööss“ abgedeckt. Hier wurde mit „Unsere Stammbaum“ Position gegen die Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Sich selbst nahmen die Sänger ihre Altersbeschwerden nicht ganz ernst mit ihrem eigenen Lieblingslied „He deit et wih und do deit et wih“. Kölsches Milieu und rheinische Mentalität wurde aufgeboten bei „Du bess die Stadt“. Der offizielle Konzertabschluss wurde durch „Joode Naach“ in der textlichen Variante auf Ahrweiler eingeleitet. Bei einigen Liedstücken verstand es Günter Lieverscheidt am Flügel die Sänger stimmungsvoll zu begleiten. Mit viel Sympathie für diese dargebotene Leistung und reichlich Applaus wurde dieser Traditionschor aus Ahrweiler von den Zuhörern bedacht. Mit Zugaben bedankten sich die Sänger. Nicht umsonst heißt es im musikalischen Sinne bei dem MGV Ahrweiler „Ein Chor, der sich bewegt“. www.mgv-ahrweiler.de.
