Allgemeine Berichte | 15.05.2024

Ahrweiler im Siebten Himmel

Insgesamt stecken mehrere Jahre Arbeit in der Restaurierung eines Buches.  Foto: privat

Ahrweiler. Joseph Stick stellte am 26. April ein restauriertes Gottesdienstbuches von 1724 vor. Der Wert des Buches lässt sich aus bibliophiler Sicht kaum in Worte fassen.

„Das haben wir schon immer so gemacht!“ – ein Totschlagargument; doch wie haben wir es eigentlich schon immer gemacht? Auf diese Frage antworten liturgische Bücher, indem sie den Gottesdienst an konkreten Orten regeln.

Für Ahrweiler liegt mit dem „Antiphonar für das ganze Kirchenjahr“ ein solches Regiebuch vor. Mithilfe von Neumen und Hufnagelnotation versuchte der Organist und Lehrer Johannes Rothaar zwischen 1717 und 1727 die in Ahrweiler gängigen liturgischen Vollzüge zu verschriftlichen. Dabei sind mehrere Handschriften entstanden, die den Ahrweiler Archivwerwalter Joseph Stick lange vor eine Herausforderung stellten: „Die besondere Schwierigkeit bestand bislang in der technischen Unmöglichkeit, insbesondere des Tintenfraßes Herr zu werden.“

Vor einigen Jahren übernahm Joseph Stick von P. Groß und P. Müller die Archivarbeit der Pfarrei. Seine Vorgänger hatten begonnen, sämtliche Quellen zu archivieren und, sofern sie auf Latein abgefasst waren, zu übersetzen. Von ihnen beiden war die Restaurierung des Ahrweiler Buchschatzes angestoßen worden.

Die Restaurierung eines Buches ist aufwendig – Bettina Rütten und Antje Brauns von der Papierrestaurierungswerkstatt des Archivberatungs- und Fortbildungszentrums (LVR) in Pulheim erläuterten den chemischen Vorgang. Zunächst werden schadhafte Stellen gesichtet, dann folgen Tests zur Farbstabilität; es schließen sich die Papierfestigung und -ergänzung an. Die Restaurierungsarbeiten enden mit der Neuheftung und der Einbandrestaurierung.

Insgesamt stecken mehrere Jahre Arbeit in der Restaurierung eines Buches, weshalb insbesondere folgenden Personen Dank gesagt sei: Sr. Dorothea & Sr. Placida der Benediktinerinnenabtei in Rüdesheim sowie der Restauratorin Maren Dümmler aus Neuwied. Ebenso sei folgenden Unterstützern gedankt: Willi Busch, der als Vorsitzender des Verwaltungsrates vor 15 Jahren den Grundstein für die Restaurierung gelegt hat und Dr. Kühn, der die Restaurierung und die Buchausstellung 2018 maßgeblich unterstützte.

In diesem Zusammenhang gilt der Dank besonders den Sponsoren: der KSK Ahrweiler ebenso wie der Volksbank RheinAhrEifel, dem Lions-Club sowie dem Rotary Club. Ebenso gebührt dem Heimatverein Alt-Ahrweiler Dank, vertreten durch seine Vorsitzende Ingrid Derra sowie Karl & Hilko Pacyna-Heinen, Hans-Georg Klein und Dr. Christoph Smolenski.

Wo es sich vordergründig um Gesangbücher handelt, geht es im Wesentlichen um die Rekonstruktion der Ahrweiler Stadtgeschichte. Denn die vorgestellten Werke strukturieren und bezeugen das kirchliche und öffentliche Leben der Stadt im Spätmittelalter.

Daher verwundert es kaum, dass die Erforschung (spät-)mittelalterlicher Gottesdienstbücher die interdisziplinäre Forschung seit einigen Jahren beschäftigt. Zu dieser Erforschung leisten Joseph Stick und benannte UnterstützerInnen einen kaum zu messenden Beitrag.

Insgesamt stecken mehrere Jahre Arbeit in der Restaurierung eines Buches. Foto: privat

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