Allgemeine Berichte | 03.04.2019

Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser und Boden im Rhein Sieg Kreis (ALWB)

Aktiv im Trinkwasserschutz

Arbeitsgruppe Ludendorf berät im Feld

Landwirte und ALWB arbeiten unter dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“.Foto: privat

Ludendorf. Die Tage werden wieder länger, die Pflanzen fangen an zu wachsen: Nun beginnt die Zeit der Landwirte im Feld. Doch die Vorbereitung für die Saison beginnt schon früher. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden auf über 1.500 Flächen im Rhein-Sieg-Kreis Bodenproben gezogen. Diese Bodenproben helfen den Landwirten zu entscheiden, wie gut der Boden mit Nährstoffen versorgt ist und was der Pflanze für ihre Entwicklung noch fehlt.

In reger Diskussion werden die Ergebnisse analysiert und es wird versucht, Rückschlüsse sowohl für die einzelne Fläche als auch für den Betrieb zu ziehen.

Diese Diskussion beginnt schon im Frühjahr, bevor die Landwirte ins Feld starten. Denn seit 30 Jahren treffen sich die Landwirte mit dem örtlichen Wasserversorger e-regio und den Beratern des Arbeitskreises Landwirtschaft Wasser und Boden (ALWB) unter dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“.

Strategien entwickeln

80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Wassereinzugsgebiet Ludendorf/Heimerzheim werden von Landwirten bewirtschaftet, die im ALWB organisiert sind und sich für den Trinkwasserschutz engagieren. Anhand der Bodenproben des Frühjahrs und vergangener Versuche im Feld wird gemeinsam eine Strategie entwickelt, mit welchen Maßnahmen die Versorgung der Pflanzen und der Trinkwasserschutz sichergestellt werden.

Jeder Landwirt hat seine Flächen im Blick und prüft, ob die vorangegangen Maßnahmen hinsichtlich Pflanzengesundheit und -ernährung wirksam waren und welche Maßnahmen noch ausstehen. Dies wird auch gemeinsam mit den Berufskollegen und mit Fachberatern der Landwirtschaftskammer NRW und des ALWBs beraten.

Alle zwei Wochen werden die landwirtschaftlichen Flächen gemeinsam betrachtet und die aktuelle Situation eingeschätzt sowie anstehende Maßnahmen geplant. Dabei entscheidet jeder Betriebsleiter anhand seiner eigenen Bodenproben und Entwicklungsstand der Pflanzen, welche Maßnahmen umgesetzt werden.

Viele Landwirte werden auch in diesem Jahr wieder Demonstrationsversuche zum Thema Düngung anlegen. Diese Versuche werden dann in den Feldbegehungen betrachtet und im Jahresverlauf stetig diskutiert.

Teilflächen werden abgesteckt

Die meisten dieser Versuche haben das Ziel, über mehrere Jahre den standortspezifischen Ertrag zu ermitteln. Dazu werden Teile der Fläche abgesteckt. In diesen Teilflächen wird meist eine unterschiedliche Nährstoffversorgung der Pflanze dargestellt. Einige Teilflächen werden gar nicht gedüngt, um frühzeitig zu erkennen, wann die Pflanze mit zu wenig Nährstoffen versorgt wird, und andere Teilflächen bekommen stufenweise angepasste Düngemaßnahmen. Einige Landwirte stecken auch Teilflächen ab, in denen die Nährstoffversorgung als Menge gleichgehalten wird, aber die Form der Versorgung unterschiedlich ist und somit untersucht wird, mit welcher Düngeform die Pflanze am besten versorgt wird.

Auch der Zeitpunkt der Nährstoffversorgung wird in jedem Jahr in Teilflächen betrachtet und anhand der jeweiligen Witterung angepasst. Alle anderen Maßnahmen zur Pflanzengesundheit werden dann auf diesen Teilflächen und auf der kompletten Fläche gleich gehalten. Diese Teilflächen sind meist in Gerste- oder Weizenflächen angelegt worden und haben ungefähr eine Fläche von 600 Quadratmetern. Doch auch in Rüben oder Mais sind sie vereinzelt zu finden.

Optimale Düngung gewährleisten

Gekennzeichnet sind diese Teilflächen mit Schildern des ALWBs. Auf allen Flächen wurden vorab im Frühjahr Bodenproben gezogen, dann direkt nach der Ernte sowie im Herbst und im kommenden Frühjahr noch einmal. Ziel einer optimalen Düngung ist es, den standortspezifischen Nährstoffbedarf möglichst genau abzuschätzen. Dieser Nährstoffbedarf eines Bestandes ergibt sich aus der Aufnahme der Pflanzen während der Vegetationszeit abzüglich des Nachlieferungsvermögens der Böden. Dieser Bedarf schwankt in Höhe und Ausbringungszeitpunkt von Jahr zu Jahr in Abhängigkeit von den Wachstumsbedingungen (Niederschläge, Temperatur) und dem Angebot der Böden (Vorfrucht, organische Düngung) sehr stark. Die Nährstoffversorgung muss also jedes Jahr aufs Neue an die Bedingungen im Anbaujahr angepasst werden. Ein Austausch zwischen den Landwirten und den Beratern der Landwirtschaftskammer sowie des ALWBs hilft dem Ziel, Landwirtschaft und Trinkwasserschutz gemeinsam zu betreiben. .Pressemitteilung
ALWB Rhein-Sieg-Kreis

Landwirte und ALWB arbeiten unter dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“.Foto: privat

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