Möhnen-Club 1950 Mülheim e.V. eröffnet mit zwei sehenswerten Abenden den Sitzungs-Karneval in Mülheim-Kärlich
Aktive präsentieren bunten Reigen karnevalistischer Beiträge
Venezianische und orientalische Klänge bei Deutschlands größtem Möhnenverein
Mülheim-Kärlich. Bei den Mülheimer Möhnen kann die neue Karnevals-Session 2019/2020 gar nicht laut genug starten: Bereits wenige Tage nach der traditionellen Rathaus-Erstürmung am 11. November um 11.11 Uhr wurde auch der Sitzungs-Karneval eröffnet. Mit zwei Möhnensitzungen in der Kärlicher Kurfürstenhalle feierte Deutschlands größter Möhnenverein, der über 850 Mitglieder zählt, ein närrisches Feuerwerk der guten Laune. Im Mittelpunkt des Geschehens standen natürlich Obermöhn Susanne I. und Möhnerich Tanja I., die gemeinsam mit ihren närrischen Untertanen eine tolle Party feierten. Vor allem sehenswerte Tanzdarbietungen, aber auch stimmungsvolle Musik und heitere Redebeiträge bewiesen die Lebensfreude der Müllemer Möhnen.
Närrisches Feuerwerk der guten Laune
Sie ist die Präsidentin des Vereins und führte als solche auch unterhaltsam und souverän durch das Programm. Dass sie jedoch auch eine tolle Stimme besitzt, bewies Martina Niepagen gleich zu Beginn des Abends: „Das volle Programm“ hieß der Hit, den die Moderatorin gemeinsam mit der 1. Vorsitzenden Kornelia Punstein und dem Vereinsvorstand zur Eröffnung des Abends vortrug. Der Titel war nicht übertrieben, denn fünf Stunden lang präsentierten die Aktiven einen farbenfrohen Reigen karnevalistischer Beiträge. Sehenswert war der Kurzfilm. Hier wurde humoristisch erläutert, wie ein Möhnenpaar ins Amt kommt und anschließend seinen Hofstaat zusammengestellt. Musikalische Highlights waren nicht nur der Musikverein Frei-weg, sondern auch die beiden Solo-Sängerinnen des Möhnenvereins. Piccola Belezza alias Maike Punstein sowie die singende Wirtin Jutta Kremer zeigten im wahrsten Sinne des Wortes, dass bei den Möhnen die Musik spielt. Beide durften die Bühne natürlich nicht ohne ihre bekannten Zugaben „Ich will keine Schokolade“ sowie „Seemann, lass das Träumen“ verlassen. Mächtig stolz ist der Verein auch auf sein junges Tanzmariechen Sophie Georg, welches über die Bühne wirbelte. „Cowboy und Indianer“ lautete das Motto der Mini-Möhnchen. Im Rahmen ihrer Zugabe sorgte die Nachwuchsgruppe dafür, dass der neue „Oberhäuptling“ und Stadtbürgermeister Gerd Harner an dem karnevalistischen Marterpfahl landete.
Eine glückliche Hand bei der Auswahl ihrer Lieder bewiesen die Hofsänger. Die italienischen Hits erfreuten nicht nur das Möhnenpaar und den venezianischen Hofstaat, sondern auch die Jecken im Saal, die gerne mitsangen.
Nach der Tanzdarbietung der beiden Nachwuchsmariechen Alina und Karla gaben die beiden Mädchen der lernwilligen Moderatorin Martina Niepagen etwas Tanzunterricht auf der Bühne. Der vom Publikum erhoffte Spagat wollte die Möhnenpräsidentin eigenen Aussagen zufolge erst nach der Sitzung ihrem Ehegatten zeigen.
Ein echter Frauenversteher ist Ben Mattlener, der seine Mutter, die Obermöhne Susanne I. mit liebenswerten Komplimenten bedachte. Das kleine Tanzpaar Ben und Jule eroberte nicht nur mit Worten, sondern auch mit seiner Darbietung die Herzen der Anwesenden. „Wir haben zwar viele Schwätzer in der Stadt, aber auf der Bühne sind die Redner leider selten geworden“, betonte Martina Niepagen. Zum Glück haben die Möhnen mit Katharina und Johanna Röser zwei Nachwuchs-Talente in den eigenen Reihen. In diesem Jahr mutierten die bisher als „Sonnen-Kids“ bekannten Redner zu den „Sonnen-Teens“. Ihre heitere Rede über das Leben in der Schule strapazierte die Lachmuskeln der Zuhörer.
Nachwuchsarbeit wird großgeschrieben
„Himmlich Jeck“ lautete das Motto der 15-köpfigen Mini-Garde, die ebenfalls zeigte, dass beim Möhnen-Club die Nachwuchsarbeit großgeschrieben wird.
Bestens vorbereitet auf die neue Session hat sich auch die Große Garde des Möhnen-Clubs. Die elf Damen präsentierten zu den Hits der Gruppe „Die Ärzte“ eine schwungvolle Darbietung.
Ein fester Programmpunkt auf fast jeder Sitzung in Mülheim-Kärlich ist der Auftritt der vier Mariechen der örtlichen Karnevals-Vereine. Neu bei dem Quartett ist Lara Dötsch, die als MKG-Repräsentantin eine gelungene Premiere feierte.
Für Lacher im Saal sorgte Andreas Bengel. Nachdem der Bruder der Obermöhn im letzten Jahr als Gondoliero für Humor sorgte, zeigte er sich nun als neue Blondine des Hofstaats: „So bin ich besser dran: Sektchen trinken und gut aussehen, das ist meins“, so der Redner.
Im Laufe des Abends stand auch jemand im Scheinwerfer-Licht, der damit gar nicht gerechnet hatte: Die Hofstaat-Dame Sonja Schoor nimmt gerne ihre Kolleginnen auf die Schippe. Diese revanchierten sich bei der Sitzung und drückten ihr kurzerhand eine Gitarre in die Hand, mit der höflichen Bitte, als Schlagersängerin Nicole das „Lied für Frieden“ zu singen.
„Tausend und eine Nacht“, lautete das Motto des Showtanzes der „Grün-Weiße Mädche und Jungs“ aus Neuwied. Sehenswert war auch die Darbietung der „Happy Slow Dancers“, die seit 2005 die Möhnensitzungen bereichern. Trainiert wird die Gruppe mit großem Engagement von Silvia Klee, die jedoch ankündigte, die Leitung in andere Hände geben zu wollen. Mit Kerstin Diener steht jedoch eine erfahrene Tänzerin als Nachfolgerin zur Verfügung.
Orientalisch ging es auch beim letzten Programmpunkt zu: Die Rüwwenacher Bullewätzjer setzten vor dem großen Finale mit allen Aktiven einen Glanzpunkt der Extra-Klasse.
Die beiden Nachwuchsmariechen Alina und Karla begeisterten das Publikum in der Kurfürstenhalle.
Die Große Garde ist eines der wichtigsten und schönsten Aushängeschilder des Mülheimer Möhnen-Clubs.
