Allgemeine Berichte | 30.11.2018

Kulturamt Andernach

Albert Menzel - Zweites Konzert in der Konzertsaison

Am Sonntag, den 9. Dezember um 11.15 Uhr.

Auf allen Festivals im In- und Ausland ist Albrecht Menzel mit seiner Stradivari ein gern gesehener Gast. Privat

Andernach. Für die zweite Matinee der Kammerkonzerte in der Villa Michels in Andernach in der Saison 2018/19 konnte der international auf Erfolgskurs agierende Geiger Albrecht Menzel gewonnen werden.

Albrecht Menzel, Jahrgang 1992, erhielt seinen ersten Geigenunterricht bereits mit vier Jahren und debütierte mit dreizehn Jahren als Solist bei den Dresdner Musikfestspielen. Menzel studierte bei dem renommierten Violinpädagogen Professor Boris Kuschnir in Wien sowie bei Julian Rachlin.

Menzel spielte als Solist gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter unter anderem in der Philharmonie Berlin, der Philharmonie Luxemburg und tourte mit der Künstlerin in den USA, Kanada und Europa zu Konzerten in der Carnegie Hall, Kennedy Center Washington und Roy Thomson Hall Toronto. Als Kammermusiker musizierte Albrecht Menzel mit Künstlern wie Gidon Kremer, Julian Rachlin, Steven Isserlis, Jan Vogler, Nils Mönkemeyer, Igor Levit und Julien Quentin.

Auf allen großen Festivals im In- und Ausland, gerade wieder auf einer Tour in Italien gewesen, ist Albrecht Menzel mit seiner Violine von Antonio Stradivari (1709), einer Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben Hamburg, ein gern gesehener Gast.

Die Eckfeiler seines Solo-Programms in der Villa Michels gestaltet Albrecht Menzel mit Werken von Johann Sebastian Bach. Wenn J. S. Bach in Eisenach die Geige seines Vaters Ambrosius einpackte, um mit ihm musizieren zu gehen, mag er vielleicht davon geträumt haben, selbst einmal ein virtuoser Geiger in der deutschen Tradition des Instruments zu werden. Später in seiner Zeit als Weimarer Konzertmeister (1714-1717) und durch die Bekanntschaft mit virtuosen Geigern wie dem Dresdner Konzertmeister Pisendel und dem Prinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar wurde sein Interesse an der Geigenliteratur verstärkt geweckt, die er um weit wesentliche Werke bereichert hat. Pinsedel soll Bach zur Komposition der sechs Sonaten und Partiten angeregt haben, die er 1720 in endgültige Form brachte, und die er 1714 als hohe Schule des polyphonen Geigenspiels „senza Basso accompagnato“ entworfen hatte.

Bei dem ersten Zyklus ging es Bach um eine Synthese zwischen dem italienischen Violinstil der Corelli-Schule und der deutsch-österreichischen Tradition polyphonen Geigenspiels. Die Sonata I g-Moll BWV 1001 zeigt neben dem reich verzierten Adagio mit auf- und absteigen Läufen, Triller und Doppelschlägen. Der zweite Satz der Fuge ist italienisch geprägt mit konzerthaften Duktus und dem klaren Kontrapunkt. Die Sicilliana zeigt sich pastoral mit schwingenden, im 6/8- oder 12/8-Takt notierten Arien, die allerdings durch Mehrstimmigkeit und das Spiel mit nachschlagenden Figuren einen typisch deutschen Barocksatz formen. Der finale Satz brilliert mit Dreiklangsbrechungen im Wechsel mit Laufkaskaden.

Als Bach im Juli 1720 von einer dreimonatigen Dienstreise zurückkehrt, empfängt ihn die Nachricht, dass seine Frau vor einer Woche gestorben ist. Wenig später komponiert er die Partita II für Violine Solo in d-Moll BWV 1004. Manche Musikwissenschaftler vertreten die These, dass die Chaconne so etwas wie ein musikalischer Grabstein für Bachs verstorbene Frau sein muss, da darin Choräle versteckt sind, die um das Thema Tod und Auferstehung kreisen. In allen Sätzen gibt es einen Affekt der Trauer, nicht der Klage, denn die Harmonik hellt sich immer wieder nach Dur auf. Dieses Stück gehört zum dem Tiefgründigsten, was Bach je geschrieben hat.

Der belgische Violinvirtuose, Eugen Ysaÿe, geboren 1858, setzte die Kenntnisse über die Möglichkeiten seines Instrumentes in atemberaubende Musik um. Seine sechs Sonaten für Solo-Violine gehören zum Eindrucksvollsten, was auf diesem Instrument machbar ist. Die zweisätzige Ballade ist Georges Enescu gewidmet. Dabei hatte Ysaÿes bei seinen Kompostionen der Violin-Solo-Sonaten nicht nur die technischen Aspekte im Sinn: Ein Geigenmeister sagt er, “muss ein Violinist sein, ein Denker, ein Poet, ein Mensch, er muss Hoffnung, Liebe, Leidenschaft und Verzweiflung erlebt haben, er muss die ganze Gefühlsskala durchlaufen haben, um diese in all seinem Spiel ausdrücken zu können“.

Vor der Pause präsentiert Albrecht Menzel einige der 24 Capricen aus dem op. 1 von Niccolò Paganini, dem italienischer Geiger, Gitarristen und Komponisten.. Zu seiner Zeit war Paganini der führende und berühmteste Geigenvirtuose, und auf Grund seiner brillanten Spieltechnik bereits zu Lebzeiten eine Legende. Sein Talent soll teils göttlicher, teils diabolischer Natur gewesen sein. Er entlockte der Geige bis dahin ungekannte Klangwirkungen (Doppelgriffe, Pizzicati mit der linken Hand, Flageolett) und Kunststücke, die ungläubiges Staunen hervorriefen. Er selbst hat die Capricci angeblich nie öffentlich aufgeführt. Die 24 Capricci op. 1 für Violine solo sollten den „Artisti“ zu Studienzwecken dienen. In Paganinis Nachlass fanden sich 15 Violinen, darunter sieben von Antonio Stradivari, vier von Giuseppe Guarneri (Guarneri del Gesù) und zwei von Nicola Amati.

Tageskarten gibt es ab 10.45 Uhr an der Tageskasse.

Die ausführlichen Lebenslauf von Herrn Albrecht Menzel sowie das Bild von Anne Hornemann sind in dem separat erstellten Programmblatt enthalten. Kontakt: Claudia Karrich-Schlax, Lerchenweg 1 in Waldesch, Tel. (0 26 28)98 71 13.

Auf allen Festivals im In- und Ausland ist Albrecht Menzel mit seiner Stradivari ein gern gesehener Gast.Foto: Privat

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