Allgemeine Berichte | 14.11.2023

Bürgerverein Synagoge gedachte der Pogromnächte 1938

Alexandra Tschida Ensemble begeisterte

Die Ehemalige Synagoge war gut besucht.  Foto: Rolf Deißler

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vor ausverkauftem Haus konnte der Vorsitzende des Bürgervereines e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler Thomas Rheindorf zur Gedenkveranstaltung an die Pogromnächte 1938 am 9. November die Gäste in der Ehemaligen Synagoge in Ahrweiler begrüßen.

Zum 85. Jahrestag der Pogromnacht betonte Rheindorf: „Wir sind heute Abend hier versammelt, um an einen historischen Tag zu gedenken, der sowohl an die Schatten der Vergangenheit erinnert als auch zur Wachsamkeit für die Herausforderungen der Gegenwart mahnt. Am 9. November ereignete sich die sogenannte ‚Pogromnacht‘, eine Nacht des Terrors und der Gewalt gegen die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. Dieses traurige Kapitel in unserer Geschichte erinnert uns an die entsetzlichen Konsequenzen von Hass und Vorurteilen. Doch heute wollen wir nicht nur die Vergangenheit betrachten, sondern auch die gegenwärtigen Ereignisse und Herausforderungen in den Blick nehmen. Viele Menschen verloren durch die Flutkatastrophe ihr Zuhause, ihr Eigentum und leider auch ihr Leben. In Zeiten solcher Tragödien erkennen wir die Bedeutung von Solidarität und Mitgefühl. Der Nahostkonflikt, der seit vielen Jahrzehnten andauert, hat tiefe Wurzeln in Hass und Vorurteilen. Wir können und müssen uns für eine friedliche Lösung einsetzen, die auf gegenseitigem Verständnis und Respekt beruht. Es ist unser Vermächtnis und unsere Pflicht, uns für den Frieden in der Welt einzusetzen, anstatt Konflikte weiter anzuheizen. Die Werke jüdischer Komponistinnen und Komponisten haben die Tiefen des Schmerzes ausgelotet, doch auch immer wieder zu hochfliegender Lebenslust gefunden.Jüdische Musik wird weltweit verstanden, weil sie ein aus dem Herzen stammender Strom ist, der die Seele trifft. Ich danke dem Tschida Ensemble, das uns mitnimmt auf diese bunte, bittersüße Lebensreise und setze der Dunkelheit des Tages mit dem bekanntesten hebäischen Trinkspruch ein Glanzlicht auf: Lechaim, es lebe das Leben!“

Mit Ilse Kösling am Flügel, der Sopranistin Alexandra Tschida und der Mezzo-SDopranistin Petra Schwarzkopf präsentierte sich das Tschida Ensemble in bester Musizierlaune. Dass man Jüdische Musik nicht nur auf Klezmer reduzieren kann, bewies das Trio auf eindrucksvolle Weise mit ihrem beeindruckenden und äußerst vielseitigen Programm. Ihr Repertoire umfasste an diesem Abend des Gedenktages u.a. Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Fanny Hensel, Ilse Weber, Felicitas Kukuck, Kurt Weill und George Gershwin, aber auch Songs aus Anatevka, Yentl, West Side Story und My Fair Lady, sowie Schlager der 20er Jahre. Lieder in Hebräischer Sprache runden das Programm ab. Mit ihrer Musikauswahl erzählten sie vom Leben Jüdischer KomponistInnen vor, während und nach der Zeit des Naziregimes, wobei ihr Schwerpunkt auf jeden Fall auf dem Leben lag. Sie feierten das Jüdische Leben in Deutschland und zeigten die Schönheit und Unvergänglichkeit Jüdischer Musik, und wie sie unsere Musikkultur beeinflusst hat. Mit stehendem Beifall verabschiedete ein begeistertes Publikum nach einem ausdrucksstarken Konzert die aus der Ahrregion stammenden Musikerinnen.

Die Ehemalige Synagoge war gut besucht. Foto: Rolf Deißler

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