Alken feiert am 3. März sein 776. Moosemannfest
Alken. Der Ursprung des Festes geht zurück auf das Jahr 1248, als die Burg Thurant nach über einjähriger Belagerung durch die Erzbischöfe zu Trier und Köln in Besitz genommen wurde. Nachdem die Burg Thurant bereits seit ihrer Erbauung mehrfach im Mittelpunkt verschiedener Erb- und Besitzstreitgkeiten war, begann im Jahr 1247 ein Angriff über den Bleidenberg und später auch über den Schafsberg auf die Burg hoch über Alken. Obwohl die Burginsassen sich tapfer gegen eine Übernahme wehrten, gingen nach der langen Belagerungszeit die Vorräte zur Neige und die Bedrängnis der Eingeschlossenen wurde immer größer. In Ihrer Not griffen sie zu einer List und der tapfere Junker Emmerich von Leiningen durchbrach in Moos gehüllt am Nordhang der Burg die feindlichen Linien. Im Alkener Bachtal angekommen befreite er sich aus dem Moosballen und machte sich auf den Weg nach Heidelberg. Als die Belagerer am nächsten Morgen den Moosballen fanden, suchten Sie mit ihren Piken nach dem Entkommenen. Die Mühe war jedoch vergeblich, weil vor Eintreffen der Hilfe die Erzbischöfe von Trier und Köln die Burg in gemeinsamen Besitz genommen hatten.
Zur Erinnerung an die mutige Tat des Junkers Emmerich wird seither jeweils am 3. Fastensonntag in Alken das Moosemannfest gefeiert. Schülerinnen und Schüler aus dem 8. Schuljahr schmücken einen Baum, unter dem sich ein Kind aus dem 1. Schuljahr als Moosemann versteckt. In diesem Jahr übernimmt Jakob Hawig die Rolle des tapferen Junkers.
Nachdem ein Ritter hoch zu Roß die Geschichte des Festes verlesen hat, begibt sich ein bunter Zug mit Musik, Rittern und dem Moosemann sowie Kindern, die in Erinnerung an die Piken und Speere der Belagerer Weinbergspfähle tragen, durch das Dorf. Beim zuletzt in Alken getrauten Paar tauschen die Kinder die Weinbergspfähle in Moosemannbrezel. Zuvor hatten sie – ebenso wie die Belagerer – vergeblich in dem Moosballen nach dem entkommenen Moosemann gesucht. Moosemann und die Träger des Baumes erhalten zur Belohnung jeweils eine Riesenbrezel von Vanessa und Bernd Hürter, dem zuletzt in Alken getrauten Paar.
Die Alkener Heimatfreunde haben auch für das diesjährige Fest alle notwendigen Vorbereitungen getroffen und hoffen auf schönes Frühlingswetter und viele Besucher. Neben dem Festzug und Unterhaltung in der sogenannten Moselallee besteht an diesem Tag die Gelegenheit von 14 bis 17 Uhr die Fallerport zu besichtigen. Die „Interessengemeinschaft Historisches Alken“ informiert Sie im historischen Stadttor in der Ortsmitte über ihre Arbeit und zeigt das Modell von Alken im Mittelalter mit der Stadtmauer.
Außerdem ist die über 1.000 Jahre alte St. Michaelskirche am Moosemannsfest zur Besichtigung geöffnet.
