Bunte Jubiläumssitzung des Elferrats Rot-Weiß
„Alle Mann an Deck mit Spaß und guter Laune“
Höhr-Grenzhausen. Ein festlich geschmückter Saal, Menschen, die all das sein können, was sie möchten und dazu Witz und Musik. Die närrische Zeit hat auch in Höhr-Grenzhausen längst begonnen und so fand am letzten Samstag bereits die zweite Jubiläumssitzung des Elferrats Rot-Weiß in diesem Jahr statt. Bereits seit 6x11 Jahren feiern die Höhr-Grenzhäuser Karneval und immer ist der Saal bis zum letzten Stuhl gefüllt.
Bevor der Elferrat und das Rot-Weiß-Ballett auf die Bühne marschierten, spielte Oliver Eberz zusammen mit der Sitzungskapelle, bestehend aus Werner Jünger, Matthias Wendels und Alex Sauerländer, das Eröffnungslied, um das Publikum bereits vorab in Stimmung zu bringen. Sitzungspräsident Michael Specht begrüßte seine Zuschauer und so nahm der Elferrat traditionell auf der Bühne Platz.
Viel Gesprächsstoff für Till Eulenspiegel
Till Eulenspiegel, Wappenzeichen des Vereins, hatte auch in diesem Jahr wieder einiges an Gesprächsstoff. „Das ist das Schöne an dem Till, er darf halt sagen, was er will!“, unter diesem Motto wurden einige aktuelle politische Themen kritisch reflektiert. Von der Türkei, über den ÖPNV, bis hin zum diesjährigen karnevalistischen Lieblingsthema Donald Trump bekam jeder sein Fett weg und das Publikum ehrte Till, gespielt von Rudolf Schwaderlapp, am Ende mit Standing Ovation und lautem Applaus.
Einzug des Prinzenpaares
Dann endlich kam der Moment, in dem das Prinzenpaar den Saal betrat. Die Untertanen im Saal begrüßten Roman I und Andi I ehrwürdig, während sie mit ihrem Gefolge zu „Wir brauchen Wasser“ einmarschierten. Wie der Titel schon verriet, hatte sich das Prinzenpaar samt Gefolge dem Ruf der Piraten gebeugt. Prächtige Kostüme und scharfe Säbel funkelten auf der Bühne als „alle Mann an Deck“ waren. Nach einer einleitenden Rede eines Piraten aus der Menge, begannen Roman Birnbach und seine Frau mit einer Rede, die alles andere als gewöhnlich war. Statt stur abzulesen und zu reimen, sprachen sie miteinander und ließen das Publikum an ihrem ewigen Streit zwischen Höhr und Grenzhausen teilhaben. Wie glücklich die beiden sind, Prinzenpaar im Jubiläumsjahr sein zu dürfen, wurde nur zu deutlich, als auch einige Tränen über die Wangen der Piratenprinzessin flossen. Das Publikum war ergriffen und applaudierte für das sympathische Paar. Auch der Elferrat drückte seinen Stolz aus mit einem Ständchen extra für die Hoheiten.
Tänzerische Darbietungen
Was wäre eine Sitzung ohne tänzerische Darbietungen? Das Rot-Weiß-Ballett beeindruckte mit seinem Marschtanz die Zuschauer. Mit einer abwechslungsreichen Choreographie und viel Beweglichkeit warfen die jungen Frauen ihre Beine in die Luft und hatten dabei trotzdem immer ein nettes Lächeln auf den Lippen. Am Ende konnte Trainerin Kathrin Kalter stolz auf ihre Gruppe sein, denn der Saal tobte nach diesem gelungenen Auftritt.
Doch nicht nur Garde, auch Showtanz beherrscht das Rot-Weiß-Ballett sehr gut. So entführte die Gruppe das Publikum in eine frühere Zeit, als Musketiere noch mit ihren Degen kämpften. Beeindruckende Kostüme und spektakuläre Hebungen wurden von den zahlreichen Damen mit ihren zwei Herren dargeboten. Doch ein Tanz würde den Tänzerinnen nicht genügen. Am Ende der Sitzung verwandelten sie den Saal in die Steppe Afrikas und bewegten sich zu den Klängen von „König der Löwen“. Nach mühevollem Training sahen auch die Trainerinnen Tanja Christmann, Nadja Itzeck und Katrin Gallo das fertige Ergebnis und auch sie waren begeistert von ihrer wilden Truppe.
Getreu dem Motto des Prinzenpaares zeigte auch das Männerballett sein Können und hisste die Segel. Kathrin Kalter und Nadine Manderla leisteten gute Arbeit, um die Männer in waschechte Piraten zu verwandeln und auch das Publikum hatte seinen Spaß mit den Tänzern.
Reden und Sketche
Auch Reden und Sketche gehören zu einer guten Sitzung dazu und davon hatte die Rot-Weiße-Bühne einige zu bieten. Ob mit Sprichwörtern umhergeworfen, die Beziehung zwischen Mann und Frau mal wieder ausführlich dargelegt oder auch ohne Worte kommuniziert wird, das Büttenredenprogramm war vielseitig und äußerst unterhaltsam. Mit dem Vereinshausgeist, gespielt von Patrick Bühler, durfte das Publikum in Erinnerung schwelgen und an 66 wundervolle Jahre Elferrat Rot-Weiß zurückdenken. Da wurde der ein oder andere im Publikum auch mal etwas wehmütiger.
Einen Sketchhöhepunkt boten neben der traditionellen Stunksitzung, bei der neben dem Globoli-Tanz und einem Song über Zeugungsschmerz auch der sächsische Mozart zum Zug kam, der sich über drei Pilze im Wald ausließ, die Quellmänner. Unter der Leitung von Brigitte Lötschert, Markus Fischer und Michael Kern präsentierten sie das Leben im Wilden Westen mit all seinen Tücken und Problemen. Mit Witz und Charme stellten sie die momentane Weltlage dar. Als Herr Heinz dann dem Herrn Trump gegenüber stand, war das Chaos perfekt und die Zuschauer kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Mit einer großen Schlussshow, bei der noch einmal alle Aktiven die Bühne betraten, endete die erfolgreiche Jubiläumssitzung. Doch schon am nächsten Samstag geht es weiter, denn der Elferrat Rot-Weiß hat noch lange nicht genug vom Höhr-Grenzhäuser Karneval. In diesem Sinne mit den Worten des Prinzenpaares: „Sei immer du selbst! Außer du kannst Pirat sein. Dann sei Pirat!“
Auch die Stunksitzung feierte Jubiläum.
Die Quellmänner präsentierten das Leben im Wilden Westen.
Das Rot-Weiß-Ballett ließ die Beine fliegen.
