Allgemeine Berichte | 17.06.2016

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

Alle wollen auch beruflich in der neuen Heimat Fuß fassen

Caritasverband und Arbeitsagentur berieten Migranten zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Yassin Attaoua (rechts) und seine Mitstreiterinnen von Caritasverband und Arbeitsagentur führten beim Beratungstag zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse intensive Gespräche mit den Ratsuchenden und gingen dabei auf deren individuelle Situation ein. privat

Koblenz. Sie kommen aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan, aber etwa auch aus den ehemaligen Ostblockländern, und ihr Schicksal könnte kaum unterschiedlicher sein. Doch eins hatten die Frauen und Männer gemeinsam, die am sogenannten Diversity-Tag der Einladung von Caritasverband Koblenz e.V. und Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen folgten: Sie wollen in Deutschland leben und arbeiten, doch ob und wie sie die beruflichen Qualifikationen aus der alten in der neuen Heimat anerkennen lassen können, das wissen sie nicht. Die Experten standen ihnen Rede und Antwort – und halfen beim Ausfüllen von Anträgen.

Früher waren sie Ärzte, Juristen, Lehrerinnen, Bauingenieure oder Manager, heute blicken sie oft in eine eher ungewisse berufliche Zukunft: Es waren auffällig viele Akademikerinnen und Akademiker, die sich für die Anerkennungsberatung interessierten, die die IQ-Anerkennungsberater des Koblenzer Caritasverbandes und Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen in den Räumen des agentureigenen Berufsinformationszentrums anboten. Doch das, meint Birgit Hees, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur, liege in der Natur der Sache. „Je höherwertig die Ausbildung und je größer die Berufserfahrung, umso wichtiger ist es für die Menschen, dass sie in Deutschland weiter in ihrem alten Beruf arbeiten können.“

Größte Hürde ist die Sprache

Immer konnten die Experten den Ratsuchenden dies zwar nicht in Aussicht stellen, aber die meisten von ihnen haben gute Chancen – auch wenn sie sich womöglich auf bestimmten Gebieten nachqualifizieren müssen, damit ihre Ausbildung auch deutschen Maßstäben standhält. Die größere Hürde dürfte für viele Migranten jedoch ohnehin woanders liegen: beim Erlernen der deutschen Sprache. Mancher, der beim Beratungstag vorsprach, tat dies mithilfe eines ehrenamtlichen Dolmetschers oder auf Englisch. „Gerade in akademischen Berufen oder im Studium wird jedoch erwartet, dass Deutschkenntnisse auf relativ hohem Niveau vorhanden sind“, erklärt Yassin Attaoua, der beim Caritasverband gemeinsam mit seiner Kollegin Irina Mertens für die vom Land Rheinland-Pfalz mit initiierte und finanzierte IQ-Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung zuständig ist. Für einige der Ratsuchenden sei der Weg zu ausreichenden Sprachkenntnissen allerdings noch weit.

Nichtsdestotrotz legten Yassin Attaoua und seine Mitstreiterinnen Wert darauf, den Migrantinnen und Migranten, die teilweise weite Anfahrtswege in Kauf genommen hatten, möglichst umfassend und konkret weiter zu helfen. Deshalb beschränkten sie sich auch nicht darauf, den Männern und Frauen das weitere Vorgehen zu erklären, sondern sie halfen in vielen Fällen gleich vor Ort dabei, notwendige Anträge auszufüllen – wenn Fristen eingehalten werden mussten, wurden die Papiere mitunter sogar sofort auf den Postweg gebracht.

Das wichtigste Ziel des Beratungstages sei in jedem Fall erreicht worden, waren sich Yassin Attaoua und Birgit Hees einig. „Wer von uns beraten wurde, weiß zumindest wo er steht und wie die nächsten Schritte aussehen müssen. Auch wenn der eine oder andere sich nun womöglich an den Gedanken gewöhnen sollte, dass er sich beruflich völlig neu orientieren muss.“

Beratungstermine

Beratungstermine zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sind selbstverständlich auch außerhalb des Aktionstages möglich. Nähere Informationen: IQ-Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des Caritasverbandes Koblenz, Tel. (02 61) 13 90 65 51 3.

Yassin Attaoua (rechts) und seine Mitstreiterinnen von Caritasverband und Arbeitsagentur führten beim Beratungstag zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse intensive Gespräche mit den Ratsuchenden und gingen dabei auf deren individuelle Situation ein. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0007#
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Titelanzeige
Stellenanzeige Mitarbeiter
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0366#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0366#
Image
Empfohlene Artikel
Die vulkanische Geschichte der Eifel lässt sich im Lava-Dome spielerisch entdecken. Foto: Dominik Ketz
23

Wer glaubt, Vulkane gäbe es nur auf Island oder in Italien, hat die Rechnung ohne die Eifel gemacht. Im Lava-Dome in Mendig wird schnell klar: Auch hier ging es einst verdammt heiß her! Das Deutsche Vulkanmuseum entführt seine Besucher auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte. Klingt staubtrocken? Von wegen! 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte.

Weiterlesen

In der ehemaligen Ahrweiler Synagoge diskutierten (von links) Nick Falkner, Ulrich van Bebber, Susanne Bell und Dr. Martin Wein.
192

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie hat die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 11
67

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Gerade bei heißen Temperaturen können sich schnell Maden in der Biotonne bilden.
1814

Biotonne im Sommer pflegen

Biotonne bei Hitze: Maden vermeiden

Kreis Neuwied. In den Sommermonaten können sich im feuchtwarmen Klima der Biotonne schnell unerwünschte Organismen bilden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied fährt in den Sommermonaten eine wöchentliche Leerung der Biotonne, die das Problem deutlich reduziert. Sie gibt praktische Tipps, was Anwohner darüber hinaus tun können, um unerwünschter Organik vorzubeugen.

Von Laura Tries aus Neuwied

Weiterlesen