Ehlscheider Möhnen feierten bereits zum 13. Mail ihr traditionelles Möhnenwaldfest im Kurpark
Alles drehte sich rund um die Kartoffel
Ehlscheid. Wieder einmal meinte es der Wettergott gut mit den Ehlscheider Möhnen und ihrem Waldfest: Die Sonne schien durch die Bäume des Kurparks auf das Zelt und den Platz vor der Gemeindehalle, wo sich Alt und Jung zum Feiern versammelten.
Am Nachmittag, beim Platzkonzert des Musikvereins Heimbach-Weis, vergnügten sich die älteren Herrschaften bei Kaffee, Kuchen, Gegrilltem und auch aus Reben gewonnenen Getränken auf dem Fest. „Zum Abend und bis in die Nacht sind es dann eher die jüngeren Freunde unseres Vereins und Leute aus dem Dorf, die mit uns feiern“, erklärte Möhnenvereinsvorsitzende Petra Jung.
Und damit die so richtig in Stimmung kamen, ergriff die Sängerin Kathrin Liane Paul das Mikrofon und gab die beliebtesten Stücke aus ihrem breit gefächerten Repertoire zum Besten. Kathrin Liane Paul, die es vor einigen Jahren beruflich aus Sachsen-Anhalt in den geographischen Westerwald und nach Ehlscheid verschlagen hat, ist selbst auch Mitglied des Möhnenvereins.
Zusammenhalt im Dorf stärken
Das Fest dient natürlich einerseits dem dörflichen Zusammenhalt und der Geselligkeit. Andererseits hat es aber auch den ganz praktischen Grund: das Generieren von Einnahmen für die jährlichen Karnevalsaktivitäten der Ehlscheider Möhnen. „Wir finanzieren damit unsere Karnevalsveranstaltung in der Mehrzweckhalle“, sagt Petra Jung. Ihr Verein hat mittlerweile 60 Mitglieder. Eigentlich nur Frauen. Aber weil das Parkhotel das Vereinslokal der Möhnen darstellt, erlauben sie es dessen Inhaber Uwe Framke „ausnahmsweise“, ebenfalls Mitglied im Möhnenverein zu sein.
Auch sonst kann sich Petra Jung über mangelnde männliche Unterstützung der femininen Sache nicht beklagen, angefangen bei ihrem Bruder Norbert Lück, der sich als Ortsbürgermeister das Mitfeiern beim Waldfest nicht nehmen lässt, über viele freiwillige Helfer bis zu jenen beiden Herren, die beim Fest am Samstag am Grill standen und die Steaks und Würstchen wendeten.
Das Möhnenwaldfest fand in diesem Jahr zum 13. Mal statt. Von den Einnahmen werden an Karneval die auftretenden Gruppen bezahlt und Kinder im Karneval unterstützt. Die Kosten für die Kapelle beim Möhnenwaldfest übernimmt traditionell die Ortsgemeinde, weil früher, als der Fremdenverkehr noch brummte, den Gästen und Einheimischen jedes Wochenende ein Kurkonzert geboten wurde. „Die Heimbach-Weiser kommen gerne zu uns“, sagt Petra Jung, „weil dort der Karneval auch eine große Rolle spielt.“ Das Motto des Möhnenwaldfestes war in diesem Jahr die Kartoffel. „Rund um die Kartoffel“ wurden den Gästen Speisen und Getränke angeboten. Sogar den Cocktails an der Bar wurden Kartoffelnamen gegeben. Zum Abend rechnete Petra Jung auch mit dem Besuch des Karnevalsvereins „Heiße Socken“ aus Neuwied, einer Gruppe Männer, die regelmäßig das Waldfest besuchen. „Insgesamt werden es am Ende 200 bis 300 Gäste gewesen sein, darunter auch sehr viel Jugend“, freut sich die Möhnenvereinsvorsitzende. In ihren Verein treten zunehmend immer mehr junge Frauen ein. Die Altersspanne reicht von 17 bis 70. Zur Pflege des Brauchtums Karneval gründeten die Ehlscheider Möhnen am 11. November 1989 den gemeinnützigen Verein „MVE 1989 Ehlscheid e.V.“, seit einigen Jahren auch Mitglied im RKK.
Vielfältige Aktivitäten
Früher fuhren die Ehlscheider zum Karneval nach Kurtscheid oder Rengsdorf, um einmal im Jahr närrisch zu sein. Die „Karnevalsmuffel“ aus den Hochburgen des Karnevals wie Köln und Düsseldorf kamen dagegen nach Ehlscheid, weil es hier noch eine karnevalsfreie „Oase“ gab. Doch damit war ab 1987 Schluss. Ein Ehlscheider Wirt veranstaltete den ersten „Schwerdonnerstag“ in seinem Lokal unter dem Motto „Aller Anfang ist schwer“ mit dem Karnevalruf „Helos-Helau“. Sogar Umzüge unter reger Beteiligung der Dorfbewohner fanden unter seiner Leitung statt. Als der Wirt sein Engagement zurückfuhr, kam die Stunde der Ehlscheider Möhnen. Sie hatten inzwischen so viel Spaß am Karneval gefunden, dass sie ihren eigenen „Möhnenverein“ gründeten. Inzwischen hat der Verein über 60 Mitglieder und eine eigene Jugendtanzgruppe, die „Chicas Locas“. Nach „Hedwig“ ist seit nunmehr 25 Jahren Gabi I. die Obermöhne. Jedes Jahr starten die Möhnen am Samstag vor Schwerdonnerstag mit ihrem Möhnenball, gefolgt vom Kinderkarneval am Sonntag. Der Höhepunkt und Abschluss ist der Schwerdonnerstag. Dieser besondere Tag für die Möhnen beginnt mit dem Besuch beim Bürgermeister um 11.11 Uhr, bei dem sie bestens bewirtet werden und die Obermöhn den Schlüssel als Symbol für die Herrschaft über Ehlscheid erhält.
Auch außerhalb der Karnevalszeit treffen sich die Möhnen zum geselligen Beisammensein, sei es bei gemeinsamen Ausflügen oder beim monatlichen Stammtisch. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Sie können sich an die erste Vorsitzende Petra Jung wenden, entweder telefonisch unter Tel. (0 26 34) 24 67 oder per E-Mail an info@jung-holzhaus.de, oder sie kommen einfach zum Stammtisch an jedem zweiten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr bei Uwe Framke im „Park-Hotel“.
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