Kontroverse in Ortsvertretung
Alte Bäume werfen Äste ab
Unterschiedliche Angaben zur Sicherheit lösen hitzige Diskussion aus
Wachtberg. Uneinig waren sich die Parteien hinsichtlich der rund 100 Jahre alten Pappeln am Ende des Sandwegs und am Parkplatz zu Anfang der Quellenstraße in Villip. Während die einen den Naturschutz betonten, wiesen die anderen auf die Gefahren hin, die bekanntermaßen von Pappeln ab einem gewissen Lebensalter ausgehen.
Schon mehrfach seien kleine Äste von den Pappeln abgebrochen und heruntergefallen, war von Bürgern wie von den Ortsvertretern zu hören. Nur durch jährlichen, massiven und kostenträchtigen Beschnitt habe man das Problem mildern können, informierte die Verwaltung. Auch ein größerer Ast war schon mal im Garten eines Nachbarn gelandet. „Aber was wäre passiert, wenn der Nachbar in seinem Garten gesessen hätte?“, fragte eine Bürgerin. Pappeln seien dafür bekannt, dass sie nach etwa 30 Jahren anfangen, Äste abzuwerfen. Dies sei eine Eigenart dieser Bäume.
Hingegen führten die Befürworter des Erhalts der Pappeln eine Lebenszeit von bis zu 200 Jahren ins Feld.
Um die Bewohner und spielende Kinder zu schützen, verlangten viele die Fällung der Bäume. Dies war bereits einmal vorgesehen, wurde aber von einer Bürgerin gestoppt. Diese besteht auf den Landes- und Bundesnaturschutzgesetzen. Außerdem hätte kein Gutachter festgestellt, dass diese Pappeln gefährlich seien. „Wer soll das bezahlen?“ und „Das sieht doch jeder, dass da Äste runterfallen!“, lautete es verärgert aus der Bürgerschaft. Die CDU schlug eine Ersatzpflanzung für die Pappel am Sandweg vor. Neben derjenigen an der Quellenstraße wüchse bereits eine ebenfalls ökologisch wertvolle Kastanie, die wegen der Konkurrenz zur Pappel nur mager gedeihe. Dieser Baum hätte mit der Fällung der Pappel eine Chance, sich gut zu etablieren. Da gegenläufige Anträge der CDU und der Grünen zu einer Patt-Situation in der Ortsvertretung führten, gab die Vorsitzende Mira Schwarzenberger die Entscheidung an die Gemeinde zurück.