Allgemeine Berichte | 11.07.2017

Fremdenverkehrs- und Heimatverein Hatzenport

Altes Wegekreuz erneuert

Carlo Marcon und Frank-Josef Esch (Kalt) beim Aufstellen des erneuerten Kreuzes.

Hatzenport. Viele Hatzenporter kennen das alte Wegekreuz aus Basalt, das über 300 Jahre lang am Bergweg nach Münstermaifeld (L 113) Zeugnis ablegte von vergangenen Zeiten. Ursprünglich stand es einige Meter unterhalb des jetzigen Standortes, wurde aber in den 50/60er Jahren des letzten Jahrhunderts wegen des Straßenausbaus versetzt. Zu lesen war die Jahreszahl 1700 und der Name JOHANES GOEBEL.

Man erzählt von diesem Kreuz, dass an dieser Stelle der Johanes Goebel überfallen wurde, sich schwer verletzt in Richtung Hatzenport schleppte, wo er etwa 200 m unterhalb des Überfalls verstarb. Auch an dieser Stelle wurde ein Kreuz errichtet, etwas kleiner und mit einer Nische (vielleicht für eine Kerze?) versehen und mit gleicher Inschrift.

Hinter vielen Kreuzen verbergen sich Botschaften, die in heutiger Zeit nicht mehr zu entschlüsseln sind. Oft auch berichten sie von Unfällen und Unglücken, von Morden oder von der Pest. Sie bezeugen aber auch die Handwerks- und Volkskunst der damaligen Zeit, auch christliche Kultur und Brauchtum und sind damit sichtbare Zeichen der Kultur unserer Vorfahren. Da sie in der Eifel oft aus Basalt geschaffen wurden, überdauerten sie viele Jahrhunderte.

Witterungseinflüsse und der Zahn der Zeit, aber auch unsachgemäße Überarbeitung beschädigten das Basaltkreuz stark, sodass es im Winter 2016 – wahrscheinlich durch Frosteinwirkung – auseinanderbrach und nur noch als Fragment auf dem Sockel stand. Aufmerksame Bürger sicherten die Bruchstücke und setzten sich mit dem Heimat- und Verkehrsverein in Verbindung, um eine Restaurierung zu initiieren. Erfahrene Steinmetze untersuchten die Einzelteile und ließen erkennen, dass eine Instandsetzung unmöglich sei.

Es entstand die Idee, das Kreuz durch ein neues zu ersetzen, wobei der alte Sockel erhalten werden sollte. Dank der Privatinitiative von Hans Schröder aus Metternich, der seinen 75. Geburtstag zum Anlass nahm, konnten Sponsoren für die Finanzierung gewonnen werden. Die konkrete Umsetzung mit privaten Mitteln wurde in Absprache mit der Ortsgemeinde Hatzenport in Angriff genommen.

Mit Franz-Josef Esch aus Kalt, bekannt für viele Arbeiten aus Basalt und Sandstein, darunter die Restaurierung des Bottesse Kreuzes und des Staane Kreuzes an der L 82, konnte ein Steinmetz für diese Aufgabe gewonnen werden. Mit seiner Steinmetzkunst hat er ein Werk geschaffen, das nun zwar in neuem Mendiger Stein, aber mit alter Beschriftung Zeugnis gibt von der Kultur unserer Vorfahren.

Carlo Marcon vom Fremdenverkehrs- und Heimatverein Hatzenport unterstützte tatkräftig die Arbeit von Franz-Josef Esch beim Aufbau, Transport und Materialeinsatz.

Zu hoffen ist, dass ab und zu ein Blick auf das Mahnmal vergangener Zeiten im Vorbeifahren einen Moment des Nachdenkens bewirkt, an eine Geschichte, die sich so oder vielleicht ganz anders an dieser Stelle abgespielt hat.

Die Ortsgemeinde Hatzenport ist um ein steinernes Denkmal bereichert.

Ein Lob all denen, die an dieser Erneuerung Anteil hatten, vor allem aber Irmgard und Hans Schröder für die Initiative und die Bereitstellung der finanziellen Mittel.

Carlo Marcon und Frank-Josef Esch (Kalt) beim Aufstellen des erneuerten Kreuzes.

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