Werner Lutz stellte in Kaisersesch sein erstes Buch vor
„Ameisen brennen nicht“
Kaisersesch. Bis auf den letzten Platz war der Alte Kinosaal mit neugierigen Bürgern gefüllt, als Stadtbürgermeister a.D. Werner Lutz sein erstes Buch „Ameisen brennen nicht“ (Schicksalhafter Eifelsommer) vorstellte. Mit von der Partie auch Landrat Manfred Schnur, der ebenso wie alle anderen Zuhörer größten Gefallen am Erstlingswerk von Lutz fand. Er berichtete bei seiner Einführungslesung in spannenden Auszügen über die Hauptperson seines Romans, einem aus Faid stammenden Bäckersohn namens Georg, der innerhalb der behüteten Familie und einer altbackenen Dorfgemeinschaft einfühlsame, lustige und dramatische Erlebnisse aus seinem Leben erzählt. Stets im Mittelpunkt der Geschehnisse steht der in der Backstube seines Vaters abgelegte Salzsack, auf dem der berichtende Sohnemann, aufgrund der besonderen und meist willkürlichen Erziehungsmaßnahmen seines Erzeugers, oftmals Platz nehmen muss. Das Leben in der Großfamilie eines Bäckers mit fünf Geschwistern ist unnachgiebig und hart, auch wenn der Hauptdarsteller ab und zu über kurzweilige und amüsante Erlebnisse berichten kann. Meist enden seine Erzählungen aber schmerzlich, mal für ihn selbst, mal für bekannte Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld. Besonders erwähnenswert ist die Geschichte über das am hauseigenen Backofen verbrannte Hinterteil des Erzählers, wo der Bäckermeister bei seinem Jungen, zum Leidwesen der Mama, unglaubliche Heilmethoden aus der Kriegsgefangenschaft anwendet. Das der Heilerfolg hierbei letztendlich auf der Strecke bleibt, kann der aufmerksame Zuhörer bereits im Vorfeld erahnen. Dicht, dramatisch und überzeugend schildert Werner Lutz die überwiegend tatsächlichen Begebenheiten, die beim Publikum neben einem erstaunten Raunen auch schon mal ein kurzes Auflachen provozieren. Auch das sich der örtliche Pfarrer bei den Brottouren seines Vaters über Land freiwillig als Fahrer verdingt, sorgt für Amüsement. Denn wie erfahren macht er dies keineswegs aus der berühmten barmherzigen Nächstenliebe, sondern lediglich um für eine anstehende Führerscheinprüfung kostenlosen Fahrunterricht zu erhalten. Auch der „mörderische Teil“ kommt im spannenden Buch von Neuautor Lutz nicht zu kurz. In einem am Waldrand aufgetürmten Ameisenhaufen findet der quirlige Bäckersohn mit Freunden einen abgenagten menschlichen Arm, der Auftakt zu einer polizeilichen Ermittlung und einer ebensolchen Jagd auf den scheinbaren Mörder. Auch wenn Lutz die Zuhörer bei seinen Ausführungen stets mitreißt, so weiß er in seiner 90-minütigen Lesung die jeweiligen Höhepunkte des Buches geheimzuhalten und Lust auf mehr zu machen.
Das erste Buch von Werner Lutz ist im Rhein-Mosel-Verlag erschienen und im Buchhandel für 12 Euro erhältlich.
TE
