Frauenpower bei der Lossprechungsfeier der Schreiner-Innung Ahrweiler

Annika Schröer ist Innungsbeste

26.07.2022 - 10:13

Kreis Ahrweiler. Frauenpower bei der Schreiner-Innung im Kreis Ahrweiler. Vier von sieben frischgebackenen Gesellen sind Frauen. Dieses Ergebnis verkündete Prüfungsausschussvorsitzender Stephan Kindler bei der traditionellen Lossprechungsfeier und „erhob die jungen Leute vom Azubi in den Gesellenstand“.

Ausbilder, Jung-Gesellen mit Familien und Freunden und Kollegen gaben sich zur Lossprechung ein Stelldichein in der Bad Breisiger Traditionsschreinerei Kindler, die dort seit 1875 in der nunmehr fünften Generation ihren Sitz hat. Vor dem Plenum, zu dem auch der Bad Breisiger Bürgermeister Marcel Casper, Vize-Kreishandwerksmeister Thomas Nelles, Fachlehrer Marc Mertens sowie Vertreter der örtlichen Banken gehörten, verriet Kindler das Erfolgsrezept des Tischler-Handwerks: „Das was wir machen, machen wir mit Liebe zum Detail.“ Sprach‘s und verwies auf die ausgestellten Gesellenstücke des aktuellen Prüfungsjahrgangs. Und nach zweitägiger Arbeit des Prüfungsausschusses steht folgendes Ergebnis fest:

Annika Schröer aus Kempenich (Ausbildungsbetrieb Karl Kindler GmbH & Co. KG, Bad Breisig) ist die Prüfungsbeste der Schreiner-Innung im Kreis Ahrweiler. Ihr Gesellenstück bekam die Note Eins. Auf dem zweiten Platz folgt Jule Nelles aus Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stürmer, Niederzissen), deren Gesellenstück ebenfalls mit einer Eins bewertet wurde. Bronze auf dem Siegertreppchen holte Ilka Lenz aus Bad Neuenahr-Ahrweiler (Thomas Nelles, Bad Neuenahr-Ahrweiler). Weitere erfolgreiche Prüflinge waren Niklas Kirsteinaus der Grafschaft (Mark Kreuzberg, Grafschaft), Janek Krause aus Remagen (Guido Kortmann, Remagen), Laurent Löbens aus Sinzig (Form und Raum GmbH, Grafschaft) sowie Rebekka Töpel aus Sinzig (Kutzner & Ritzdorf GmbH, Bad Breisig. Beim Landeswettbewerb „Gute Form“ werden Annika Schröer und Jule Nelles den Kreis Ahrweiler vertreten. Zudem ging der Publikumspreis, die Gäste hatten mit Holzdübeln in Schalen über das beste Gesellenstück abgestimmt, an Annika Schröer.

Allen galten die Glückwünsche der Versammlung. Zudem zeichnete Michael Jünger von der Kreissparkasse Ahrweiler die Innungsbeste mit dem mit 500 Euro dotierten Preis der Stiftung Zukunft Kreis Ahrweiler aus. Richard Reckae Unterstützte für die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel die Nachwuchsarbeit der Innung mit weiteren 500 Euro.


Ausbildung mit Hürden


Bürgermeister Marcel Caspers unterstrich in seiner Grußadresse, dass der Nachwuchs im Handwerk „die Bausteine für den Fortbestand von Betrieben bildet“. Diese seien von elementaren Bedeutung für die Gesellschaft. Er gratulierte den jungen Leuten, die drei Jahre „in eine Ausbildung mit Hürden“ gesteckt hätten. Corona und Flut im Ahrtal hätten als besondere Herausforderungen ihre Ausbildungszeit geprägt.

Nach der Ausbildung kommt der Job. Da appellierten die Vertreter der Banken an die frischgebackenen Gesellen, in ihrem neuen Lebensabschnitt „am Ball zu bleiben“ und Weiterbildung und Qualifikationen einen hohen Stellenwert einzuräumen – „vielleicht bis zum Meister oder bis zum eigenen Betrieb“.


Preise explodieren


Wie ist die aktuelle Lage im Kreis Ahrweiler? Da ging Stephan Kindler, der den erkrankten Obermeister Maik Rönnefarth vertrat, konkret auf Probleme ein. So hätten etliche Betriebe, wie auch er mit seiner Filiale in der Kreisstadt, noch massiv mit den Flutfolgen zu kämpfen. Für deren Behebung im ganzen Tal werde das Handwerk quasi überrannt. Kindler: „Das hat zur Folge, dass wir uns zunächst um unsere festen Stammkunden kümmern.“ Da stehe schließlich der Ruf der Zuverlässigkeit auf dem Spiel. Zudem würden die Preise, auch bedingt durch den Krieg in der Ukraine, nahezu explodieren. „Eichenholz zum Beispiel ist aktuell in Mode und wegen der hohen Nachfrage kaum zu bekommen. Manche Artikel kosten mittlerweile das dreifache“, schildert Kindler die Schwierigkeiten in seiner Branche.

Trotzdem muss es weitergehen. Und das gab Michael Jünger unter Beifall die Richtung vor: „Der Kreis Ahrweiler braucht das Handwerk für den Wiederaufbau und die Gestaltung der Zukunft.“ GS

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