Herbstferienschule an der Untermosel erfolgreich
Anton ist eine APP
Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanates organisierte die Herbstferienschule an der Untermosel mit fast 60 Schüler*innen
Region. Die „Herbstschule RLP“ fand unter großem Einsatz von vier Ehrenamtlichen des Dekanates Maifeld-Untermosel und in enger Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz statt. In den zwei Wochen der Herbstferien konnten fast 60 Schüler*innen von der ersten bis zur 8. Klasse an den Standorten Dieblich, Winningen und Kobern mit vier Lehrerinnen Mathematik und Deutsch wiederholen und die Anton-App mithilfe von bereit gestellten Laptops kennenlernen. Neben vielen Kindern aus Familien von Geflüchteten kamen auch Kinder aus deutschen Familien in den Genuss dieses integrativen Projektes, das vom Bildungsministerium ermöglicht wurde.
„Bildung, Bildung, Bildung – das höre ich so oft aus der Politik“, führt Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent des Dekanates und zuständig für die Herbstferienschule aus, „und hier konnte gezeigt werden, dass die Kinder, die durch die Corona-Bedingungen Nachholbedarf zeigten, intensiv lernen können. 10-15 Kinder hatten jeweils zwei Lehrerinnen, ein tolles Verhältnis, das sich so manche Schule wünscht.“ Intensiv, abwechslungsreich, immer unter Beachtung der Hygieneregeln und sogar mit Freude am Lernen und Lehren gestalteten die Pädagoginnen die drei Vormittagsstunden von Montag bis Freitag. „So stelle ich mir Schule vor, vor allem die Grundschule, nämlich fürsorglich und dem einzelnen Kind zugewandt zu sein, sowohl die Förderung des Wissens als auch die der Persönlichkeit im Blick zu haben“, meinte eine junge Lehramtsanwärterin, „so steht es ja auch als Ziel in unserem Schulgesetz, und leider kommt das zweite Ziel oft zu kurz.“ In ihrer „Klasse“ ging sie mit ihrer Kollegin immer wieder von Tisch zu Tisch und konnte so jedem Kind viel Aufmerksamkeit schenken. Die Kinder, die Fragen hatten, zeigten sich geduldig, warteten, bis sie an der Reihe waren – eine entspannte positive Lernatmosphäre war spürbar.
Eine Besonderheit konnte die Herbstferienschule in Kobern bieten: Das Arbeiten mit der Anton-App, dem Lernprogramm für die Klassen 1 bis 10. Sie ist kostenlos und werbefrei, bietet Übungen und interaktive Erklärungen zu allen wichtigen Fächern. Die App motiviert Schüler*innen durch Belohnungen wie Sterne und Pokale für gutes Lernen und ist einfach zu handhaben. „Ich habe das mit meiner Nichte ausprobiert“, meint Ajete Mehmedi, angehende Referendarin und eine der Lehrerinnen in Kobern, „und sie funktioniert gut. Falls es zu Schulschließungen wegen Corona kommt, dann sind unsere Kinder mit Anton schon mal gut eingeübt und hatten Spaß damit.“ Sie war schon bei der Sommerferienschule des Dekanates dabei und ist überzeugt, dass diese Art, die Ferien zu gestalten, sinnvoll ist und Erholung nicht zu kurz kommt.
Werner Huffer-Kilian verabschiedet die vier Pädagoginnen und dankt für ihr Engagement und die gute und einfache Zusammenarbeit. „Die Herbsferienschule war schon der zweite Schritt, um benachteiligte Familien zu unterstützen. Die Kinder müssen es uns wert sein“, meint der im Dekanat für Flüchtlingsfragen zuständige Pastoralreferent, und fügt hinzu:“ Ohne die tatkräftige organisatorische Unterstützung durch viele ehrenamtlich Tätige vor Ort wäre die Maßnahme nicht zustande gekommen.“
Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanats Maifeld-Untermosel analysiert regelmäßig die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Situation vor allem der Kinder in geflüchteten Familien. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass Bildungsnotstand in benachteiligten Familien herrscht. Das Angebot der Herbstferienschule vonseiten des Bildungsministeriums wurde begrüßt. Kinder aus benachteiligten Familien – nicht nur aus Familien von Geflüchteten - sollten in den Genuss dieser und anderer Förderungen kommen.
Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration existiert seit 2010 in unserem Dekanat Maifeld-Untermosel, das die beiden Verbandsgemeinden Maifeld und Rhein-Mosel umfasst. Seit über 10 Jahren beschäftigt sie sich mit der konkreten Situation von geflüchteten Menschen in unseren Ortsgemeinden an Mosel und auf dem Maifeld. Diese starke und kompetente ehrenamtliche Begleitung gelingt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Behörden.
