Interdisziplinare Betrachtung der Arbeit
Arbeit und Muße in der digitalisierten Welt
Am 13. November bei „Kultur im Keller“
Montabaur. Globalisierung, technischer Fortschritt und Digitalisierung führen zu neuen Herausforderungen. Die Industrie steht in einem weltweiten, immer schneller werdenden Wettbewerb. Die Arbeit vieler Menschen wird heute oft von Maschinen übernommen. Andere müssen immer mehr arbeiten. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit sind fließend geworden. Arbeit kann zum Guten dienen, aber auch missbraucht werden. Im Hintergrund steht eine sehr grundsätzliche Frage: Wozu eigentlich arbeiten? Die Zeit ohne Arbeit ist nicht allein „Freizeit“. Es gibt ein anderes, unmodisch gewordenes Wort, das diese Zeit bezeichnet: Muße. Sie beschreibt jene Zeit, die man für sich hat.
In entspannter Atmosphäre im Historcia Keller in Montabaur diskutieren am 13. November die Herausgeber des Begleitbands zum Rheinland-Pfälzischen Kultursommer, Martin W. Ramb und Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, unter anderem mit der mehrfach ausgezeichneten Filmemacherin und Schriftstellerin Dr. Andrea Stoll die künftige Gestalt von Arbeit und den Stellenwert von Muße. Der Abend wird musikalisch begleitet von Querflötistin Pia Marei Hauser. Beginn ist um 19.30 Uhr im Historica-Gewölbe, Karten gibt es an allen Vorverkaufsstellen in der Region oder über Ticket Regional, www.ticket-regional.de/kik und natürlich an der Abendkasse. Die Tiefgarage Süd steht allen Besuchern ab 17 Uhr kostenfrei zur Verfügung.
Interdisziplinäre Betrachtung
Dr. Andrea Stoll hat zahlreiche Bücher, Essays und Drehbücher geschrieben und sich als Biografin einen Namen gemacht. In ihren Filmen wie in ihren Büchern wendet sie sich bevorzugt gesellschaftlich tabuisierten, kulturgeschichtlich vergessenen und biografisch sensiblen Themen zu. Ihre Filme „Und alle haben geschwiegen“ über das Schicksal von Heimkindern in den sechziger Jahren und der TV-Zweiteiler „Der kalte Himmel“, der die Geschichte eines autistischen Jungen in einem bayerischen Dorf erzählt, wurden vielfach nominiert und ausgezeichnet. 2017 wurde der Fernsehfilm „Familienfest“ mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Stoll schrieb hierzu das Drehbuch. Eine internationale Koproduktion über die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie kam 2016 in die Kinos. Ihre 2013 erschienene Biografie über Ingeborg Bachmann „Der dunkle Glanz der Freiheit“ wurde vielfach diskutiert.
Pia Marei Hausers besonderes Interesse gilt der französischen Flötenmusik, insbesondere der zeitgenössischen Musik. Sie absolvierte ein Masterstudium mit Spezialisierung in Neuer Musik an der Folkwang Universität der Künste. Seither arbeitet sie mit Komponisten der Neuen Musik zusammen, wirkte bei Uraufführungen mit und tritt als Solistin und in verschiedenen Besetzungen bei Festivals für zeitgenössische Musik auf.
Martin W. Ramb und Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski sind die Begründer der Gesprächsreihe „Denkbares. Begegnung mit Menschen und Büchern“ und Herausgeber des Begleitbands zum Kultursommer 2015 „Helden und Legenden oder: Ob sie uns heute noch etwas zu sagen haben“ sowie der 2016 erschienenen Anthologie „Jenseits Ironie. Dialoge der Barmherzigkeit“.
Gemeinsam werden sie am 13. November Arbeit und die Zeit außerhalb der Arbeit, die Muße, diskutieren.
