Allgemeine Berichte | 14.02.2023

Bürgerverein Meckenheim e.V. besucht Frankfurt

Architektur und Kunst: Neue Altstadt und Schirn Kunsthalle

Die Mitglieder des Meckenheimer Bürgervereins in Frankfurt.  Foto: privat

Meckenheim. Der Meckenheimer Bürgerverein besuchte kürzlich Frankfurt am Main. 41 Mitglieder unter der Leitung von Rotraut de Haas besichtigten die neue Altstadt und besuchten die Chagall-Ausstellung in der SCHIRN Kunsthalle.

Wer Frankfurt und Architektur in einem Atemzug nennt, hat die weltweit bekannte Hochhaus – Silhouette vor Augen: eindrucksvolle Selbstinszenierung der deutschen Bank – und Börsenmetropole. Möglicherweise mischt sich noch das gewaltige Rund der Paulskirche ins Bild, seit 1848 Ikone der beginnenden nationalen Einheitsbewegung.

Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Römerberg, seit Jahrtausenden Keimzelle der Frankfurter Zivilisation, über ein glanzvolles Mittelalter, Kaiserkrönungen und Warenmärkte hinweg. Der Zweite Weltkrieg hinterließ nur ein Trümmerfeld. Alles platt. Hinweg die Traulichkeit des Fachwerks und der spitzen Giebel. Doch auf und aus den Ruinen sollte und musste eine neue Altstadt entstehen.

Statt der Moderne ausschweifenden Tribut zu zollen, triumphiert bei der jahrzehntelangen, oft kontrovers verlaufenen, am Ende dennoch sorgfältig erarbeiteten Wiedererweckung des Zerstörten Bescheidenheit. Man nahm Maß am Alten. Orientierte sich an der ehemaligen Hausbreite und – höhe, vier Geschosse. Ließ Einfallreichtum und Detailfreude jedoch großen Spielraum. Bildhauerische Fragmente, selbst eigenwillige Materialreste wurden als schmückende Spolien eingebunden. In weitgehend wohltuender Harmonie erschließt sich das Gesamtgefüge von Gassen und Gässchen auf engem Raum, tun sich sogar Innenhöfe auf.

Höhenunterschiede des Geländes werden von Treppen und Treppchen überbrückt. Und ab und an blitzen in alter Pracht und Herrlichkeit Gebäude wie Reliquiare als Blickfang am Ende eines Korridors auf. So „Die goldene Waage“, ein altes Café als Kunstobjekt. Überhaupt haben hier soziale, zur Geselligkeit ermunternde und kunstbezogene Institutionen ihre angemessene Heimstatt gefunden. Galerien und Antiquariate sowie unzählige Gaststätten jedweder Art, kleinere spezielle Museen. Alle rundum der Schirn, der weitläufigen Kunsthalle im historischen Zentrum Frankfurts: zweites Tagesziel der Meckenheimer Exkursion.

Gezeigt werden Bilder des vielgeliebten „poetischen Malers“ Marc Chagall. Doch diese Schau von über hundert bisher nie gezeigten Werken des jüdischen Künstlers verstärkt seine epochale Bedeutung. Sie stammen aus dem Kriegs- und Vertreibungsjahren bis zu Chagalls Flucht in die USA 1941 und darüber hinaus. Noch im 19. Jahrhundert in Witebsk geboren, begleiten ihn die Hüttenhäuschen seiner weißrussischen Heimat als fester Bildkanon bei seiner Welterkundung über Berlin und Paris bis Übersee, sie siedeln bildlich sogar am Fuß des Eiffelturms.

Auch er selbst gemeinsam mit seiner Frau Bella gehören als ewig bräutliches Liebespaar als fester Bestandteil zur Ikonographie von Chagall. Ebenso wie die Gemeinsamkeit von Gekreuzigtem und dem die Thora-Rollen umarmendem Rabbiner – ein bildnerisches Zusammen von Altem und Neuem Testament, wie man es sonst nirgends in der bedeutenden Kunstwelt findet. Und alles, ob Ding, Mensch oder Tier, alle können fliegen, sogar die Wanduhr hat bei Bedarf Flügel, die Engel sowieso.

Aber dass sie wie göttliche Furien gewaltsam auf die zerstörerische Welt niederstürzen, das sind zweifellos neue Erfahrungen für das malende Genie gewesen, das im wunderbaren Blau Ruhe und Frieden verankert und durchs hoffnungsvolle Goldgelb bis ins Orangerot die Entfesselung des Schrecklichen erfasst. Das wird in unerwartet großformatigen Ölgemälden deutlich. Sie eröffnen eine unerwartete Dimension im Schaffen Chagalls. Trotz und neben seinen verbindlichen Bildfloskeln erscheint seine Fantasie unerschöpflich: alles vertraut und zugleich neu in der Aussage. Bilder des Schreckens. Krieg und Verderben sind zum Thema geworden.

Das Liebliche der Bilder, der Streichinstrumente, der freundlichen Tiere und die Überwindung der Gegenständlichen bis zur geradezu tachistischen Farborgie kann jäh enden, wenn es um die Klagemauer geht. Da ist nichts mehr verspielt und harmlos schön. Kein Zierrat, nur nackte Felswand, Steinbrocken im engen Geviert: riesig, abweisend. Nur noch als Chiffren werden die Menschlein in ihrer Winzigkeit wahrgenommen. Wer hätte diese, immerhin feinnervige Ödnis Chagall zugetraut?

Pressemitteilung

Bürgerverein Meckenheim e.V.

Die Mitglieder des Meckenheimer Bürgervereins in Frankfurt. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Wir helfen im Trauerfall
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Wohnträume
Blütenfest
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Die Ehlinger Straße in Heimersheim.  Foto: ROB
20

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant zur Erhöhung der Verkehrssicherheit mobile Geschwindigkeitskontrollen in den Kalenderwochen 16 und 17, also im Zeitraum vom 13. bis 19. April 2026 sowie vom 20. bis 26. April 2026. In der Kalenderwoche 16 sind Messstellen im Stadtteil Bad Neuenahr in der Hochstraße sowie im Stadtteil Heimersheim in der Ehlinger Straße vorgesehen. In der...

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
21

Neuwied. Am Freitagnachmittag gegen 17:45 Uhr erhielt die Polizei Neuwied die Meldung über einen auffälligen Hochzeitskorso auf der B42, an dem sieben bis acht Fahrzeuge beteiligt gewesen sein sollen. Diese hätten durch ihr Fahrverhalten den Straßenverkehr erheblich gefährdet. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhren die Fahrzeuge wiederholt in Schlangenlinien und nutzten dabei beide Fahrstreifen, teils auch bei Gegenverkehr.

Weiterlesen

Im Enderttal bestehen Defizite in der Mobilfunk- und auch der Sprechfunkversorgung.  Foto: privat
982

Cochem/Landkern. Der Brand im Hotel Weißmühle am vergangenen Mittwoch hat erneut erhebliche Defizite in der Mobilfunk- und auch der Sprechfunkversorgung im Enderttal offengelegt. Insbesondere für die eingesetzten Rettungskräfte führte die unzureichende Netzabdeckung zu erheblichen Kommunikationsproblemen und einem erhöhten Koordinationsaufwand.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
233

Unverzüglich wurden die Männer in umliegende Krankenhäuser gebracht:

12.04: Notarzt-Einsatz: Rennradfahrer bei Kollision schwer verletzt

Sankt Augustin. Am Sonntagmittag, dem 12. April, ereignete sich auf dem Siegtalradweg im Bereich der Siegstraße in Sankt Augustin ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei Radfahrer schwer verletzt wurden. Gegen 12:00 Uhr war ein 60-jähriger Mann aus Sankt Augustin mit seinem Rennrad aus Richtung Troisdorf kommend in Fahrtrichtung Sankt Augustin unterwegs. Gleichzeitig befand sich ein 40-jähriger Mann aus Hennef mit einem Rennrad auf dem selben Radweg in entgegengesetzter Richtung.

Weiterlesen

5

Maria Laach. Am Freitag, den 24. April, eröffnet Gereon Krahforst um 19 Uhr in der Abteikirche Maria Laach die diesjährigen Orgelkonzerte mit einem kontrastierenden Programm: die vier eindrucksvollen, eindringlichen Sätzen der „Sonntagsmusik“ von Petr Eben bilden einen Rahmen, innerhalb dessen romantische Trios und Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach gespielt werden.

Weiterlesen

12

Kruft. „Den grauen Zellen Beine machen“ - unter diesem Motto lädt das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz in Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Kruft, dem Pflegestützpunkt Mendig/ Pellenz, der katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius und dem Deutschen Roten Kreuz – Kreisverband Mayen-Koblenz e.V. zum informativen Gedächtnistraining mit Spaß und ohne Kontrolle ein.

Weiterlesen

Imageanzeige
Image Anzeige
Werbeplan 2026
Wir helfen im Trauerfall
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Koblenzer Kneipengeschichten
Wohnträume
Angebotsanzeige (April)
Wohnträume
Blütenfest Meckenheim
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Stellenausschreibung: Betriebshof
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26