Allgemeine Berichte | 13.09.2024

Archive, Bibliotheken und Museen üben den Notfall

Notfallübung: Schriftgut mit Wasserschaden wird mit einer Folie „eingestretcht“. Foto: LBZ/Lisa Bott

Rheinland-Pfalz. Im dritten Jahr hintereinander hat die Landesstelle Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz (LBE) am Mittwoch, den 11. September 2024 im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) in Koblenz eine Notfallübung durchgeführt. Die Übung richtete sich an Archive, Bibliotheken und Museen aus ganz Rheinland-Pfalz, die sich im Rahmen einer Notfallvorsorge fortbilden wollen. Von Trier bis zum Westerwald, von der Mosel bis zur Pfalz kamen die Teilnehmenden aus haupt- und ehrenamtlich geführten Einrichtungen.

„Die vor drei Jahren geschehene Ahrtalflut dient als mahnendes Beispiel, Starkregenereignisse als Risiko für Kulturgüter ernst zu nehmen“, so Dr. Annette Gerlach, Leiterin des LBZ und der LBE. Aber auch ein Wasserschaden in einem Gebäude gefährdet dort befindliches kulturelles Gut und droht dieses unwiederbringlich zu zerstören. „Übung ist die beste Vorbereitung, um im Notfall zügig, besonnen und sachkundig bei der Bergung und Rettung von beschädigtem Kulturgut vorzugehen“ führt Dr. Gerlach weiter aus.

12 Personen trafen sich, um zunächst von Friederike Kaulbach und Arlett Kost-Mahle, den Mitarbeiterinnen der Landesstelle, einen theoretischen Input zur Notfallplanung zu erhalten. Es gab Tipps für einen Notfallplan für die eigene Einrichtung, verbunden mit dem Hinweis auf Fördermöglichkeiten durch das Land. Gemeinsam wurde das von der Landesstelle vor drei Jahren konzipierte „LBE Notfallset“ mit Materialien, die im Notfall benötigt werden, genauer angeschaut und eine Erstversorgung zunächst in der Theorie „durchgespielt“. Dieses Notfallset bildet einen wichtigen Baustein für die Erstversorgung beschädigter Kulturgüter und wurde im Rahmen der Landesförderung in den Jahren 2022 und 2023 an gut 100 Einrichtungen im Land verteilt.

Am Nachmittag wurden die Erkenntnisse aus der Theorie dann in die Praxis umgesetzt: Im Innenhof des LBZ wurde eine „Erstversorgungsstation“ aufgebaut und die zwei Tage zuvor durchnässten Bücher und Akten mussten von den Teilnehmenden aus den Regalen oder Kisten geholt und danach wie vorgeschrieben weiter behandelt werden. Gerade der richtige Umgang mit der Folie zum „Einstretchen“ (Einwickeln) nasser Bücher und Akten erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl und muss geübt sein. Dies ist wichtig, damit die Objekte im nächsten Schritt eingefroren und gefriergetrocknet werden können. – Viele Schritte sind erforderlich, um beschädigtes kulturelles Gut zu retten und später wieder benutzbar machen zu können.

Für die Teilnehmenden war es eine Übung unter realen Bedingungen – sogar das kühle und wechselhafte Wetter spielte mit und sorgte für widrige Umstände. Ein echter Notfalleinsatz könnte ähnlich ablaufen. Die Teilnehmenden sind nach der Notfallübung bestens vorbereitet und können ihr erworbenes Wissen vor Ort weitergeben. Die Landesstelle empfiehlt, in jeder Einrichtung eine „Notfallgruppe“ zu installieren und regelmäßig durch praktische Übungen das Wissen aufzufrischen.

Die Landesstelle Bestandserhaltung ist im Landesbibliothekszentrum RLP angesiedelt. Sie berät Archive, Bibliotheken und Museen im Land zur Erhaltung von schriftlichem Kulturgut und vermittelt Wissen dazu im Rahmen von Fortbildungen. Darüber hinaus wickelt sie die Anträge für Fördermittel des Landes ab und unterstützt Institutionen bei der Antragstellung. Weitere Informationen zur Arbeit der Landesstelle online unter s.rlp.de/lberlp

Notfallübung: Schriftgut mit Wasserschaden wird mit einer Folie „eingestretcht“. Foto: LBZ/Lisa Bott Foto: Reiss, Sandra

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