Traditionelle Kappensitzung in Lantershofen
Arme Teufel und angelnde Priester
Opulentes Programm bot zahlreiche jecke Highlights
Lantershofen. Ohne Frage: die Lantershofener Kappensitzung hat seit Jahrzehnten viele Alleinstellungsmerkmale. Obwohl stets mit einem Programm versehen, das jeder Prunksitzung locker gerecht wird, proklamiert man weder eine Tollität, noch gibt es eine veranstaltende Karnevalsgesellschaft. Vielmehr wird der Lantesche Fastelovend vom „Karnevalsausschuss Lantershofen“, einem närrischen Konglomerat von sechs Ortsvereinen, gemanagt. Und der hat das jecke Treiben für die aktuelle Session moderat reformiert. So wird der weit über die Ortsgrenzen hinaus beliebte Karnevalszug in diesem Jahr erstmals am Fastnachts-Freitag, statt am Veilchendienstag stattfinden. Für die Kappensitzung setzte man das alte Erfolgskonzept mit dem Motto „Es lebe der Spaß, es lebe der Wein, seit 125 Jahren im Winzerverein“ im Wesentlichen fort. Sitzungspräsident Erich Althammer konnte dank der Showtanzgruppe der KG Närrische Buben Sinzig, dem Männerballett Gelsdorf, den Funken der KG Blau-Weiß Neuenahrer Schinnebröder und nicht zuletzt der Bachemer Merle auf die erste Garde hiesiger Tanzformationen zurückreifen.
Rockender Saal und Prinz Julius vom Studienhaus
Dem standen die Redner mit Kai Kramosta als „Handwerker Peters“, dem „Arme Düwel ohne Führersching“ alias Ändy Marquard, „De Breiköpp“ aus Wehr und die bewährte Lokalmatadorin Gabi Fabritius in nichts nach. Dafür, dass Saal und Bühne musikalisch gerockt wurden, sorgten nicht nur „Die Barhocker“, das Tambourcorps der Junggesellen Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ und die brassig-fetzigen „Ahrtalente“, sondern auch der routinierte Stimmungssänger „Morgi“. Als Saalkapelle brillierten die Musikfreunde Lantershofen. Unbestrittenes Kappensitzungs-Highlight war indes erneut Regens Dr. Volker Malburg vom Studienhaus „St. Lambert“, dessen gefeierte Auftritte mit dem ehemaligen Subregens Philip Peters als absoluter Kult in die Historie des Lantershofener Karnevals eingegangen sind. Da Peters inzwischen in Kleve tätig ist, amtierte Sabine Franken als jecker Sidekick des Geistlichen und meisterte die Herausforderung mit Bravour. Als verrückte Angler hatte das ungleiche Duo nicht nur die Lacher auf seiner Seite – es setzte auch nahtlos an die ruhmreiche, Malburgsche Bütten-Tradition an. Trotz erwähnter Nicht-Proklamation war die Kappensitzung keine Tollitäten-freie Zone: Prinz Julius I. vom Studienhaus „St. Lambert“ gab sich mit großem Gefolge die Ehre.
„Die Barhocker“ aus Unkel sorgten für beste Stimmung. Foto: DU
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