Schulwald-AG pflanzte Gehölze für Schmetterlinge im Feisternachttal
Artenvielfalt-Projekt für Zitronenfalter und Co.
Vallendar. Kürzlich trafen sich 22 naturinteressierte und engagierte Schülerinnen, Eltern und Geschwister der Schulwald-AG der Schönstätter Marienschule im Feisternachttal, um gemeinsam mit ihrer AG-Leiterin Sigrid Heuer Gehölze zur Förderung der Artenvielfalt von Schmetterlingen zu pflanzen. An 8 Pflanzstellen im Abstand von jeweils 100-150 Metern wurden einzelne Gehölzgruppen von Faulbaum und Echtem Kreuzdorn gepflanzt. Da jede Familie an einer eigenen Pflanzstelle arbeitete, konnten die Abstandsregeln zu den Corona-Hygienevorschriften bestens eingehalten werden.
Der besorgniserregende Rückgang der Vielfalt und der Häufigkeit von Insekten hatte die Schülerinnen der Schulwald-AG bereits im Frühjahr auf die Idee gebracht, spezielle Gehölze in der Nähe ihrer Schulwaldfläche anzupflanzen, die für die Entwicklung bestimmter Schmetterlingsarten lebensnotwendig sind. So wie erwachsene Falter ein reiches Angebot an Nektarpflanzen benötigen, so brauchen die Raupen der Schmetterlinge für ihre Entwicklung spezielle Futterpflanzen.
Die Raupe des Zitronenfalters beispielsweise ernährt sich ausschließlich von den Blättern des Faulbaumes und des Echten Kreuzdorns. Deshalb wurden im Frühjahr 30 Faulbäume (Rhamnus frangula) und 10 Kreuzdorn-Pflanzen (Rhamnus cathartica) als Containerpflanzen bestellt, um sie Anfang April im Feisternachttal zu pflanzen. Dann kam die Schulschließung wegen der Corona-Pandemie und ein Treffen der Schulwald-AG war nicht mehr möglich. Nachdem die Gehölze auch den Sommer über aufgrund von Hitze und Bodentrockenheit nicht gepflanzt werden konnten, wurde die Zeit nach dem Laubfall abgewartet. Bis zum Novemberpflanztermin wurden die Raupenfutterpflanzen bei der AG-Leiterin im Garten versorgt. Bei guter Bodenfeuchte und bestem sonnigen Spätherbstwetter konnte nun endlich am vergangenen Samstag die Pflanzaktion stattfinden.
Bei einer Waldbegehung mit Revierförster Achim Kern waren im Frühjahr bereits geeignete Pflanzstellen gemeinsam ausgesucht worden. Vor der Pflanzung wurden die Stellen von der AG-Leitung per GPS markiert. Jede Pflanze erhielt zusätzlich noch einen Pflanzstab, der von den Schülerinnen zuvor mit roter Farbe markiert wurde, damit die Gehölze in den ersten Jahren zwischen aufkommendem Brombeerbewuchs, Goldrute und anderem Wildwuchs wieder gefunden werden können. Dies stellt sicher, dass die Schülerinnen die Pflanzen künftig beobachten und auf das Vorhandensein von Raupen untersuchen können.
Der Faulbaum dient neben dem Zitronenfalter auch dem Faulbaum-Bläuling, dem Baumweißling und einigen Nachtfaltern als Raupenfutterpflanze. Der Echte Kreuzdorn wird auch von den Raupen des seltenen Kreuzdornzipfelfalters gefressen.
Die Schmetterlingsgehölze wurden finanziert von einer großzügigen Geldspende der Evangelischen Kirchengemeinde, die anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation die Kollekte ihres ökumenischen Gottesdienstes der Schulwald-AG seinerzeit gespendet hatte. Pflanzstäbe u.a. Kosten finanziert die AG von ihrem Preisgeld, dass sie für die Auszeichnung mit dem Umweltpreises des Bistums Trier 2017 erhalten hatte.
Allen Helferinnen und Helfern und auch den Geldspenderinnen und Spendern an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön für die Unterstützung. Die Zitronenfalter werden hoffentlich in den nächsten Jahren viele Bürgerinnen und Bürger im Feisternachttal als erste Frühlingsboten und auch später im Jahr sehr erfreuen.
