Allgemeine Berichte | 18.09.2017

Die „Motorradfreunde Königshof“ laden zu Charity-Veranstaltung in Kirchwald ein

„Assistenzhund“ Meggy soll Dennis ein neues Lebensgefühl schenken

Der Motorradclub „Motorradfreunde Königshof“ hofft auf breite Unterstützung.

Kirchwald/Region. Am kommenden Sonntag lohnt sich der Weg nach Kirchwald in vielfacher Hinsicht: Vordergründig lädt der Motorradclub „Motorradfreunde Königshof“ zum Sommerfest auf dem Kirchwalder Sportplatz ein. Es wird Mitfahrgelegenheiten auf Trikes, Quads und heißen Bikes geben, es gibt eine Auswahl an Getränken und Leckeres vom Grill. Ein Glücksrad für Groß und Klein ist vor Ort; exklusiv erwartet die kleinen Besucher eine Hüpfburg.

Wenn Motorradliebhaber feiern, dann niemals ohne Musik, versteht sich; zahlreiche Infostände sind ebenfalls vor Ort. Nun ist aber die Frage berechtigt: Warum feiert der Club ausgerechnet in Kirchwald und damit wären wir bei einer ganz besonderen Geschichte:

Die Kirchwalderin Kathi Hilger engagiert sich schon seit vielen Jahren für Obdachlose – und das deutschlandweit. Regelmäßig sammelt sie Kleider und Spenden und schickt sie an Menschen und Organisationen, die die Sachen aktuell am dringendsten brauchen. Durch ihr Engagement lernte sie schon eine Menge Gleichgesinnte kennen; Menschen, die sich wie sie für Schwächere und Benachteiligte einsetzen. Dem Schicksal sei Dank, lernte sie vor einiger Zeit auf diesem Weg auch Matthias Tenhumberg, den Vorsitzenden der „Motorradfreunde Königshof“ kennen und erfuhr, dass sich die Biker ebenfalls und permanent für die gute Sache engagieren: Wo immer ein Mensch in Not ist und Hilfe gebraucht wird, sind die „harten Jungs“ dabei, organisieren Benefiz-Veranstaltungen und packen gleich selbst mit an; egal ob es um ein Hospiz, um Obdachlose oder ganz individuelle Schicksale geht.

Aktuell macht sich der Club, dem inzwischen auch Kathi Hilger angehört, für einen dreizehnjährigen Jungen namens Dennis stark, der als kleines Kind schon durch die Hölle gehen musste: Vom Vater körperlich und seelisch schwerst misshandelt und gequält, leidet er heute unter der sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung. Die äußert sich auf vielfältige Art und Weise und wird den Jungen, nach derzeitigem Wissensstand, ein Leben lang stark beeinträchtigen. Insbesondere in Schrecksituationen erleidet Dennis häufig einen sogenannten Trigger-Anfall. „Dabei versteift sich sein ganzer Körper und wenn ihm niemand rechtzeitig zu Hilfe eilt, kann es passieren, dass er umfällt, wie ein Brett“, weiß Matthias Tenhumberg.

In Gegenwart von Männern hat der Junge aus Nordrhein-Westfalen besonders große Probleme. „Als ich Dennis kennenlernte, saß er eine gefühlte Ewigkeit völlig regungslos da, man konnte nicht einmal sehen, dass er atmet - er zwinkerte nicht einmal mit den Augen“, erinnert sich Tenhumberg noch genau an die erste Begegnung. Inzwischen gehören er und ein paar andere Menschen aus dem Umfeld des Jungen zu den Personen, die gerufen werden, wenn Dennis beispielsweise in der Schule einen Anfall erleidet. Nur ihm sehr vertraute Menschen können dem Dreizehnjährigen dann dabei helfen, sich wieder zu fangen und zu entkrampfen.

Nun soll der Dreizehnjährige einen ausgebildeten Assistenzhund bekommen. Dank ihres ausgeprägten Feingefühls sind Hunde ganz besonders in der Lage, sich auf Menschen wie Dennis einzustellen, deren Zustand zu erfassen und mit der „hundetypischen“ Herzenswärme und Zugewandtheit Ängste und Stress zu lindern. Assistenzhunde unterstützen und beschützen ihre Menschen, sie können Flashbacks, Dissoziationen, selbstschädigendes Verhalten und Panikattacken unterbrechen. Diese Hunde können ihre Besitzer führen und, wenn es sein muss, Hilfe holen. Sie sind in der Lage, traumatisierte Menschen, die häufig unter Albträumen leiden, zu wecken und das Licht an- und auszuschalten; sie geben Menschen, wie dem dreizehnjährigen Dennis Sicherheit und daneben eine große Portion Liebe.

Teure Ausbildung

Die Ausbildung eines Assistenzhundes ist allerdings sehr teuer - zwischen 25.000 und 30.000 Euro müsste auch Dennis` Mutter aufbringen, um ihrem Sohn diese wertvolle Unterstützung zukommen zu lassen. „Das ist nicht zu stemmen“, weiß Matthias Tenhumbold. Kurzerhand haben er und seine Mitstreiter die Patenschaft für das Projekt „Assistenzhund“ übernommen - seitdem wird fleißig gesammelt.

Durch den Kontakt mit Kathi Hilger entstand die Idee, doch auch in Kirchwald ein solches „Charity - Fest“ zu veranstalten und Spenden zu sammeln, die zu gleichen Teilen dem Projekt „Assistenzhund für Dennis“ und der Lebenshilfe Mayen zukommen werden „Uns ist es immer ein Anliegen, auch dort zu spenden, wo wir ein Fest veranstalten“, sagt der Motorrad-Club Chef und hofft, dass viele Menschen am kommenden Samstag, 23. September ab 10 Uhr den Weg auf den Sportplatz nach Kirchwald finden.

Die Gäste können mit ihrem Besuch an diesem Tag also viel Gutes tun.

Assistenzhund Meggy wird derzeit ausgebildet. Nun hoffen alle,dass Dennis bald durch Meggy wieder mehr Vertrauen zu denMenschen aufbauen kann und seine Anfälle weniger werden. Privat

Assistenzhund Meggy wird derzeit ausgebildet. Nun hoffen alle, dass Dennis bald durch Meggy wieder mehr Vertrauen zu den Menschen aufbauen kann und seine Anfälle weniger werden. Fotos: Privat

Der Motorradclub „Motorradfreunde Königshof“ hofft auf breite Unterstützung.

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  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
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