Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz - Projekttage
„Asyl in Deutschland - ausgegrenzt oder willkommen?“
Mayen. Die Frage „Wie ergeht es Flüchtlingen in Deutschland?“ haben 19 Studierende des Fachstudiums II im Rahmen der Projekttage der Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz (HöV) für sich beantworten können.
Den ersten Projekttag nutzten die Studentinnen und Studenten, um die rechtlichen Grundlagen der Thematik für sich zu erarbeiten. Neben dem Ablauf eines Asylverfahrens wurden die verschiedenen Schutzformen Asylberechtigung, Flüchtlingseigenschaft, subsidiärer Schutz und Abschiebungshindernis vorgestellt. Welche finanziellen Leistungen werden Flüchtlingen gewährt und wie verhält es sich mit der medizinischen Versorgung? Welche Bleibeperspektiven gibt es? Wer erhält Zugang zum Arbeitsmarkt und wem ist der Familiennachzug gestattet? Welche Möglichkeiten und Chancen bietet das jüngst in Kraft getretene Integrationsgesetz den Menschen, die dauerhaft in Deutschland bleiben können? Diese und andere Fragen führten zu spannenden Diskussionen.
„Realitätscheck“
Der zweite Projekttag stand dann unter dem Motto „Realitätscheck“. Erste Anlaufstelle für die Studierenden war die Stadtverwaltung Koblenz. Hier stellten engagierte Mitarbeiter/innen der Ausländerbehörde, der Asylabteilung und der Integrationsstelle ihre Arbeit vor. Beeindruckt durfte festgestellt werden, dass es die Verwaltung sehr kurzfristig verstanden hat, auf veränderte Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen zu reagieren. Eine nicht mehr zeitgemäße Verwaltungsorganisation musste Service-Point, Front- und Backoffice weichen. Sprachproblemen begegnet man mit Digitalübersetzern. Innovation und Behörde sind also kein Gegensatz. Anschließend ging es ins Jugend- und Kulturzentrum der Stadt Lahnstein. Das JuKZ ist Haus der Generationen und wird auch gerne von Flüchtlingen als Begegnungsstätte genutzt. Den Nachmittag verbrachten die Studierenden dann im Gespräch mit einer Iranerin, die nach ihrem Architekturstudium ihre Heimat verlassen musste, einem ehemaligen Polizisten, der vor der Taliban floh und zwei jungen Afghanen, etwa im Alter der Studierenden. Begleitet wurde das Projekt von Frau Dipl.-Sozialpädagogin (FH) Nasstaran Houshmand als Übersetzerin der persischen und der deutschen Sprache. Die Projektleitung hatte Jürgen Maximini, Dozent für Recht der Sozialen Sicherung an der HöV Rheinland-Pfalz.
