Allgemeine Berichte | 10.03.2016

Buch über „Antike Tuffbergwerke am Laacher See-Vulkan“ wurde vorgestellt

Auch private Kellerräume in der Pellenz verweisen auf die Antike

Prof. Dr. Falko Daim (vorne, 2. von links) und Landrat Dr. Alexander Saftig (rechts) unterstrichen ihre Begeisterung über die Entwicklung des Vulkanparks. Links neben dem Landrat, der Autor des Buches, Dr. Holger Schaaff.MKA

Plaidt. Mit seiner monografischen Dokumentation „Antike Tuffbergwerke am Laacher See-Vulkan“ konnte der Archäologe Dr. Holger Schaaff jetzt der Öffentlichkeit einen „Meilenstein“ in der Erforschung der Bausteinindustrie in Mitteleuropa präsentieren. Sein Buch stellte er in der vergangenen Woche im Vulkanpark Infozentrum vor. Dort berichtete der Wissenschaftler und Autor rund 60 zum Teil geladenen Gästen über seine sechsjährige themenbezogene Forschungsarbeit im Vulkanpark.

Ein Unternehmer brachte den Stein ins Rollen

Dort, wo man heute die antike Technikwelt im Römerbergwerk Meurin bestaunen kann, hatte vor fast 150 Jahren alles begonnen. Der Industrielle Jakob Meurer, Gründer der gleichnamigen Trasswerke, meldete 1869 die Sensation: Römisches Tuffbergwerk im Tal des „Krufter Baches“ entdeckt! Noch im selben Jahr stellte der Archäologe Johannes Freudenberg das Bergwerk als „alte Werkstadt für Todtensärge“ der Wissenschaft vor. Doch dieser spektakuläre Zeitzeuge antiker Produktivität sollte nicht der Einzige bleiben. Durch Studien des Historikers Josef Röder stieg die Zahl der Fundstätten in der Pellenz 100 Jahre später auf 13 und neuzeitliche Vulkanpark-Forschungen haben diese Zahl inzwischen weiter erhöht. Allein im Umkreis von Kruft, Kretz, Nickenich und Plaidt sind jetzt 59 antike Bergwerke bekannt. Im Brohltal gibt es außerdem etwa 10 Abbaustellen.

Wissenschaft und Kommunalpolitik - eine fruchtbare Verbindung

In seinem Grußwort zur Buchvorstellung unterstrich Landrat Dr. Alexander Saftig das Einmalige, das die Vulkanpark GmbH seit 1996 in Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) geschaffen habe: „Der Vulkanpark ist ein Juwel unserer Region und der Beweis, Wissenschaft und Kommunalpolitik sind durchaus in der Lage, Hand in Hand an einer gemeinsamen Sache zu arbeiten.“ Auch der Generaldirektor des RGZM Mainz, Prof. Dr. Falko Daim, schwärmte von der „Spielwiese für Forscher“: „Der Vulkanpark ist das Ideal-Beispiel, wie man eine Landschaft, die von Menschen genutzt und geformt worden ist, auch nutzen kann für Erkenntnisse, wie der arbeitende Mensch funktioniert und auch eine Fehlentwicklung immer wieder korrigiert.“ Daim würdigte die in 2015 im Außenbereich des Römbergwerks Meurin erfolgte Ergänzung um die „Antike Technikwelt“.

Dr. Holger Schaaff, Leiter des Kompetenzbereiches Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte des RGZM in Mainz und Mayen betreibt seit 1996 umfassende Prospektionen, Ausgrabungen und Studien an und in antiken Bergwerken der Laacher-See-Region. Seine begeisterte Darstellung der historischen Erkenntnisse und Belege, die er u.a. auch in privaten Kellerräumen fand, ließ die Zuhörer etwas von der Faszination der Archäologie nachempfinden. Sein spannend geschriebenes und reich bebildertes Buch „Antike Tuffbergwerke am Laacher See-Vulkan“ ist nun im Handel erhältlich.

Der Archäologe Dr. Holger Schaaff faszinierte die Zuhörer mit der Darstellung seiner Funde und Erkenntnisse aus dem sechsjährigen Forschungsprojekt.

Der Archäologe Dr. Holger Schaaff faszinierte die Zuhörer mit der Darstellung seiner Funde und Erkenntnisse aus dem sechsjährigen Forschungsprojekt.

Prof. Dr. Falko Daim (vorne, 2. von links) und Landrat Dr. Alexander Saftig (rechts) unterstrichen ihre Begeisterung über die Entwicklung des Vulkanparks. Links neben dem Landrat, der Autor des Buches, Dr. Holger Schaaff.Fotos: MKA

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