Allgemeine Berichte | 12.12.2025

Landkreise Neuwied und Altenkirchen planen gegenseitige Notversorgung

Auf dem Weg zu mehr Wasserversorgungssicherheit

Von links: SWN-Prokurist Thomas Endres, SWN-Geschäftsführer Stefan Herschbach, der Verbandsvorsteher des WKA Berno Neuhoff, der Landrat des Kreises Neuwied Achim Hallerbach, der Geschäftsführer der Stadtwerke Wissen Dirk Baier sowie der Technische Prokurist der Stadtwerke Wissen GmbH Manuel Kaiser trafen sich am Willrother Hochbehälter zu einem Informationsaustausch.  Foto: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied.

Kreis Neuwied. Wenn in Zukunft irgendwo im Kreisgebiet eine Wasserquelle ausfällt oder eine technische Störung auftritt, soll das kostbare Nass trotzdem weiter aus dem Wasser¬hahn fließen. Genau dieses Ziel verfolgen das Kreiswasserwerk Neuwied (KWW) und der Zweckverband Wasserversorgung Kreis Altenkirchen (WKA). Die beiden Nachbarversor¬ger arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Millionenprojekt, das die Trinkwasserversorgung in der gesamten Region deutlich krisenfester machen soll.

Bereits heute sind die beiden Netze über eine Leitung zwischen dem Hochbehälter Willroth (KWW) und dem Hochbehälter Grube Georg (WKA) verbunden. Aufgrund technischer Begren¬zungen können bislang jedoch nur eingeschränkte Wassermengen transportiert werden. Künf¬tig soll es möglich sein, ge¬genseitig bis zu 1,75 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr (4.000 m³ / Tag) im Notfall bereitzustel¬len. Die ständige und bereits heute mögliche Lieferung durch den WKA soll 300.000 Kubikmeter Wasser im Jahr betragen.

„Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass die Versorgung immer selbstverständlich funktioniert. Mit diesem Projekt erhöhen wir die Si-cherheit für alle Bürgerinnen und Bürger erheblich“, betont Landrat Achim Hallerbach. „Ge-meinsam mit dem Zweckverband WKA schaffen wir ein redundantes System, das auch in Ausnahmesituationen zuverlässig bleibt.“

Herzstück der im KWW-Netz geplanten Maßnahmen ist der Ausbau der Transportleitung zwi-schen dem Kurtscheider Stock und der Tankstelle in Gierend. Die bisherige DN 300-Lei¬tung mit 30 Zentimeter Durchmesser stößt bei höheren Durchflussmengen an ihre Grenzen und soll daher durch eine größere DN 400-Leitung (40 cm Durchmesser) ersetzt werden. Allein dieser Abschnitt ist rund 5,4 Kilo¬meter lang. Die Bauarbeiten bedeuten zwar einen erheblichen Aufwand, sorgen jedoch künftig für eine deutlich bessere Leistungsfähigkeit der Leitung. Konkret bedeutet dies, dass je nach Betriebsbedingungen, theoretisch rund 78 Prozent mehr Durchfluss ermöglicht wird als mit der bisherigen Leitung.

Darüber hinaus werden die Pumpwerke Block, Melsbach und Rengsdorf technisch aufgerüs-tet.

Leistungsstärkere Pumpen sollen gewährleisten, dass das Trinkwasser aus dem Engerser Feld künftig in ausreichender Menge bis nach Willroth gefördert werden kann. Ergänzt wird zudem eine Notstromversorgung für alle zentralen Pumpwerke, damit auch bei einem Strom-ausfall die Versorgung stabil bleibt.

„Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die interkommunale Zusammenarbeit. Wir schaffen hier eine Versorgungspartnerschaft, von der alle profitieren – im Alltag, aber vor allem in Kri¬sensi-tuationen“, erklärt Berno Neuhoff, Verbandsvorsteher des WKA. „Dass sich beide Sei¬ten aktiv einbringen und gemeinsam investieren, ist ein starkes Zeichen für Verantwortung und Weit-sicht.“

Die Gesamtkosten für die Maßnahmen im Bereich des KWW liegen bei rund 8,25 Millionen Euro. Für das Verbandsgebiet des WKA laufen die Kostenermittlungen noch – insbesondere stehen finale hydraulische Berechnungen aus. Jeder Partner finanziert die Maßnahmen in sei¬nem Zuständigkeitsbereich selbst. Gleichzeitig besteht Aussicht auf eine Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz, das das Vorhaben positiv bewertet und die überregionale Zusammen¬arbeit ausdrücklich unterstützt.

Der Werkausschuss des Kreiswasserwerks Neuwied wurde im September umfassend über den Planungsstand informiert. Jetzt beginnen die konkrete Ausarbeitung und Vorbereitung der Umsetzung.

Auch der Werkausschuss des Zweckverbandes Wasserversorgung Kreis Altenkirchen hat in seiner letzten Sitzung grü¬nes Licht für weitere Verhandlungen gegeben. Verbandsvorsteher Neuhoff ist optimis¬tisch, dass die Verhandlungen zielgerichtet zu dem von beiden Seiten gewünschten Ergeb¬nis führen werden. Bis zur Inbetriebnahme des interkommunalen Verbundes wird noch ei¬nige Zeit ver¬gehen. Die Planungen sollen im nächsten Jahr beginnen.

„Wir sind auf dem Weg – und zwar entschlossen“, fasst Landrat Achim Hallerbach zusam-men. „Die Menschen im Landkreis sollen sich darauf verlassen können, dass wir alles tun, um ihre Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern.“

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

Von links: SWN-Prokurist Thomas Endres, SWN-Geschäftsführer Stefan Herschbach, der Verbandsvorsteher des WKA Berno Neuhoff, der Landrat des Kreises Neuwied Achim Hallerbach, der Geschäftsführer der Stadtwerke Wissen Dirk Baier sowie der Technische Prokurist der Stadtwerke Wissen GmbH Manuel Kaiser trafen sich am Willrother Hochbehälter zu einem Informationsaustausch. Foto: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Vali: Woher willst du denn wissen, wie alt der oder die Täter war(en)? Weißt du mehr als die Polizei?
  • Bea: Es wird immer schlimmer, die Täter immer jünger. Was für eine Erziehung hatten die Jugendlichen?

Ausflug zum Albertinum nach Mendig

  • Herbert und Hannelore Theiler!: Wir hatten alle einen schönen Tag im Albertinum geselliges beisammen sein! Das Museum war sehr interessant mit der Vielfalt an Steinen Sammlungen! Das Essen und die Getränke waren genug vorhanden! Auch der Kaffee und Kuchen haben allen geschmeckt!

WiderSPRUCH: Das neue Kleid von Sankt Laurentius

  • Anna-Maria Smits : Sehr geehrter Herr Pacyna-Heinen , Was ist der Sinn dieser verspäteten Kritik? Wissen Sie wieviel Arbeit es ist, eine Kirche zu restaurieren? Unsere Martin-Luther-Kirche ist von der Wiedereröffnung noch weit entfernt.
Anzeige Andernach Mitte Card
Stellenanzeige Erzieherinnen
Karnevalssamstag
Titelanzeige
Stellenanzeige Reinigungskarft
Stellenanzeige Koordinatorin
Wahlwerbung Thomas Meyer
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel

Vier Personen wurden bei dem Unfall auf der Lahnstraße verletzt

02.02.: PKW-Fahrer gerät aus der Kurve und kollidiert mit dem Gegenverkehr

Bad Ems. Am 2. Februar um etwa 15:40 Uhr ereignete sich in der Lahnstraße in Bad Ems ein Verkehrsunfall im Begegnungsverkehr. Ein Fahrer, der aus Dausenau kommend die B260 in Richtung Lahnstein befuhr, geriet in einer Rechtskurve aus bisher unbekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn. Dabei stieß er mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen zusammen.

Weiterlesen

Tischtennis-Verbandsmeisterschaften der Herren-A-Klasse in Mülheim-Kärlich

Fabian Berens überraschend Zweiter im Doppel

Adenau. Vor Kurzem startete der Adenauer Tischtennis-Spitzenspieler Fabian Berens bei den Verbandsmeisterschaften der Herren-A-Klasse in Mülheim-Kärlich.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Pellets
Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
GO Azubi Messe
Go meets BBS Andernach
Anzeige Messe Go
exam. Pflegefachkräfte (w/m/d)
3+1 Aktion
MA Hauswirtschaft Küche
Imagewerbung
Angebotsanzeige (Januar)
Stellenanzeige Zahntechniker
Karneval in Bad Bodendorf
Karneval in Bad Bodendorf
Lossprechungsfeier der KFZ Innung Ahrweiler