Männer treffen sich im Wald statt im Stuhlkreis
Auf dem Weg durch die Trauer
Koblenz. Drei Pfarrer aus dem Kirchenkreis Koblenz laden trauernde Männer in der Region, die Lust auf Bewegung, Begegnung und Gespräch in einer ungezwungenen Atmosphäre haben, zu einer für alle offenen Frühjahrswanderung ein. Los geht es am Samstag, 14. Mai um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz Oberwerth vor der CGM Arena. Die Wanderstrecke führt durch den Koblenzer Stadtwald und ist ca. zehn Kilometer lang – der Startpunkt wird als Ziel spätestens gegen 15.30 Uhr wieder erreicht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Proviant und Getränke für eine Rast unterwegs sollten mitgebracht werden. Weitere Informationen bei Pfarrer Stursberg unter Tel. (02 61) 7 56 05.
Bernd Bazin, Bernd Kehren und Peter Stursberg haben die Route gemeinsam mit Georg Humborg geplant, der als Studiendirektor den Fachbereich Bauberufe an der Carl-Benz-Schule leitet. Unterwegs wird es von ihm fachkundige Informationen über die Geologie am Mittelrhein geben sowie viele Gelegenheiten für andere interessante Beobachtungen entlang des Weges. Die Idee zu diesem Projekt kam den Pfarrern, die in ganz unterschiedlichen Bereichen arbeiten, durch eine gemeinsame Beobachtung:
„Viele Männer tun sich schwer damit, die eigene Trauer zuzulassen,“ sagt Pfarrer Stursberg. „Noch schwerer fällt es ihnen, mit anderen darüber zu sprechen. Nur wenige Männer finden den Weg in eine Gruppe, in der sich Betroffene über ihre Lage austauschen und sich auf diese Weise gegenseitig stabilisieren.“ So entstand der gemeinsame Plan, auch denen eine Gelegenheit zu Gespräch und Begegnung zu bieten, die eher nicht den Weg in einen Stuhlkreis wählen würden.
„Für drei Stationen auf dem Weg haben wir kurze thematische Impulse vorbereitet, die wir als Anregung zu Gespräch und Perspektivwechsel anbieten,“ fasst Pfarrer Bazin die Planungsarbeiten zusammen. Pfarrkollege Kehren ergänzt: „Es wird auch Momente geben, in denen wir schweigen. Wir freuen uns jedenfalls auf jeden, der sich aufmacht und mit uns wandert.“
