Allgemeine Berichte | 13.09.2022

Tagesausflug des Eifelvereins Sinzig nach Xanten mit Dr. Richard Volk

Auf den Spuren St. Viktors und der Römer am Niederrhein

Die Gruppe des Eifelvereins Sinzig vor dem Xantener Dom.  Foto: privat

Sinzig.Der hochwillkommene Regen, der sich am 10. September nach langen Monaten der Trockenheit über das Rheinland ergoss, begleitete, aber beeinträchtigte in keiner Weise, einen Tagesausflug des Eifelvereins Sinzig nach Xanten am Niederrhein. Am Vormittag ging es um die Erkundung der Überbleibsel einer außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer Xantens gelegenen römischen Stadt namens COLONIA ULPIA TRAIANA, so genannt, weil ihr der römische Kaiser Marcus Ulpius Traianus um das Jahr 100 unserer Zeitrechnung das römische Stadtrecht verliehen hatte. Mit 73 ha Fläche und 10.000 Einwohnern war sie nach Trier und Köln die drittgrößte römische Stadt nördlich der Alpen. Das besondere an ihr war, dass sie, im Gegensatz zu vielen anderen antiken Stätten, später niemals überbaut wurde, so dass im Boden noch überall die Fundamente der originalen römischen Bebauung zu finden sind. An einzelnen Stellen sind diese nicht nur ausgegraben und zugänglich gemacht, sondern die Gebäude zum Teil auch rekonstruiert worden, wie beispielsweise die Thermen, ein Stadttor, der Hafentempel und das Amphitheater.

Der Höhepunkt des Nachmittags war eine Führung durch die ehemalige Stiftskirche St. Viktor im Herzen des mittelalterlichen Xantens, die wegen ihrer Größe und reichen Ausstattung allgemein als Dom bezeichnet wird, obwohl sie nie Bischofskirche war. Über einem spätantiken Gräberfeld wurde dort im 4. Jahrhundert eine erste Gedenkkapelle zu Ehren des Heiligen Viktor errichtet, eines wegen seines christlichen Glaubens hingerichteten römischen Legionärs, aus der sich dann im Laufe der Jahrhunderte die heutige Kirche entwickelte. Nach schweren, im 2. Weltkrieg erlittenen Schäden, präsentiert sie sich heute wieder im alten Glanz und als ein bedeutendes Kulturdenkmal im Stile der Spätgotik, mit Ausnahme der Westfassade mit den Doppeltürmen, die noch im romanischen Stil errichtet wurde, und von daher auch in ihrem unteren Teil einige Parallelen zur Kirchplatzfassade von St. Peter in Sinzig aufzuweisen hat. Deshalb war es auch das Westportal des Xantener Doms, vor dem sich die Teilnehmer der Fahrt zum obligaten Gruppenbild versammelten – am Ende einer Exkursion, die viele neuen Eindrücke und Erkenntnisse gebracht hatte.

Pressemitteilung

Eifelverein Sinzig

Die Gruppe des Eifelvereins Sinzig vor dem Xantener Dom. Foto: privat

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