Allgemeine Berichte | 04.04.2025

Auf den Spuren ihrer jüdischen Vorfahren

Jean Begue aus Tennesse/USA am Grab ihrer Großeltern Leopold und Julia Cahn, geb. Berger auf dem jüdischen Friedhof Niederzissen Foto:Johannes Decker

Niederzissen. Angeregt durch den Besuch ihres Sohnes Jason im vergangenen Jahr weilte jetzt Jean Begue aus den USA für mehrere Tage in Niederzissen. Begleitet wurde sie von ihrer Freundin Harriet Cooper, die sie dabei unterstütze, die Spuren Ihrer Mutter Gerta Cahn, weiterer Vorfahren und Verwandten zu finden. Diese Vorfahren lebten weitgehend in Oberzissen und hatten in der Synagoge Niederzissen ihren religiösen Mittelpunkt. Gut durch die Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins vorbereitet, teilten sich Brigitte und Dr. Johannes Decker, Brunhilde Stürmer, Gisela Reichrath, Richard Keuler und Dr. Gerhard Wagner die Begleitung von Frau Begue zu den Orten der Geschichte ihrer Familie.

Auftakt war der Besuch der ehem. Synagoge Niederzissen und des jüdischen Museums. Unter anderem zeigt sich Frau Begue erfreut über die in einer Vitrine ausgestellte Geldbörse ihrer in der Euthanasieanstalt Hadamar ermordeten Tante Johanna, über deren Schicksal sie viele, ihr dahin unbekannte Details erfuhr und der bestickten Schürze ihrer Mutter Julia.

Besonders für die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Niederzissener Realschule plus war die Begegnung mit ihr als Nachfahrin einer einst großen Jüdischen Familie aus Oberzissen von großem Interesse. Sie hatten in der ehem. Synagoge Gelegenheit, mit ihr als einer Zeitzeugin zu sprechen, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzten und von einer Lebensgeschichte zu erfahren, die weit über die Grenzen der Region hinausreicht.

Auf dem jüdischen Friedhof, am Grab der Großeltern Leopold und Julia Cahn geb. Berger, vereinbarte Frau Begue mit den sie begleitenden Vereinsmitgliedern, die ehemals dort angebrachte und etwa 1978 zersprungene Gedenktafel zum Andenken an die ermordete Tante Johanna zu erneuern, was gerne aufgegriffen wurde.

Natürlich durfte ein Besuch in Oberzissen nicht fehlen. Gegenüber der Stelle, wo in der Brohltalstrasse das Elternhaus ihrer Mutter gestanden hat, begrüßten Ortsbürgermeister Christof Bürger und Heimatforscher Alfons Dietz die Gäste. In diesem Anwesen betrieb ihr Großvater Leopold eine Metzgerei und einmal im Jahr zum Pessachfest im großen Stil eine weithin bekannte Matzenbäckerei. In der alten Schule konnte Frau Begue den Klassenraum besichtigen, in dem ihre Mutter zur Schule gegangen ist. Dort befindet sich heute ein Teil des Oberzissener Heimatmuseums. Neben den familiären Aspekten in Nieder- und Oberzissen gab es auch ein umfangreiches touristisches Besuchsprogramms, um die Heimat und die Region kennenzulernen, in der ihre Familie einst lebte. So führten die Besuche in das Kloster Maria Laach, nach Köln mit Dom und Altstadt sowie nach Koblenz mit einer Seilbahnfahrt zur Festung Ehrenbreitstein. Tief beeindruckt von der Gastfreundschaft und der großen Unterstützung war der Besuch der Gedenkstätte Hadamar, in der Ihre Tante Johanna 1941 ermordet wurde, der emotionale Abschluss einer Reise in die Geschichte ihrer Familie mit vielen neuen Erkenntnissen

Jean Begue aus Tennesse/USA am Grab ihrer Großeltern Leopold und Julia Cahn, geb. Berger auf dem jüdischen Friedhof Niederzissen Foto:Johannes Decker

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