Allgemeine Berichte | 29.09.2017

5.000 Euro fehlen noch auf dem Weg zur Freiheit für Menschen mit Behinderung

Auf der Zielgeraden

Peter Butz bei der Arbeit. Archiv

Mayen. Es kann jeden Tag passieren: Ein Autounfall, ein Sturz, Herzinfarkt oder Schlaganfall – und nichts ist mehr, wie es vorher war. Man ist ganz plötzlich und dauerhaft auf Hilfe angewiesen. Was heute noch selbstverständlich ist – ins Café gehen, einkaufen, der Konzertbesuch - scheitert ab jetzt am zu hohen Bordstein, an der Treppe vorm Eingang – oder, weil man irgendwann doch auch mal zur Toilette muss. Inzwischen gibt es in öffentlichen Gebäuden zwar schon vielfach Behinderten – Toiletten, doch gerade bei Freiluftveranstaltungen, bei Open-Air-Konzerten, Märkten, Tagen der offenen Tür und vielen anderen Festivitäten, stellt die für Menschen mit Behinderung nicht vorhandene Möglichkeit, jederzeit das „stille Örtchen“ aufzusuchen ein großes Problem dar und ist meist Grund dafür, sicherheitshalber lieber Zuhause zu bleiben.

Mehr Freiheit für Menschen mit Behinderung

„Die Teilhabe ist nach wie vor ein großes Thema, denn sie ist noch immer nicht allumfassend für alle Menschen möglich und damit auch nicht selbstverständlich“, weiß der Mayener Peter Butz, „Menschen, die in irgendeiner Form eingeschränkt sind, finden heraus, was für sie möglich ist und was nicht und finden sich meist schweigend damit ab. Das ist ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft wie unsere.“ Butz ist Leiter der Kreisgruppe Mayen- Koblenz des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. und einer der ruhelosen Macher, einer der Lauten, wenn es um Missstände und um Benachteiligung von Schwächeren geht. („Blick aktuell“ berichtete). Menschen wie er sind so wichtig, denn sie erinnern ständig an die, für die eine Gesellschaft eigentlich ganz selbstverständlich und unaufgefordert zuallererst sorgen sollte. Dabei ist der 73-jährige selbst nicht mehr so fit und muss sich mit allerhand „Malessen“ herumschlagen, wie er sagt. Aber die Energie ist da und die weiß er zu nutzen: Noch immer kämpft er um die Anschaffung einer mobilen Behindertentoilette und befindet sich inzwischen auf der Zielgeraden. „Nur“ noch 5000 Euro fehlen, dann hat nicht nur der BSK eine solch tolle und vielfältig einsetzbare Einrichtung – die „MBT“ soll auch kreisweit an gemeinnützige Organisationen, Vereine, Ortschaften und Initiativen verliehen werden.

Um die Abwicklung will sich Butz persönlich kümmern, ebenso für die Instandhaltung und die Unterbringung der MBT in der Zeit, in der sie nicht im Einsatz ist.

Auf eigene Kosten und in nächtelanger Arbeit hat der rührige Rentner Info-Hefte erstellt, um sie anschließend an Firmen und einflussreiche Menschen in und um Mayen zu verteilen und Spenden zu organisieren. Dafür ist er mit seinem E-Scooter allerhand Kilometer gefahren, doch die Resonanz war eher „bescheiden“. Dabei finanziert die „Aktion Mensch“ den Großteil der Toilette, einen weiteren nennenswerten Beitrag hat die Organisation „Helfende Hände“ zugesagt, dazu sind feste Spendenzusagen von Wirtschaftsunternehmen und zahlreiche kleine Spenden von Privatpersonen eingegangen. „Doch die letzten 5000 Euro wollen einfach nicht „an Land“ kommen“, ist Peter Butz traurig. Eigentlich hätte er sich gewünscht, die Toilette mit integrierter Hebevorrichtung beschaffen zu können, „doch die hätte noch einmal rund 8000 Euro extra gekostet“, das sei derzeit wohl nicht realistisch, meint er. „Ich hoffe sehr, dass wir bald die letzten 5000 Euro zusammenbekommen und Menschen mit Behinderung ein großes Stück Teilhabe mehr ermöglichen können“, sagt Peter Butz. Vielleicht geschieht ja auch ein Wunder und es fällt noch Geld für die Hebeeinrichtung vom Himmel; die kann jederzeit nachgerüstet werden..

BSK-Kontaktstelle Mayen: Peter Butz, Habsburgring 88, 56727 Mayen, Tel.: 02651 4014193, E-Mail: butzpeter@outlook.com.

Spenden sind mehr als willkommen und können gerichtet werden an:

Spendenkonto

Spendenkonto des BSK für Mayen und Umgebung bei der Kreissparkasse Mayen: Stichwort „MBT“, IBAN: DE 955 765 00 1000 980 50 321, BIC: MALADE51MYN.

Das Handwaschbecken.

Das Handwaschbecken.

So sieht es im Inneren aus.

So sieht es im Inneren aus.

Mit einer Rampe geht es ganz leicht ins Innere.

Mit einer Rampe geht es ganz leicht ins Innere.

Peter Butz bei der Arbeit. Foto: Archiv

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