Werner Lutz las aus seinem Roman „Ameisen brennen nicht“ im Stiftsmuseum Karden
Aufregende Sommerferien in der Eifel
Treis-Karden. Gespannte Gesichter im Stiftsmuseum Karden: Werner Lutz, vielen als ehemaliger Stadtbürgermeister von Kaisersesch und als Pädagoge bekannt, las im Rahmen der achten Stiftslesung aus seinem Roman „Ameisen brennen nicht“. Rasch fand sich das vorwiegend ältere Publikum in alten Erinnerungen wieder, etwa als Werner Lutz von den Erziehungs- und vor allem Bestrafungsmethoden seiner Kindheit erzählte.
Der 70-jährige gebürtige Faider stammt aus der Bäckerfamilie Lutz und musste als eines von fünf Kindern häufig in der Backstube seines Vaters helfen. Fachbegriffe wie Mulde, Spelzen oder Hefeteig der „gehen“ muss, werden wie selbstverständlich in seinen spannenden Roman verwoben, der mehr als eine Biografie ist.
Die Hauptfigur Georg erlebt eine heile und behütete Welt in der Eifel. Die Bestrafung auf dem Salzsack, Leseübungen mit dem „Paulinus“, das frühe Aufstehen, um in der Backstube zu helfen und die lustigen Fahrübungen des Pastors mit dem Firmenwagen der Bäckerei Lutz spiegeln, gekonnt erzählt, die heile Welt der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder. Georg stromert in den Sommerferien mit seinen Freunden, darunter Ferienkind Regina aus der Stadt und der behinderte Arthur, täglich durch Feld und Flur seiner Eifelheimat, bis die muntere Truppe eines Tages zum riesigen Ameisenhaufen pilgert, um verbotenerweise zu rauchen. Dort zerbricht diese Idylle jäh, denn Regina, Arthur, Georg und seine Freunde entdecken im Ameisenhaufen eine Leiche.
Ehe die Polizei ihre Ermittlungen aufnehmen kann, wird nachts der Ameisenhaufen in Brand gesetzt. Das ganze Dorf erschrickt, denn alle ahnen, dass der Mörder unter ihnen ist. Die Geschichte gewinnt an Dramatik, als sich die Beobachtungen der Freunde als wichtige Täterhinweise entpuppen. Es kommt zur Durchsuchung eines Bauernhofs, die erfolglos bleibt und der Fall scheint nicht aufklärbar zu sein. Bis Wochen später auf einem frisch mit Gülle gedüngten Feld von Hunden ein eindeutiger Beweis gefunden wird. Bei der hektisch eingeleiteten Festnahme kann der Verdächtige fliehen, entgeht aber nicht seiner Strafe.
Nächste Stiftslesung am Freitag, 9. Juni um 19.30 Uhr
Die überwiegend älteren Zuhörer lauschten gespannt Werner Lutz, der aus seinem Erstlingswerk gut 90 Minuten vorlas. Ortsbürgermeister Philipp Thönnes und Jürgen Claßen bedankten sich bei dem Kaisersescher Bürger und wiesen darauf hin, dass die nächste Stiftslesung am Freitag, 9. Juni um 19.30 Uhr geplant ist. Dann wird Ulrike Platten-Wirtz aus ihrem Kriminalroman „Überm Abgrund“ vorlesen.
TT
Werner Lutz verarbeitet in seinem Roman „Ameisen brennen nicht“ Kindheitserinnerungen und auto-biografische Ereignisse.
