Der DRK-Ortsverein Linz zeichnete im „Alt Linz“ Mehrfach-Blutspender aus
Aufruf zu weiterem Blutspenden
Kurzurlaube nach Brückentagen im Mai könnten die Versorgungslage mit Blutkonserven beeinträchtigen
Linz. Verdiente Mehrfach-Blutspender hatten die beiden Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Linz, Dieter Korf und Josef Chevally, am Freitagabend in die Gaststätte „Alt Linz“ eingeladen, um ihnen für ihr selbstloses Engagement zu danken. Begrüßen konnten sie dort neben Bereitschaftsleiter Ralf Dickkopp und dem Blutspendeteam um Waltraud und Josef Schmaus den DRK-Kreisvorsitzenden, Klaus Dalpke, und den Blutspendereferenten, Benjamin Greschner. An der Ehrung nahmen auch Stadtbürgermeister Hans Georg Faust und Verbandsbürgermeister Hans Günter Fischer teil, stand doch immerhin die Auszeichnung von einem 100-maligen und zwei 125-maligen Blutspendern an.
Zuvor ging Benjamin Greschner jedoch auf die Bedeutung des Blutspendens genauer ein. „Allein der Blutspendedienst-West benötigt jeden Tag zwischen 3800 und 4000 Blutspenden, um die Versorgung der 22,5 Millionen Einwohner mit Blutprodukten zu gewährleisten, die in den zu seinem Gebiet zählenden Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland leben“, erklärte er. Immerhin würden 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben Blutspenden benötigen, an der Deckung des Bedarfs würden sich in Deutschland aber nur drei Prozent der Bevölkerung beteiligen. "Allein schon deshalb sind Blutspender ganz besondere Menschen, übernehmen sie doch mit ihrer Blutspende gesellschaftliches Engagement und Verantwortung für die Genesung ihrer Mitbürger", hob Benjamin Greschner hervor.
Endprodukte der Blutspenden seien neben dem Konzentrat von roten Blutkörperchen, das landläufig Blutkonserve genannt wird, noch das Blutplasma, eine zellfreie Flüssigkeit, die mehr als die Hälfte des gesamten Blutes darstellt und deren Aufgabe vor allem im Transport etwa von Sauerstoff und Hormonen besteht, sowie die sogenannten „Blutplättchen“. Diese Thrombozyten würden sowohl eine lebenswichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielen, als auch für das Immunsystem. Durch die sogenannte „Endozytose“ würden die zellulären Blutbestandteile schädliche Fremdstoffe im Blut aufnehmen und diese dann unschädlich machen.
„Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. Dabei stehen längst nicht mehr Operationen nach Verkehrsunfällen an erster Stelle“, so der Blutspendereferent. Vor allem Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren seien nur dank der modernen Transfusionsmedizin möglich. So wird statistisch gesehen das meiste Blut mit 19 Prozent inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Für die Behandlung von Herzkrankheiten werden mit 16 Prozent ebenso viel Blutprodukte benötigt wie für Magen- und Darmkrankheiten, während Sport-, Haushalts-, Berufs- und Verkehrsunfälle mit 12 Prozent auf Rang vier stehen.
„Wir haben dieses Jahr ein besonderes Problem. Angesichts der Tatsache, dass wegen des frühen Osterfestes die Feiertage von Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam alle drei in den Mai fallen, ist zu befürchten, dass wir in diesem Monat unseren Versorgungsauftrag mit Blutprodukten nicht erfüllen können“, warnte Benjamin Gerschner. Vor allem Anfang und Ende Mai könnten viele Bürger den Freitag nach den Donnerstags-Feiertagen als Brückentag für Kurzurlaube nutzen. „Deshalb möchte ich schon jetzt alle potenziellen Spender aufrufen, unsere Blutspendetermine, für Sie hier in Linz am Mittwoch 11. Mai, unbedingt wahrzunehmen“, bat er, bevor er mit Klaus Dalpke und Dieter Korf die Ehrungen vornahm.
Für zehnmaliges Blutspenden dankten sie Antje Ewert, Bettina Holzapfel, Marco Trapp, Ulrike Waldek und Jürgen Wiesmann. Ihre „Silber-Jubilare“ als Blutspender begingen Michael Bertram, Natascha und Christoph Birrenbach, Hans Jürgen Hörnig, Manfred Rüddel, Deborah Schäfer, Christian Schinowski, Silke Schneider, Andreas Schopp, Gudrun Stockhausen, Helge-Bertram Waldek, Johannes Westhofen und Monika Zimmermann. Bereits 75 Mal Blut beim DRK gespendet haben Petra Buchholz, Hedwig Hausen, Frank Jonen, Henryk-Lothar Schlottke, Elisabeth Weich und Guido Labonte.
Stars des Abends aber waren natürlich der Dattenberger Helmut Gombert, der schon 50 Liter seines Lebenssaftes unentgeltlich gespendet hat, sowie Klara Adams. Die Linzerin hat sich, wie auch der Linzer Frank Rudzinski, der an dem Abend jedoch verhindert war, bereits 125 Mal beim DRK unentgeltlich 500 Milliliter ihres Blutes abzapfen lassen, um mit ihrer Spende anderen Menschen zu helfen. DL
