Unkeler gründen Förderverein
Ausbau des Sportplatzes wird unterstützt
Zwei Fußball- und zwei Sportvereine ziehen unter Vorsitz von Erdal Essiz an einem Strang
Unkel. Ende 2015 hat der Stadtrat Unkel beschlossen, die Sportanlage an der Linzer Straße neu zu bauen. Den auf dem Platz trainierenden Vereinen wurde dabei aufgetragen, einen Eigenbeitrag in Höhe von 100.000 Euro zu den Gesamtbaukosten von rund 570.000 Euro beizutragen. Diese Herausforderung führte bei den vier Vereinen FC Unkel 80, SV Ataspor, SV Unkel und TuS Erpel zu der Überlegung, einen gemeinsamen Förderverein zu gründen, der sich unter aktiver Beteiligung der Vereine um die Akquirierung dieser Summe bemühen wird. Mitte voriger Woche nun hatten die vier Vorsitzenden, Dieter Wallek vom FC, Hüseyin Öksüz vom SV Ataspor, Andreas Bauch vom SV Unkel und Harald Willms vom TuS Erpel zusammen mit dem 1. Stadtbeigeordneten Wolfgang Plöger zur Gründungsversammlung des Fördervereins „Sport in Unkel“ in den Sitzungssaal des Unkeler Rathauses eingeladen.
Zweck des Vereins ist laut Paragraph 1 der Satzung „die ideelle und finanzielle Förderung von Anlagen und Angeboten im Bereich Sport in der Stadt Unkel.“ Nach den Förderrichtlinien geht es ihm vorrangig um „die Herstellung und den Erhalt der Sportanlage Linzer Straße“. Alle anderen Förderziele wie etwa der Kauf von Sportausrüstung und -geräten sowie finanzielle Unterstützung bei Wettkämpfen und Trainingslagern „sind als nachrangig zu betrachten und ausschließlich im Rahmen freier finanzieller Mitte zu bedienen“, wurden die Anwesenden informiert.
Nicht nur 28 sportbegeisterte Unkeler hatte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen im Sitzungssaal begrüßen können. Zur Gründungsversammlung nach Unkel gekommen war auch der Vorsitzende des Kreissportbundes Neuwied, Alfred Hofmann. „Heute ist ein historischer Tag. Die vier am Sportplatz beteiligten Vereine, die seit Jahren eine tolle Jugendarbeit leisten, wollen mit 100.000 Euro zu einer zukunftsgerichteten, modernen Sportanlage in der Stadt beitragen, was von unserer Kommune alleine nicht zu stemmen wäre“, so Gerhard Hausen. Nur wegen des Engagements der Sportvereine habe auch die Kommunalaufsicht, wenn auch mit Bedenken angesichts der alles anderen als rosigen Haushaltslage von Unkel, grünes Licht gegeben, den Sportplatz zukunftsweisend umzubauen.
Neu angelegt werden soll neben einem Kleinspielfeld, einer zweispurigen Rundlaufbahn, einer vierspurigen 100-Strecke, einer Weitsprunganlage und zwei Kugelstoßplätzen in Tenne-Belag ein neuer Fußballplatz. „Wir haben zwar beim Kreis den Antrag auf Fördermittel eingereicht, bei dem wir mit maximal 80.000 Euro für den Bau eines so genannten Hybrid-Fußballfeldes rechnen können, das von Mainz präferiert wird“, so der Stadtchef. Der Stadtrat favorisiere jedoch einen Kunstrasenplatz, der mit knapp 570.000 Euro nicht nur in der Erstellung rund 75.000 Euro weniger kosten würde. Auch hinsichtlich Instandhaltung und Pflege würde die Stadt pro Jahr locker 10.000 Euro weniger ausgeben müssen als bei der Hybrid-Anlage.
Bevor die Anwesenden unter Leitung von Gerhard Hausen die Vorstandswahlen in Angriff nehmen konnten, mussten sie zunächst ihre Beitrittserklärungen unterzeichnen. Anschließend wurde Erdal Essiz, Torwart und Kapitän der Ataspor-Fußballmannschaft, einstimmig zum Vorsitzenden des Fördervereins gewählt. „Ich danke Euch für Euer Vertrauen und bin sicher, dass die vier Vereine alles tun werden, damit wir unser gemeinsames Ziel in Angriff nehmen und mit Erfolg zu Ende führen können“, erklärte der frisch gekürte Vorsitzende. Unisoni sprachen sich die Mitglieder anschließend in Abwesenheit von Christian Böhr dafür aus, dass der Schatzmeister des FC und des SV Unkel die Geschäfte des neuen Vereins führen soll, über dessen Finanzen Wolfgang Plöger als Schatzmeister wacht. Unterstützt wird das Führungs-Trio von Dieter Wallek, Andreas Bauch und Hüseyin Öksüz sowie von einem noch nicht namentlich bestimmten Mitglied des TuS Erpel als Beisitzer.
Da der Unkeler Sportplatz beim Kreissportausschuss, so Alfred Hofmann, aktuell hinter dem Kunstrasenplatz von Engers auf Platz 2 der zu fördernden Projekte rangiert, ist mit einer Förderung vor 2017 nicht zu rechnen. Inwieweit man nach einer Förderzusage möglicherweise schon dieses Jahr die Arbeiten im Vorgriff durchführen kann, bleibt abzuwarten. Wünschenswert wäre ein baldiger Baubeginn allemal, hatte die Unfallkasse doch schon 2008 moniert, dass der Sportplatz den heutigen Ansprüchen in keiner Weise genüge. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Unser Antrag wird nur noch hinsichtlich der Hochwasserlage des Sportplatzes von der Wasserwirtschaft geprüft, aber ansonsten erfüllen wir alle Richtlinien wie etwa die jährliche Nutzung des Platzes an 1.800 Stunden“, erklärte Wolfgang Plöger, der noch einmal im Gespräch mit Blick aktuell auf die Vorteile eines Kunstrasenplatzes hinwies, nicht zuletzt bei Hochwasser. In diesem Fall würden die Bundes- und Umgehungsstraße wie ein Wall wirken, so dass es nicht zu einer Durchflutung des Platzes käme. „Das Rheinwasser würde vielmehr von Norden zurückfließen und sich auf dem Sportplatz ganz allmählich langsam aufstauen, so dass die Gefahr einer sogenannten ‚Teppich-Aufrollung‘ nicht gegeben sei“, hat uns der Planer erklärt“, erinnerte der Beigeordnete. Zu rechnen wäre lediglich mit einer Verschmutzung des Kunstrasens, dessen Reinigung mit maximal 7.000 Euro veranschlagt werden müsste. Ein Hybrid-Platz wäre nicht nur erheblich schwerer zu reinigen, bei ihm liefe man im Falle eines Hochwassers auch Gefahr, dass die Durchwurzelung des Naturrasens stark geschädigt würde. „Und letztendlich kann ein Kunstrasen während des Winters, so in unserer Regionen mal wieder Schnee fallen sollte, erheblich länger genutzt werden als ein Hybrid-Platz“, ergänzte Wolfgang Plöger.
Das dürfte nicht nur für die vier Vereine, sondern auch für die Unkeler Schulen von Interesse sein. „Die könnten doch auch zur Finanzierung etwa durch Sponsorenläufe oder Aktionen während der Schulfeste beitragen“, kam aus dem Plenum der Vorschlag. Zeit, die 100.000 Euro zusammenzubekommen, hat der Förderverein vier Jahre. Reichen werden dazu aber bei Weitem nicht die Beitragszahlungen von jährlich 24 Euro für eine einfache sowie von mindestens 100 Euro für eine Förder-Mitgliedschaft. Juristische Personen wie etwa die Stadt Unkel zahlen als Mitglied 150 Euro pro Jahr. Allerdings will sich der Kassierer auch nicht nur auf Sponsoren verlassen. Angedacht hat Wolfgang Plöger etwa kulturelle Veranstaltungen und eine Parzellen-Vermarktung, eine Haus-Sammlung und ein Sportplatz-Abschlussfest mit zwei Unkeler Bands wie etwa den 17-Inches der Trinitatisgemeinde oder „Chant-all“.
Auch vor den Toren bilden sich auf dem mit Steinen überzogenen Unkeler Sportplatz kleine Teiche.Fotos: DL
