Frauentreff Meckenheim e.V. in Bonn Beuel
Ausflug auf die Schäl Sick
Meckenheim. 15 Frauen begaben sich mit Stadtspaziergänger Rainer Selmann auf eine Erkundungsreise nach Bonn Beuel. Der Ort wurde 1139 als Buiela erwähnt, das bedeutet Anhöhe oder Hügel und weist darauf hin, dass das Dorf auf einem Hügel zwischen verlandeten Rheinarmen entstand. Und so weiß man, dass immer wieder Hochwasser auftreten kann. 1952 erhielt Beuel die Stadtrechte verliehen, 1969 wurde der Ort nach Bonn eingemeindet. Besonders bekannt ist Beuel wegen der Weiberfastnacht. Es gab im Ort 4o Wäschereien, in denen die Beueler Frauen Wäsche wuschen. Die Männer fuhren zum Karneval feiern nach Köln.
Das gefiel den Frauen nicht, und so beschlossen sie, am Donnerstag vor Rosenmontag selbst zu feiern, der Wieverfastelovend war erfunden. Das war 1824. Damals wurde das erste Damenkomitee gegründet. 1903 errichtete die Jüdische Gemeinde eine Synagoge in Beuel, die 1938 in der Reichspogromnacht zerstört wurde.
An der Stelle gibt es jetzt ein Mahnmal, das daran erinnert. Dann ging es zum Friedhof St. Josef, dem einzigen Pfarrfriedhof auf Bonner Gebiet. Dort werden nur Mitglieder der Gemeinde St. Josef begraben.
Als die angrenzende Straße gebaut wurde, wurde der Friedhof verkleinert. Einige Leichen wurden auf den Friedhof umgebettet, aber andere blieben unter der Straßendecke liegen, sodass man jetzt, wenn man die Straße entlanggeht, buchstäblich „über Leichen“ geht.
Das Combahnviertel gehörte früher nicht zu Beuel. Es wurde 1892 zu Bonn eingemeindet. Hier entstanden Wohnhäuser für besser Bemittelte, was man noch heute an den schmucken Häusern sehen kann. Der Name kommt von Comme oder Kumme, was Schüssel bedeutet – hier verlief ein Altrheinarm. Die Gegend war sumpfig. Wo die Combahnstraße auf die Rheinallee trifft, gibt es den Kiosk zum Hochwasser.
Dort am Rheinufer kam die Fähre von Bonn an, bevor es die Rheinbrücke gab.
Wenn die Leute von der Fähre kamen, entbrannte ein Kampf zwischen den Fuhrunternehmen, die die Fahrgäste zum Bahnhof bringen sollten. Die alte Rheinbrücke mit Brückenhäuschen auf beiden Uferseiten wurde 1898 eingeweiht.
Da die Beueler diese Brücke nicht an dem Standort haben wollten, beteiligten sie sich nicht an den Kosten. Im Zweiten Weltkrieg sprengten deutsche Soldaten auf dem Rückzug diese Brücke am 8. März 1945. Auf den alten Fundamenten wurde in nur einem Jahr 1948/49 die jetzige Kennedybrücke gebaut. Nach so vielen Informationen wurde der Ausflug mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken beendet.
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