Frauenfahrt der kfd Ohlenberg nach Soest
Ausflug in die „heimliche Hauptstadt Westfalens“
Kasbach-Ohlenberg. Soest ist eine lebens- und liebenswerte Stadt. Davon konnten sich die Frauen der kfd Ohlenberg und ihre – wie immer willkommenen – Gäste bei der Erkundung dieser alten Hansestadt überzeugen, die in diesem Jahr Ziel der Frauenfahrt war. Das Wetter war zwar etwas durchwachsen, aber die kurzen Schauer im Lauf des Tages wurden nach der langen Trocken- und Dürrezeit dieses Sommers eher als Segen „von oben“ empfunden. Die Stadtführung unter dem Motto „gemütlich unterwegs“, die gleich nach der Ankunft in Soest begann, führte durch die mittelalterlich geprägte Soester Altstadt mit ihren liebevoll restaurierten zahlreichen Fachwerkhäusern und den vielen engen Gassen, Winkeln und Wegen. Glanzpunkte des Rundgangs waren die Wiesenkirche und der St.-Patrokli-Dom.
Die Kirche „St. Maria zur Wiese“, im Volksmund auch einfach „Wiesenkirche“ genannt, zählt zu den schönsten spätgotischen (1313) Hallenkirchen Deutschlands. Faszinierend schön ist die „Westfälische Madonna“ am Südportal, eine nicht hoheitsvoll-distanzierte, sondern ihrem Kind lächelnd zugewandte Frau. Beim Betreten der Kirche fielen den Frauen als Erstes die riesigen Fensterbahnen des Chores mit herrlichen Glasmalereien auf. Berühmt, beliebt und originell ist aber vor allem das Glasfenster an der Nordwand, das „Westfälische Abendmahl“: Auf dem Tisch stehen nicht etwa Brot und Wein, sondern ein Schinken, ein Schweinskopf, westfälischer Pumpernickel, Schnaps und Bier, eben das, was zu einer echten westfälischen Bauernmahlzeit gehörte.
Von den sieben mittelalterlichen Kirchen der Stadt ist nur eine, der St.-Patrokli-Dom, eine katholische Kirche. Der aus Grünsandstein gemauerte romanische Dom gilt als Wahrzeichen der Stadt; er ist dem Stadtpatron, dem Hl. Patroklus, geweiht. Der Bau imponiert durch seine gewaltigen grünen Sandsteinmassen, vor allem aber durch den etwa 80 Meter hohen monumentalen Turm. Im 2. Weltkrieg wurde der Dom bei Bombenangriffen schwer getroffen und teilweise zerstört. Vieles wurde restauriert oder ganz neu gestaltet. Bei der Führung wurde besonders auf die neuen farbigen Fenster hingewiesen, die an hellen Tagen durch das bunte Farbenspiel, das von dem einfallenden Licht auf Boden und Bänke des Mittelschiffs projiziert wird, eine ganz besondere Atmosphäre erzeugen.
Der Rundgang endete am „Großen Teich“, der auch noch mit einer Besonderheit aufwartete: Am Rand des Teiches befindet sich eine treppenähnliche, gelbe Wippe. Diese Wippe ist einem mittelalterlichen Folterinstrument nachgebildet, mit dem Übeltäter und Bösewichte bestraft wurden. Heute ist es eine Ehre, in den Teich gewippt zu werden, denn es sind verdiente und prominente Soester Bürger, die alljährlich im Rahmen eines großen Spektakels für einen nicht ganz ernst zu nehmenden Fehltritt derart „bestraft“ werden.
Nach der Stadtführung hatten die Frauen Zeit zur freien Verfügung, bis am Nachmittag die Fahrt zum Möhnesee folgte. Eine Schiffahrt auf dem Möhnesee und ein abschließendes gemeinsames Abendessen in dem historischen Gasthaus „Aloisius“ rundeten den Tag ab.
Mit einem Reisesegen waren die Frauen am Morgen von Gemeindereferentin Ursula Monter verabschiedet worden. „Die bunten Farben der Freude im Grau des Alltags zu entdecken“, das war einer der guten Wünsche, die sie den Frauen mit auf den Weg gegeben hatte, Wünsche, die sich voll erfüllt haben, wie die zufriedenen Rückmeldungen der Frauen zeigten.
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