Gemeinde Swisttal kontrolliert Ausgleichsflächen
Ausgleichsflächen in Heimerzheim fertiggestellt
Heimerzheim. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es erforderlich, Eingriffe in den „Naturhaushalt“, die etwa durch die Schaffung von Baugebieten verursacht werden, auszugleichen. Daher wird im Zuge einer Bauleitplanung ein landschaftspflegerischer Fachbeitrag erstellt. Der landschaftspflegerische Fachbeitrag enthält Pflanzlisten und detaillierte Angaben zu den jeweiligen Vorgaben, die bei der Gestaltung einer Ausgleichsfläche zu berücksichtigen sind. Die Ergebnisse des landschaftspflegerischen Fachbeitrags werden im Umweltbericht der Bauleitplanung dargestellt. Die Intensität des Eingriffs in die Natur und der Umfang entsprechender Ausgleichsflächen werden anhand eines Punktesystems bilanziert.
Zu den Aufgaben von Anna Lena Müller, Fachbereich Gemeindeentwicklung, gehört es, die landschaftspflegerischen Fachbeiträge zu prüfen, die angemessene Bepflanzung und Pflege von Ausgleichsflächen zu kontrollieren und deren Bewirtschaftung zu organisieren.
Die Informationen über die Ausgleichsflächen leitet sie an den Rhein-Sieg-Kreis weiter, der die Angaben im Kompensationsflächenkataster erfasst. Anna Lena Müller hat in ihrem agrarwissenschaftlichen Studium den Schwerpunkt Naturschutz und Landschaftsökologie gewählt. Seit August 2016 ist die Diplom-Agraringenieurin bei der Gemeinde Swisttal tätig. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist, die Umsetzung und Einhaltung von naturschutz- und landschaftsschutzrechtlichen Bestimmungen bei der Gestaltung von Ausgleichsflächen zu gewährleisten. Neben der Koordination und Prüfung dieser Flächen kümmert sich Anna Lena Müller auch um die Unterhaltung, Pflege und Bewirtschaftung von Wildkräuteräckern, Waldparzellen und Streuobstwiesen.
Ein umfangreiches Projekt ist die Ausgleichsfläche in Heimerzheim, die an der Kölner Straße neben der neu errichteten Kindertagesstätte liegt und die nun fertiggestellt wurde. Im Januar 2018 wurden hier Sträucher wie Hasel, Weißdorn, Heckenrose und Holunder angepflanzt. Drei Obstbäume, eine Hauszwetschge, eine Mirabelle und ein Kirschbaum, wurden ebenfalls dort gepflanzt. Die Ausgleichsfläche erstreckt sich bis zur Swist, grenzt an ein südlich gelegenes Wohngebiet und ist insgesamt 13.200 Quadratmeter groß. Der neubepflanzte Bereich umfasst rund 1.400 Quadratmeter auf dieser Fläche. „Einmal im Jahr prüfe ich vor Ort die Entwicklung der Pflanzen und bei welchen Gehölzen ein Rückschnitt erforderlich ist, um die offenen Flächen der Ausgleichsfläche zu erhalten“, erklärt Anna Lena Müller.
2014 erfolgten bereits Pflanzungen auf einer circa 11.800 Quadratmeter großen Fläche. Baum- und Strauchhecken mit Ahorn, Hainbuche, Wildapfel, Schneeball, Heckenrose, Schlehe, Weißdorn, Hasel und Holunder wurden dort gepflanzt.
Die Ausgleichsflächen für die Neubaugebiete Hz 29 „Rücklage Euskirchener Straße“, Hz 30 „Im Kammerfeld“ und Hz 31 „An der Swist“ sind in den Bauleitplanungen festgesetzt. Die Ausgleichsfläche an der Kölner Straße ist nur ein Teilgebiet davon. Weitere Ausgleichsflächen wurden durch den Erftverband angelegt. Es handelt sich dabei um eine Fläche von circa 17.500 Quadratmeter mit Gehölzen und eine Fläche von circa 5.300 Quadratmeter Grünland, die nahe der B56 vor der Ortschaft Miel liegen.
Pressemitteilung
Gemeinde Swisttal
