Gemeinde Swisttal und Landwirt Schick unterstützen Projekt der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
Aussaat von Wildkräutern auf einem Wildkrautacker
Buschhoven. Fünfzehn seltene Ackerwildkrautarten wurden auf einem im Hang gelegenen Wildkrautacker bei Buschhoven gesät. Im Herbst 2019 waren bereits 14 Arten gesät worden. Dabei wurden Arten verwendet, die im Naturraum Niederrheinische Bucht gesammelt und vermehrt wurden. Die meisten gelten als stark gefährdet wie zum Beispiel die Nadelkerbel, die wegen ihrer Früchte auch „Venuskamm“ genannt wird oder der Feld-Rittersporn. Das rosafarbene, frostempfindliche Ackerlöwenmäulchen - ein Frühjahrskeimer - wurde erst im Frühjahr 2020 eingesät. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft hat das Projekt „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht“ zur Erhaltung naturraumspezifisch gesammelter und vermehrter Ackerwildkräuter initiiert. Der Wildkrautacker bei Buschhoven wurde durch die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises vorgeschlagen mit der ebenfalls die Artenauswahl erfolgte. „Die Gemeinde Swisttal und die Familie Schick, die den Wildkrautacker pflegt, beteiligen sich gerne an dem Projekt der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Als ländlicher Kommune ist uns der Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft sehr wichtig“, sagte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner.
Der Wildkrautacker gehört zu den Ausgleichsflächen im Gemeindegebiet und umfasst circa 4.000 Quadratmeter. Den Wildkrautacker gibt es seit 1996. Er wurde vom ehemaligen Buschhovener Förster Horstmar Schöne bis zu seiner Pension 2017 gepflegt. Seitdem hat der Morenhovener Landwirt Josef Schick die Pflege des Wildkrautackers übernommen. „Wir übernahmen diese Aufgabe gern, da wir an Projekten zur Förderung der Biodiversität in unserer Region interessiert sind und dies auch unterstützen möchten“, sagt Josef Schick. Der Acker wird nicht gedüngt und es werden keine Pflanzenschutzmittel angewendet. Im Wechsel werden ein Drittel und zwei Drittel des Ackers für die Sommer- oder Winterfrucht umgebrochen. Zum Schutz der Tiere bleibt ein Teil der Vegetation im Winter bestehen. Die speziellen Ackerwildkräuter werden durch den regelmäßigen Umbruch und einen erweiterten Reihenabstand der Kulturen wie Roggen, Hafer oder Lein gefördert. „Den Feldaufgang und die Entwicklung der ausgesäten Kräuter werden wir gemeinsam mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft regelmäßig kontrollieren“, sagt Diplom-Agraringenieurin Anna Lena Müller vom Fachbereich Gemeindeentwicklung. Weitere Informationen zum Projekt „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht“ unter www.rheinische-kulturlandschaft.de.
Pressemitteilung der
Gemeinde Swisttal
