Allgemeine Berichte | 02.09.2024

BI „Wir gegen Bahnlärm in der VG Vallendar“ in Sorge um die Zukunft des Mittelrheintals

Aussagen und Handlungen der Politiker oft im Widerspruch zueinander

Vallendar. Der Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing stellte im Sommerinterview mit dem SWR im Juli 2023 zur Bahnlärmsituation im Mittelrheintal fest: „Also unser Ziel ist es, eine alternative Trassenführung zu finden. Diese Strecke ist dermaßen belastet, dass man hier nichts mehr zumuten kann.“

Und weiter (im Februar 2024) erklärte Dr. Wissing, dass bis zum Jahr 2051 deutschlandweit ein Plus beim Güterverkehrsaufkommen von 46 Prozent und auf der Schiene ein Zuwachs von 33 Prozent erwartet wird und er fügte an: „Wir müssen uns ehrlich die Frage stellen, wie der Verkehr über die Infrastrukturen, die wir jetzt etwa im Mittelrheintal haben, abgewickelt werden soll. Ohne Investitionen in neue Strecken wird das schwer möglich sein.“ Soweit die Aussagen bzw. Versprechungen aus berufenem Munde.

Aber statt der Investition in eine Güterzug-Neubautrasse für den Schienen-Güterverkehr der Zukunft und zur Entlastung des Mittelrheintals von Bingen bis Bonn, geschieht nun das genaue Gegenteil: Das Mittelrheintal wird mit der „Generalsanierung“ 2026 rechtsrheinisch und 2028 linksrheinisch sowie mit der damit einhergehenden „Digitalisierung“ der Bahntrassen und dem Umbau zum „Hochleistungskorridor“ für die Aufnahme von deutlich mehr Güterzügen fit gemacht. In Folge wird das Zugaufkommen im Mittelrheintal von derzeit ca. 400 Zügen täglich, zukünftig ganz erheblich zunehmen mit fatalen Folgen für unsere Region! Sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner, als auch für den Tourismus.

Dabei ist schon heute eine deutliche Zunahme des Verkehrs zu verzeichnen. Die Deutsche Bahn geht sogar selbst davon aus, dass auch ohne die Ertüchtigung zur Hochleistungsstrecke die bestehende Trasse noch mehr Verkehr aufnehmen könnte. Diese Feststellung findet ihre Bestätigung auch in einer Präsentation der DB InfraGO AG zur Generalsanierung „Rechter Rhein“ vom 3. April 2024. Dort wird unmissverständlich festgestellt und bestätigt: „Die Strecke könnte schon heute deutlich mehr Züge aufnehmen“. Die Hochleistungsstrecke könnte dann aber noch mehr aufnehmen. Die Folgen wären: Die Immobilien wären nichts mehr wert. Die Bewohnerinnen und Bewohner würden wegziehen, und die Touristen blieben aus. Das aber kann doch niemand wirklich wollen. Deshalb ist hier ein Umdenken dringend erforderlich. Außerdem werden oberhalb und unterhalb des Mittelrheintales zusätzliche Gleise gebaut. Von den ZARA-Häfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam bis Italien, im nördlichen Anschlussbereich zum Mittelrheintal, von Emmerich bis Köln, ein zusätzliches Gleis gebaut und im südlichen Anschlussbereich von Frankfurt bis Basel werden sogar zwei zusätzliche Gleise eingebaut. Mit diesen Baumaßnahmen werden Voraussetzungen geschaffen, noch mehr Güterzüge durch das enge Mittelrheintal und die historischen Ortskerne und Wohngebiete pressen zu können.

Zugdurchfahrten im „Minutentakt“ erwartet

Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass zukünftig statt 400 Züge 700 und mehr Züge täglich im Mittelrheintal verkehren! Zugdurchfahrten im „Minutentakt“ werden dann bittere Realität! Somit stehen dem Mittelrheintal und vielen der dort lebenden Menschen, mit Wissen und Wollen von Bund und Bahn und entgegen von Beschwichtigungen und Beteuerungen, sehr schwere Zeiten bevor.

Mit der Generalsanierung sollen auch neue und längere Überholgleise und zusätzliche Weichen eingebaut werden. Neben noch mehr Bahnemissionen wie Lärm, Erschütterungen und Feinstaubentwicklung, nimmt letztendlich auch die Gefährdung der Bahnanwohner - insbesondere durch noch mehr Güterzüge mit Gefahrgut - weiter zu! Ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz soll den Bahnanwohnern im Mittelrheintal aber weiterhin verwehrt bleiben. Der Bestandsschutz der Bahn behält Vorrang vor dem Schutz der Menschen!

Forderungskatalog

Bei einer Zusammenkunft am 4. April 2024 mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG Dr. Klaus Vornhusen von Willi Pusch (BI Oberes Mittlerheintal) und Rolf Papen (BI Weißenthurm) in Kamp-Bornhofen übergab Papen eine Liste der Weißenthurmer Bürgerinitiative mit fünf für die Zukunft des Mittelrheintals entscheidenden Forderungen an Bund und Bahn, denen die BI „Wir gegen Bahnlärm in der VG Vallendar“ sich hiermit anschließen bzw. ergänzen wollen.

1.) Sofortige Gleichbehandlung des ganzen Mittelrheintals von Bingen bis Koblenz und von Koblenz bis Bonn über einen neu zu schaffenden Beirat!

2.) Aufhebung des Bestandsschutzes im Mittelrheintal von Bingen bis Bonn, infolge des „Umbaus zum Hochleistungsnetz“ ab 2028 und Umsetzung aller Lärmschutzmaßnahmen!

3.) Deckelung der Zugzahlen nach dem Umbau des Mittelrheintals zum Hochleistungsnetz auf maximal 500 Zugdurchfahrten täglich bzw. in 24 Stunden!

4.) Sofortige Geschwindigkeitsbegrenzungen der Züge bei Ortsdurchfahrten, insbesondere für Güterzüge mit Gefahrgut, sowie alle Monitoring-Stationen aufrüsten, damit radgenaue Daten erfasst werden und diese verbindlich an die Wagenhalter übermittelt werden!

5.) Zeitnahe Planung und Bau einer Güterzug-Neubautrasse zur Entlastung des Mittelrheintals von Bingen bis Bonn, insbesondere zur nachhaltigen Entlastung vom europäischen Güterzug-Transitverkehr! Sollten sich Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing und die Deutsche Bahn AG gegenüber diesen Forderungen weiterhin verschließen und den europäischen Schienengüter-Transitverkehr auch zukünftig auf den über 160 Jahre alten Trassen im engen Mittelrheintal bewältigen wollen, wird die Region bald nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Für Vallendar wird wohl aus statischen Gründen, im Bereich der Viadukte, keine Lärmschutzwand möglich sein. Daher ist es umso wichtiger, dass die anderen Maßnahmen alle umgesetzt werden. Hier ist in erster Linie die Neubaustrecke gemeint.

Nun kommt es darauf an, auf kommunaler-, Landes- und Bundesebene alles daran zu setzen, das Schlimmste noch zu verhindern.Pressemitteilung

BI „Wir gegen Bahnlärm

in der VG Vallendar“

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Karl Frings: Mit ihrer Gegendarstellung schildern sie in bemerkenswerter Weise, womit sich die Gemeinde nach ihrem Zuzug 2009 alles beschäftigen musste. Letztendlich nur um Ihr Ziel, die Beseitigung, der Linde zu erreichen.
  • Matthias Klinkner: Unsere Jubiläumsveranstaltung konnte mit einer Rekordanzahl an Finishern (1.351 in allen Läufen) abschließen; auch Dank Eures erneuten Einsatzes. Ich wünsche weiterhin sportlichen Erfolg.

Kolping-Auszeit im Vogelsbergdorf in Herbstein

  • Michael X: Das Titelbild ist sehr interessant. Wer hat es auf den Kopf gestellt?
Dauerauftrag
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Werksverkauf Anhausen
Anzeige Musikschule
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0299#
eine/n Sachbearbeiter/in für den Bereich Controlling (m/w/d)
Rund ums Haus
Stellenanzeige
Expertenrat
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
24

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in den Kalenderwochen 21 und 22 mobile Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet. In der Kalenderwoche 21, vom 18. bis 24. Mai, sind Kontrollen im Stadtteil Bad Neuenahr in der Heerstraße vorgesehen.

Weiterlesen

Seit dem Jahr 2000 wird am 22. Mai der „Internationale Tag der biologischen Vielfalt“ begangen.Fotos: Stadtverwaltung Andernach
12

Andernach. Seit dem Jahr 2000 wird am 22. Mai der „Internationale Tag der biologischen Vielfalt“ begangen. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem die Verhandlungen zum UN-Übereinkommen über biologische Vielfalt erfolgreich abgeschlossen wurden. Heute zählt es mit über 196 Vertragsstaaten zu den bedeutendsten internationalen Umweltabkommen.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
52

Andernach. Am Dienstag, den 12.05.2026, um 19:27 Uhr erhielt die Polizeiinspektion Andernach durch einen Zeugen den Hinweis auf zwei männliche Personen, die sich möglicherweise unbefugt auf einem stillgelegten Industriegelände in der Alten Chaussee in Kruft aufhielten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die neuen Mülleimer in der Göbelstraße.
15

Allgemeine Berichte

Mayen erstrahlt in neuem Glanz

Mayen. In der Stadt Mayen schreitet die Verschönerung und Vereinheitlichung des Stadtbildes weiter voran. Ein bedeutender Fortschritt wurde kürzlich erzielt: Im Rahmen des Bundesförderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ sind die Mülleimer im gesamten Stadtgebiet ausgetauscht worden. Die neue Ausstattung verleiht der Innenstadt nicht nur ein moderneres und einheitlicheres Erscheinungsbild, sondern sorgt auch für eine spürbare Verbesserung der Sauberkeit und Aufenthaltsqualität.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: privat
901

Das „Vatertags-Bier“ scheint nicht jedem bekommen zu sein...

14.05: Eskalation an Vatertag: Streit, Schläge und Verletzungen

Region. Am Donnerstag, dem 14. Mai, fanden anlässlich des Vatertags zahlreiche Veranstaltungen statt, so auch im Kreis Euskirchen. Im Tagesverlauf sowie in den Abendstunden kam es dabei zu mehreren körperlichen Auseinandersetzungen.

Weiterlesen

So soll das Flut-Denkmal in Bad Neuenahr-Ahrweiler aussehen. Foto: privat
307

Weder sei die Finanzierung sichergestellt, noch sei die Einreichung notwendiger Genehmigungsanträge nachgewiesen worden.

Flutopfer-Denkmal: Laut Stadt hält Verein Zusagen nicht ein

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Irritiert reagiert die Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler auf jüngste Presseberichte zum Projekt „DenkAHR“, das als Anlauf- und Gedenkstelle für Flutbetroffene durch den Verein DenkAHR e.V. umgesetzt werden soll. In der Presse ließ sich der Initiator des Projektes Jochen E. Diedenhofen mit der Aussage zitieren, er erwarte von Seiten der Verwaltung die Freigabe und die für die Realisierung des Projektes erforderlichen Unterlagen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige 2026
Holz Loth-Entsorgung
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Mai 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0284#
Pädagogische Pflegerische Gruppenleitung
Titelanzeige
Anzeige Muttertag
Stellenanzeige Schneiderin
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anlagenmechaniker
Door to Door Anzeige
Minijob Reinigungskraft
Media-Auftrag 2026/27
Nachruf Gabi Hermann
Maiandacht 2026