Meisterfeier 2021 der Handwerkskammer Koblenz in der Rhein-Mosel-Halle
Außergewöhnliche Meistertitel in einer herausfordernden Zeit
Drei Damen als beste Handwerksmeisterinnen ausgezeichnet
Koblenz/Region. Es ist eine beachtliche Zahl: 569 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister erhielten im Rahmen einer Meisterfeier ihre Meisterbriefe. Das Motto „Was für immer bleibt“ ist auch der Titel des Handwerk-Songs, der im Rahmen der diesjährigen Meisterfeier erstmals durch den Singer und Songwriter Benoby live präsentiert wurde. Im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung coronabedingt leider ausfallen. Um so größer war die Freude bei den Verantwortlichen der Handwerkskammer, dass man sich unter strikter Einhaltung der Auflagen wieder in Präsenz in der Rhein-Mosel-Halle treffen konnte.
Für die kurzweilige Moderation des Programms zeichnete sich Holger Wienpahl verantwortlich. „Studieren kann jeder, meistern nur die Besten“, betonte dieser mit einem Augenzwinkern zu Beginn der Veranstaltung. Dass ein Meisterbrief handfeste Vorteile biete, zeige auch eine Statistik „Nur 1,7 Prozent der Handwerker mit Meisterbrief droht die Arbeitslosigkeit, das ist also faktisch eine Vollbeschäftigung. Bei Akademikern sind es deutlich mehr, nämlich 2,4 Prozent“, so der aus dem Fernsehen bekannte Moderator Holger Wienpahl.
Begrüßt wurden die zahlreichen Anwesenden durch den Präsidenten der Handwerkskammer Koblenz Kurt Krautscheid. Er betonte, dass die coronabedingten Einschränkungen auch Einfluss auf den meisterhaften Weg der Absolventen hatte: „Online-Schulungen waren keine Option, sondern die einzige Alternative zu den Kontaktbeschränkungen“, so der HWK-Präsident. Ausdrücklich bedankte er sich bei allen, die am Erfolg mitgearbeitet haben: „Nur so wurde ihr Meistertitel zu einem Gemeinschaftswerk. Vielleicht ist und bleibt er deshalb außergewöhnlich. Denn sind die Inhalte einer Meisterprüfung ohnehin bereits anspruchsvoll, haben die Corona-Bedingungen das Ganze in der Vermittlung nicht einfach gemacht. Um so mehr können wir uns mit ihnen freuen“, so Kurt Krautscheid.
„Ihre Leistung wird geschätzt und hoch anerkannt - heute und über diesen Tag hinaus. Der Meisterbrief zählt etwas. Er wird ihr berufliches prägen oder auch verändern“, betonte der HWK-Präsident, der in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Meisterbefragung einging. Der Wunsch, mit dem Meisterbrief eine Selbstständigkeit aufzubauen oder in leitender Stellung Karriere zu machen, ist demnach sehr hoch. Rund 85 Prozent der Meisterinnen und Meister planen die Übernahme oder Gründung eines Betriebes. Beachtliche 22 Prozent wollen dies bereits innerhalb eines Jahres umsetzen. „Das spricht für ihre Entschlussfreudigkeit wie auch für ihr Selbstbewusstsein“, betonte Kurt Krautscheid, der noch eine weitere interessante Prozentzahl vortrug: 21 Prozent der Meisterbriefe gehen demnach in Frauenhände. In einigen Berufen sei dies vor Jahrzehnten noch undenkbar gewesen, wie er am Beispiel seiner eigenen Dachdeckermeisterprüfung betonte. Erstmals wurden auch Meister mit einer 2 als erste Zahl des Geburtsjahres mit dem Meisterbrief ausgezeichnet. Der jüngste Meister hat mit 19 Jahren die Prüfung abgelegt und ist inzwischen bereits selbstständig.
Deutschlands größtes Wiederaufbauprojekt
Nicht unerwähnt ließ Kurt Krautscheid die schlimme Flutkatastrophe in diesem Jahr. „Das Handwerk hat in wirklich sehr beeindruckender Form sofort mit angepackt. Deutschlands größtes Wiederaufbauprojekt ist geprägt durch engagierte Handwerker aus allen Teilen Deutschlands“, so Krautscheid. Er wies in diesem Zusammenhang auf die von der Handwerkskammer Koblenz initiierte Plattform „www.handwerk-baut-auf.de“.
Lobende Worte für diese Initiative erhielt die HWK von Daniela Schmitt. Die Rheinland-Pfälzische Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau hielt die Festansprache der Meisterfeier. „In der Zeit der Corona-Krise konnten wir erkennen, dass viele handwerkliche Dienstleistungen systemrelevant und unerlässlich für eine Gesellschaft sind. Eine defekte Heizung oder auch eine neue Brille nehmen keine Rücksicht auf die Pandemie. Im Lebensmittelhandwerk haben sich beispielsweise auch Bäcker und Metzger gezeigt, dass das Handwerk ein Stabilitätsanker für unsere Wirtschaft ist“, so die Ministerin.
Sie hob hervor, dass sich mit dem Meisterzertifikat neue Chance eröffnen. Die Digitalisierung werde in der Zukunft eine ganz entscheidende Rolle spielen. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Koblenz, der sie ausdrücklich dankte, habe man in diesem Zusammenhang viele gute Projekte auf den Weg gebracht. „Mit der zunehmenden Verzahnung von Handwerk mit modernster Technik schaffen wir auch das Handwerk als das zu präsentieren, was es ist: Ein fortschrittlicher, innovativer Wirtschaftszweig. Ich bin der Überzeugung, dass wir damit auch junge Menschen ansprechen, die wir vor zehn Jahren vielleicht noch nicht erreicht hätten“, so Ministerin Daniela Schmitt.
Gemeinsam mit HWK-Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich zeichnete sie sodann die besten Prüflinge aus. Beachtung fand die Tatsache, dass es sich hierbei um drei junge Damen handelt: Chiara Theis (Maßschneiderhandwerk), Julia Peetz (Dachdeckerhandwerk) und Leonie Gallandi (Konditorenhandwerk). Eine Sonderauszeichnung erhielt Sabrina Weiß (Augenoptikerhandwerk). Musikalisch umrahmt wurde die Meisterfeier durch die Rock-Pop-Soulband „Brass Machine“.
Nach einem Jahr der corona-bedingten Pause fand die Meisterfeier 2021 endlich wieder in Präsenz statt.
Kurt Krautscheid, Dachdeckermeister und Präsident der Handwerkskammer Koblenz, begrüßte die Teilnehmer der Meisterfeier 2021.
Ministerin Daniela Schmitt gratulierte Chiara Theis (Maßschneiderhandwerk) für die beste Leistung der diesjährigen Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister.
