Allgemeine Berichte | 09.08.2017, 12:28 Uhr

Ungewöhnliche Einblicke in Kunst und Kultur Afrikas

Ausstellung afrikanischer Skulpturen im Garten von Wursters

Von erstem Interesse bis zur Sammelleidenschaft war es nur ein kurzer Weg

Die perfekt in den Garten eingefügten Giraffen betonten den Bezug auf den schwarzen Kontinent.-
188

Wachtberg. Nur ein erster Eindruck war es, der das Ehepaar Wurster in einem Bonner Hotel bei einer Ausstellung interessierte und den Grundstein für die Sammelleidenschaft besonderer afrikanischer Kunst legte. So kam es, dass das Paar am ersten Augustwochenende nach vielen Jahren sein Gartentor für kunstinteressierte Besucher öffnete, die das Ergebnis der Sammlung betrachten konnten. Barbara und Armin Wurster präsentierten spannend und interessant anmutende afrikanische Skulpturen im Sonnenlicht ihres Gartens.

„Jede einzelne Skulptur hat ihre besondere Geschichte“, berichtete Barbara Wurster. Bei einer Skulptur habe sich sogar erst in der Entstehung auch für den Künstler selbst herauskristallisiert, wie der fertig bearbeitete Stein schlussendlich aussehen sollte. Von den 24 Skulpturen, die sich derzeit im Besitz und in der Ausstellung der Familie befinden, konnte eines der größten Kunstwerke leider nur beschädigt besichtigt werden. Nach einem Urlaub war die Familie zum Haus zurückgekehrt und hatte dort den wuchtigen Stein umgestürzt vorgefunden. Man vermutete einen versuchten Diebstahl, an dem die Täter wegen des hohen Gewichts des Kunstwerks gescheitert waren. Unglücklicherweise wurde die Skulptur bei dem Sturz stark beschädigt. Barbara und Armin Wurster suchen deshalb derzeit nach einem fach- und sachkundigen Bildhauer, der diese Figur wieder instand setzen könnte.

An den beiden Tagen der Ausstellung freute sich das Ehepaar über den unerwarteten Ansturm auf ihre kleine Privatausstellung im Rahmen der Kulturwochen in Wachtberg. Über 150 neugierige Gäste, Freunde und vor allem Kunstinteressierte fanden den Weg in die Villiper Quellenstraße 24, um die eigens für die Ausstellung positionierten Werke anzuschauen. Die Mühe, einige Figuren am Morgen herauszuschleppen und abends wieder unter Dach und Fach zu bringen, machten sich die Wursters gerne. Denn nur im Sonnenlicht des Gartens entfalteten die Kunstwerke ihre volle und je nach Lichteinfall immer wieder abgewandelte Wirkung, die man mit den Besuchern teilen wollte.

„Viele der Gäste hatten selbst einen Kunstbezug, waren mal eine Zeit lang in Südafrika oder haben dort mal einen Urlaub verbracht“, berichtete Armin Wurster. Andere kannten ähnliche Stilrichtungen von einer Ausstellung im Museum König, die am Anfang des Jahrhunderts Kunstwerke aus Südafrika und Simbabwe gezeigt hatte.

Den Weg von Afrika nach Deutschland hatten einige Stücke bereits vor dem Besitzerpaar angetreten, weil sie für die Weltausstellung in Hannover als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden waren. Nach der Rückkehr nach Deutschland hatten die Wursters deshalb nicht nur den verbleibenden Teil der Sammlung per Containerschiff und Spedition nach Wachtberg zu schaffen. Auch die Skulpturen, die Zwischenstation in der Weltausstellung gemacht hatten, mussten noch von Hannover ins Drachenfelser Ländchen transportiert werden.

Mit der Sammlung begonnen hatte das Paar in der Zeit, in der Barbara Wurster in Südafrika beruflich bei der Verwaltungsreorganisation mitgearbeitet hatte. Nur drei Jahre waren es gewesen, von 1997 bis 2000, in denen die beiden gezielt in Künstlerkolonien nach geeigneten Objekten gesucht hatten. Insgesamt 30 Skulpturen fasst die Sammlung insgesamt, von denen die mittelgroßen Stücke jeweils rund 100 Kilo wiegen. Das Stück, das scheinbar einem missglückten Abtransport durch Diebe zum Opfer gefallen war, bringt sogar 400 Kilo auf die Waage.

Ausstellung afrikanischer Skulpturen im Garten von Wursters

Je nach Einfall des Sonnenlichts kamen die Skulpturen unterschiedlich nuanciert zur Geltung.

Je nach Einfall des Sonnenlichts kamen die Skulpturen unterschiedlich nuanciert zur Geltung.

Für diese 400 Kilo schwere Skulptur sucht das kunstinteressierte Paar nach einem geeigneten Restaurator.

Für diese 400 Kilo schwere Skulptur sucht das kunstinteressierte Paar nach einem geeigneten Restaurator. Foto: Chris Weber

Die perfekt in den Garten eingefügten Giraffen betonten den Bezug auf den schwarzen Kontinent.-

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Stellenanzeige Reinigungskraft
Heimat aktiv erleben AW
Heimat aktiv AW
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
In ihrer Sitzung entschied die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Westerwald über förderwürdige Projekte zur Regionalentwicklung.
42

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Westerwald hat in ihrer sechsten Sitzung der laufenden Förderperiode Landrat Klaus Lütkefedder zum neuen Vorsitzenden gewählt, nachdem Markus Hof den Vorsitz vorübergehend übernommen hatte. In dieser Sitzung beschloss die LAG die finanzielle Unterstützung von insgesamt acht regionalen Projekten mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Luna Kahlenbach nahm ihren Preis aus den Händen von Bürgermeister Peter Jung entgegen. Auch Bibliotheksleiter Volker Trümper und Anna Lenz gratulierten der Gewinnerin.
44

Für Luna Kahlenbach hielt der diesjährige Lesesommer eine besondere Überraschung bereit: Bei der landesweiten Verlosung sicherte sie sich den vierten Preis. Neuwieds Bürgermeister Peter Jung überreichte der jungen Gewinnerin nun gemeinsam mit Bibliotheksleiter Volker Trümper und dessen Stellvertreterin Anna Lenz den Gewinn in der Neuwieder Stadtbibliothek. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Traumpfädchen „Langscheider Wacholderblik“.
15

. In der Vordereifel wurden die beiden Traumpfädchen „Langscheider Wacholderblick“ und „Virneburger Burgblicke“ erneut als Premium-Spazierwanderwege ausgezeichnet. Diese erneute Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut e.V. bestätigt die hohe Qualität der Wege und würdigt das Engagement der örtlichen Wegepaten sowie der beiden Ortsgemeinden. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Ahrpegel in Bad Bodendorf
1120

Bad Bodendorf. Der Ahrpegel Nr.8 am Sportplatz in Bad Bodendorf ist der letzte auf dem Weg der Ahr zur Mündung in den Rhein bei Kripp. Er wurde nach der Flut 2021 technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die wechselnden Wasserstände (z.Zt 53cm) kann man jederzeit aktuell im INTERNET ansehen.Man sieht je nach Witterung interessante Verlaufsprofile.

Von Michael Zahrobsky aus Sinzig

Weiterlesen

Christuskirche vor der Sanierung
713

Christuskirche. Der Förderverein Christuskirche lädt seine Mitglieder zur bereits angekündigten außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Sie findet am 13. November um 18 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche statt. Der Vorstand bitte um zahlreiches Erscheinen, es geht nur um einen Tagesordnungspunkt von erheblicher Bedeutung: Die Auflösung des Vereins. Auf der letzten Jahreshauptversammlung kündigten...

Von Helmut Freise aus Andernach

Weiterlesen

Thomas Hille führte die Teilnehmenden fachkundig ins intuitive Bogenschießen ein,
336

Bei herrlichem Herbstwetter stand am Samstag, 24. Oktober, im Sportpark „Am Querweg“ eine etwas andere Sportart im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem erfahrenen Bogenschützen Thomas Hille hatte der SV Kripp zu einem Schnuppertag im intuitiven Bogenschießen eingeladen. Insgesamt 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, erste Erfahrungen mit Pfeil und Bogen zu sammeln und eine faszinierende Sportart kennenzulernen.

Von Sportverein 1946 Kripp e.V. aus Remagen

Weiterlesen