Ausstellung machte Femizide sichtbar
Remagen. Die Galerie Artspace K2 wurde am 1. Februar zum politischen Raum: In der Ausstellung hingen BHs dicht an dicht. Jeder einzelne steht symbolisch für eine Frau, die im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt getötet wurde. Die Ausstellung machte deutlich: Femizide sind keine tragischen Einzelfälle, sondern ein strukturelles gesellschaftliches Problem.
Eingeladen hatten der Weltladen Remagen-Sinzig gemeinsam mit dem Frauenhaus sowie dem Jugendbahnhof. Dank des Galeristen Christoph Noebel konnten die BHs, die bereits am Tag der Demokratie für Aufmerksamkeit gesorgt hatten, nun in der Galerie ausgestellt werden.
Unter den rund 60 Gästen waren unter anderem Herta Stiener, Gleichstellungsbeauftragte, Bürgermeister Björn Ingendahl sowie zahlreiche Besucher*innen aus der Region. Die Vernissage verstand sich bewusst als politische Intervention.
Gewalt gegen Frauen darf nicht länger als privates Problem behandelt werden. Es braucht Prävention, Schutz und staatliche Verantwortung“, betonte Eyleen Reuter vom Frauenhaus. Die Veranstalterinnen forderten ein Hinsehen, Einmischen und Handeln – in der Politik ebenso wie im Alltag.
Alle drei Minuten wird in Deutschland eine Frau Opfer von Gewalt. Alle drei Minuten wurde mit einer Klangschale während der Vernissage symbolisch auf die alltägliche Gewalt gegen Frauen hingewiesen und der abstrakte Zahlenraum in einen körperlich erfahrbaren Moment übersetzt.
