Benefizkonzert der Bundeswehr begeisterte
Ausverkaufte Jungholzhalle lauscht vielfältigem Repertoire
Meckenheim. Mit rund 530 zahlenden Besuchern war die Meckenheimer Jungholzhalle am vergangenen Freitag restlos ausverkauft. Das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr spielte dort ein Benefizkonzert zugunsten der Meckenheimer Bürgerstiftung. Wie wichtig diese Einnahmen für die Stiftung sind, machte die stellvertretende Bürgermeisterin Heidi Wiens in ihrer Begrüßung klar. Denn die Stiftung bekommt auf ihr Kapital derzeit so gut wie keine Zinsen und somit stehen auch keine Mittel zur Verfügung, sodass Einnahmen wie aus diesem Konzert direkt dem guten Zweck zu Gute kommen. Freilich profitiert auch die Bundeswehr von dieser Konzeption. Denn sie selber nennt das Ganze „Musikstundenten in Uniform stellen sich vor“ und das trifft auch den Kern der Sache. Denn die jungen Soldaten und Soldatinnen studieren regulär an der Musikhochschule Düsseldorf auf den Bachelor in ihrem jeweiligen Instrumentenfach. Und weil die Bundeswehr von Anfang an Sold zahlt, können sie sich relativ intensiv auch um das Studium kümmern. Allerdings zieht die Bundeswehr dann in den Semesterferien die jungen Musiker zusammen und gemeinsam geht man auf Tournee um das gezeigte auch auf der Bühne im großen umzusetzen. Unter der Leitung von Oberstleutnant Michael Euler wurde in Meckenheim der Auftakt gemacht. Musikalisch machte die Festfanfare von Robert Kuckertz den Auftakt des Konzertes, eine Hommage an Robert Schumann. Neben diversen Märschen gab es vor allem auch sehr einfühlsame beschreibende Musik, so das Stück „Outback“ von Thomas Doss, was die entsprechende Landschaft in Australien beschreibt. Wüste, lebensfeindliche Bedingungen, Staub oder auch ein Feuer wurden musikalisch umgesetzt und der Klangkörper zeigte das er da hervorragend harmoniert. Auch hatten sich einige Musiker auf dem Didgeridoo eingeübt, was die Faszination dieser Klänge und des Stückes nochmals steigerte. Manche Studenten setzen auf ihrem Instrument nach dem Bachelor noch einen drauf mit einem Masterstudium, so auch Leutnant Kristian Palauneck, der auf dem Saxophon starke Beifallsstürme für seine Version der Themen von Paganini aus der Feder von Grigorij Markovich Kalinkovich erhielt. Nach der Pause ging es direkt mit Tönen von Leonard Bernstein aus „Candite“ weiter, bevor der Saal fast ans Tanzen kam. Das Lied „Ein Freund, ein guter Freund“ wurde in verschiedenen Variationen dargeboten, mal swingend, mal jazzig, mal sehr vertraut, dass das Publikum schnell mitklatschte. Die Welt des Musicals ist etwas, wo sich fast alle Orchester versuchen und viele sich auch überheben, denn auch dem Musikkorps der Bundeswehr fehlen die Streicher. So konnte man denn schon gespannt sein, wie man es schaffen würde, Stücke aus dem „Phantom der Oper“ umzusetzen. Dieses Musical ist wie gemacht für die großen Gefühle, hat es doch Themen wie Liebe, Hass, Leidenschaft, Trauer und Wut in sich vereint und diese müssen glaubhaft und leidenschaftlich gespielt werden. Dies sollte den Musikern aber hervorragend gelingen und so gab es Riesenapplaus vom Publikum. Den gab es auch am Ende des Konzertes und auch den Wunsch nach Zugaben, den das Ensemble auch gerne erfüllte. Und wenn Bundeswehrmusiker auf der Bühne stehen, dann weiß man, wenn der Radetzkymarsch gespielt wird, ist definitiv das letzte Stück an der Reihe.
STF
Auch Didgeridoos wurden als Instrumente eingesetzt.
