Allgemeine Berichte | 18.12.2017

„Arbeitskreis Kottenheimer Geschichte“ hat eine neue Publikation fertiggestellt

Auswanderung – ein bedeutender Aspekt der Geschichte Kottenheims

Als dritte Veröffentlichung ist dieser Tage „Kottenheimer Auswanderer nach Amerika (1854-1939)“ erschienen

Der „Arbeitskreis Kottenheimer Geschichte“ – (v.l.:) Günther Kugel, Horst Schlich, Hartmut Nagel, Peter Koll, Karl Gautsche und Toni Schüller – präsentierte seine neue Veröffentlichung an einem Anwesen in der Hochstraße 20 in Kottenheim (damals Hausnummer 20), von wo nach dem Ersten Weltkrieg drei Töchter der Eheleute Cornelius Hürter und Theresia Lung in die USA auswanderten. Fotos: SK

Kottenheim. Seit drei Jahren gibt es ihn erst, den „Arbeitskreis Kottenheimer Geschichte“, doch die sechs rüstigen Ruheständler Günther Kugel, Horst Schlich, Peter Koll, Hartmut Nagel, Toni Schüller und Karl Gautsche haben in den zurückliegenden 36 Monaten schon Einiges bewegt.

In diesen Tagen ist das Buch „Kottenheimer Auswanderer nach Amerika (1854-1939)“ erschienen, immerhin die dritte Publikation nach dem „Flurnamen-Buch“ (2016) und „Die Kottenheimer Mühle“ (ebenfalls 2017). „Wir sind ja schließlich ein Arbeitskreis und kein Gesprächskreis“, meinte der ehemalige Ortsbürgermeister Toni Schüller süffisant.

Bei den ersten beiden Büchern lag die Federführung bei Horst Schlich, beim dritten Werk lenkte Hartmut Nagel alles in die richtigen Bahnen. Das „Flurnamen-Buch“ ist bei einer Auflage von 150 Stück bereits ausverkauft, von „Die Kottenheimer Mühle“ gibt es nur noch wenige der insgesamt 75 Exemplare. Für das Werk „Kottenheimer Auswanderer nach Amerika (1854-1939)“, wovon 100 Stück im Gemeindebüro in Kottenheim erworben werden können, werden zehn Euro aufgerufen.

„Bei uns vereinen sich viele Talente“

Auf die vierte Veröffentlichung, die den Namen „Wenn alte Häuser erzählen könnten“ tragen soll, müssen die interessierten Leser aus Kottenheim und Umgebung auch nicht mehr lange warten. Zumindest nicht, wenn es nach dem Willen des Mannes geht, der bei diesem vierten Buch Regie führt. „Es liegt praktisch schon auf der Werkbank“, ließ Günther Kugel verlauten.

Einer dirigiert, fünf arbeiten zu: So sieht es aus, wenn sich die sechs Autoren meistens an jedem vierten Dienstag im Monat zwischen 17 und 19 Uhr in der Begegnungsstätte in Kottenheim treffen – und arbeiten. „Wir ergänzen uns wirklich gut“, erklärte Hartmut Nagel, ein früherer Bundeswehr-Offizier, der in der 3000-Seelen-Gemeinde Bann bei Kaiserslautern aufwuchs und den es über die Kaserne in Kürrenberg nach Kottenheim zog. „Als Zugereister kenne ich mich hier eigentlich gar nicht aus, aber jeder hat seine Stärken. Der eine recherchiert gut, der andere kann zeichnen, wieder anderen liegt das Schreiben im Blut. Bei uns vereinen sich viele Talente.“

Eineinhalb Jahre benötigten die unruhigen Ruheständler für ihr neuestes Buch. Der „Arbeitskreis Kottenheimer Geschichte“ griff mit dieser Schrift einen wenig beachteten, aber bedeutenden Aspekt aus der Vergangenheit des Dorfes auf. Vom 19. bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts gab es mehrere Wellen der Auswanderung, die auch von Kottenheim aus in die Ferne gingen. Große Bevölkerungsbewegungen waren schließlich nichts Neues für Deutschland und damit auch für die Region der Vordereifel.

Mindestens 100 Kottenheimer wanderten nach Amerika aus

Besonders die Auswanderung nach Nordamerika war in vielen Kottenheimer Familien ein Thema. Teilweise blieb es nur bei Überlegungen, sich jenseits des Ozeans bessere Existenzmöglichkeiten zu suchen. Gleichzeitig verkauften aber ab 1854 im Dorf immer mehr Nachbarn und Bekannte ihre Immobilien, reisten zu den westeuropäischen Atlantikhäfen und versuchten, in Amerika ihr Glück zu finden, heißt es im Vorwort des Buches.

Abgesehen von einigen Familien mit Kindern waren es zumeist ledige junge Männer und Frauen, die sich in Nordamerika eine bessere Zukunft erhofften. Mindestens 100 Kottenheimer machten sich in dieser Zeit auf und nahmen teilweise ein erhebliches persönliches Risiko auf sich, um ohne viel Vermögen in einem fremdsprachigen Land eine neue Existenz aufzubauen.

Die in den USA ansässigen Auswanderer blieben mit ihren zu Hause gebliebenen Verwandten in Verbindung, zumeist durch Briefe. Manche kamen Jahre oder Jahrzehnte später zu Besuch in die Heimatgemeinde, wo sie und ihre Nachkommen gern gesehen waren. Und diese Menschen brachten im Endeffekt den „Arbeitskreis Kottenheimer Geschichte“ auf die glänzende Idee, sie in einem Buch ins rechte Licht zu rücken.

Kontakt: Hartmut Nagel, Fraukircher Weg 32, 56736 Kottenheim, Tel. (0 26 51) 49 06 01.

Auswanderung – ein bedeutender Aspekt der Geschichte Kottenheims

Der „Arbeitskreis Kottenheimer Geschichte“ – (v.l.:) Günther Kugel, Horst Schlich, Hartmut Nagel, Peter Koll, Karl Gautsche und Toni Schüller – präsentierte seine neue Veröffentlichung an einem Anwesen in der Hochstraße 20 in Kottenheim (damals Hausnummer 20), von wo nach dem Ersten Weltkrieg drei Töchter der Eheleute Cornelius Hürter und Theresia Lung in die USA auswanderten. Fotos: SK

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