Bad Neuenahr: Wie geht es mit dem neuen Hallen- und Freizeitbad TWIN weiter?
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Neubau des nach der Flut abgerissenen Hallen- und Freizeitbades Twin in Bad Neuenahr nimmt zumindest so langsam Fahrt auf. Der Stadtrat hat im September ein auf solche Vorhaben spezialisiertes Projektsteuerungsbüro beauftragt. Die Antragstellung für die zugesagte Landes- und Bundesförderung ist weit vorangeschritten. Der Sportstättenausschuss und der Sportstättenbeirat des Kreises Ahrweiler haben in ihrer gemeinsamen Sitzung im September einstimmig die vom künftigen Twin-Hallenbad angeführte Prioritätenliste für die Sportstättenförderung 2027 beschlossen. Der flutbedingte Wiederaufbau des Freibad-Anteils ist im Rahmen des Wiederaufbaufonds avisiert. Insgesamt sind für das Großprojekt, dessen Fertigstellung für 2029 avisiert ist, Kosten von mehr als 30 Millionen Euro veranschlagt. Wie könnte die Zukunft des neuen TWIN aussehen? Darüber sprach Blick aktuell mit Andreas Lambeck, Geschäftsführer der städtischen Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH.
Blick aktuell: Herr Lambeck, wie wird sich das neue Twin in die Bäderlandschaft der Region einpassen?
Andreas Lambeck: Mit dem TWIN kehrt ein wichtiger Bestandteil der Freizeit- und Sportinfrastruktur von Bad Neuenahr-Ahrweiler zurück. Davon profitieren in erster Linie die Menschen aus der Stadt und der Region, aber natürlich auch unsere Gäste. Gerade für Familien und bei weniger gutem Wetter schafft das Bad zusätzliche Möglichkeiten während eines Aufenthalts.
Blick aktuell: Welche Schwerpunkte wird das neue TWIN künftig setzen?
Andreas Lambeck: Nach den uns bekannten Planungen wird der Schwerpunkt des Neubaus vor allem auf Schwimmen, Schwimmunterricht und Sport liegen. Damit erhält das TWIN ein klares Profil innerhalb der Bäderlandschaft. In den Sommermonaten ergänzt der bereits bestehende Freibadbereich das Angebot.
Blick aktuell: Es wird also zumindest im Innenbereich weniger den Charakter eines Spaßbades haben?
Andreas Lambeck: Im Innenbereich und damit im Ganzjahresbetrieb werden andere Schwerpunkte gesetzt als früher. Man sollte das TWIN aber als Gesamtangebot betrachten: Gemeinsam mit dem Freibad entsteht wieder ein vielseitiges Bade- und Freizeitangebot, das auch für Familien attraktiv ist.
Blick aktuell: Dennoch sollte doch keine Generation zu kurz kommen. Wie könnte dem Rechnung getragen werden?
Andreas Lambeck: Das TWIN war immer ein Bad für unterschiedliche Generationen. In welcher Form sich das im neuen Konzept wiederfindet, ist Aufgabe der zuständigen Planer und Gremien. Für uns als Tourismusorganisation ist wichtig, dass mit dem TWIN ein vielseitig nutzbares Freizeitangebot in die Stadt zurückkehrt.
Blick aktuell: Macht sich der Marketingexperte Lambeck schon Gedanken über künftige Strategien, das Twin über den Ahrkreis hinweg bekannt zu machen? Denn öffentliche Bäder hängen in der Regel am Tropf der Kommunen und jeder Besucher zählt.
Andreas Lambeck: Für konkrete Vermarktungsstrategien ist es heute noch zu früh. Wenn das künftige Profil und die Angebote feststehen, werden wir schauen, wie sich das TWIN passend in die touristische Kommunikation für Bad Neuenahr-Ahrweiler und das Ahrtal integrieren lässt. Wir werden aber definitiv das TWIN in unsere Marketingstrategie für unsere Gäste mit aufnehmen.
Blick aktuell: Wäre es nach durch Flut, Abriss und Neubauphase jahrelangem Dornröschenschlaf nicht werbeträchtiger dem neuen Bad auch einen neuen Namen zu verpassen? „TWIN“ war bei der Hallenbaderöffnung 1970 vielleicht modern, lässt aber für Touristen als potenzielle Gäste keine Verortung zu. Könnte da ein Name, der sofort den Standort Ahrtal erkennen lässt, nicht bei der Vermarktung hilfreicher sein.
Andreas Lambeck: TWIN ist in Bad Neuenahr-Ahrweiler seit vielen Jahrzehnten ein bekannter Name. Ob dieser weitergeführt wird oder man im Zuge des Neubaus über eine Veränderung nachdenkt, liegt bei den zuständigen Gremien. Aus touristischer Sicht sind für uns vor allem das künftige Profil und die Angebote entscheidend.
Blick aktuell: Welche Perspektive ergibt sich im Zusammenspiel mit den Ahr-Thermen, für deren Neubau die Stadt einen Investor sucht?
Andreas Lambeck: Beide Bäder haben unterschiedliche Profile und können sich deshalb sehr gut ergänzen. Die Ahr-Thermen stehen touristisch vor allem für Thermalbaden, Wellness und Sauna, das TWIN stärker für Schwimmen, Sport und Freizeit. Wenn beide Angebote wieder zur Verfügung stehen, stärkt das die Vielfalt und Attraktivität des Standorts Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Blick aktuell: Vielen Dank für das Gespräch. GS
Hier entsteht das neue Twin. Foto: ROB