Allgemeine Berichte | 04.02.2019, 16:27 Uhr

Tierschutzbund stellt Zahlen von Versuchstieren für das Jahr 2017 vor

Baden-Württemberg ist trauriger Spitzenreiter

Maus im Tierversuch. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.
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Bonn. Die neuesten Versuchstierzahlen, aufgeschlüsselt nach Bundesländern, zeigen: Baden-Württemberg ist wie schon in den Jahren zuvor trauriger Spitzenreiter im „Verbrauch“ an Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken. Hamburg liegt beim „Pro-Kopf-Verbrauch“ vorne. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Zahlen auf Anfrage vom zuständigen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erhalten. Kurz vor Weihnachten hatte das Ministerium die Gesamtzahlen veröffentlicht: Insgesamt bleiben diese auf einem Rekordniveau – fast drei Millionen Tiere wurden 2017 deutschlandweit in Versuchen „verbraucht“.

„Millionen Tiere leiden weiterhin im Namen der Wissenschaft, obwohl dies – etwa durch eine verstärkte Förderung und Anwendung tierversuchsfreier Methoden - in vielen Fällen vermeidbar wäre“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Bundesländer sollten sich endlich für eine konkrete Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen stark machen und entsprechend Druck auf die Bundesregierung ausüben.“ CDU/CSU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag das langfristige Ziel festgehalten, Tierversuche komplett zu ersetzen.

Baden-Württemberg „verbraucht“ am meisten Tiere

Mit insgesamt 466.595 Tieren ist Baden-Württemberg erneut Spitzenreiter im „Verbrauch“ von Versuchstieren zu wissenschaftlichen Zwecken. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 450.832 und Bayern mit 447.629 Tieren. Fast die Hälfte aller zu wissenschaftlichen Zwecken verwendeten Tiere wird in diesen drei Bundesländern eingesetzt. Umgerechnet auf den „Pro-Kopf-Verbrauch“ liegt Hamburg an der Spitze, gefolgt von Berlin und Hessen. Statt die Zahl der Tiere in Versuchen zu reduzieren, haben sieben Bundesländer sogar noch zugelegt: Bayern, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein verbrauchten 2017 mehr Tiere als im Jahr davor.

Bundesweit fast drei Millionen Tiere

Die bundesweiten Zahlen zeigen, dass der Verbrauch von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken auf einem konstant hohen Level bleibt: insgesamt 2.807.297 Tiere kamen 2017 in Tierversuchen zum Einsatz. Dabei wurden vor allem Nager (79 Prozent) und Fische (7 Prozent) verwendet, aber auch 3.330 Hunde und 718 Katzen. Besonders erschreckend: Die Zahl der Affen stieg um 43 Prozent auf 3.472, darunter erstmals genetisch veränderte Tiere.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Quelle: BMEL

Quelle: BMEL

* Exkl. Wirbeltiere und Kopffüßer (309), die 2017 für wissenschaftliche Zwecke in Einrichtungen der Bundeswehr verwendet wurden. Quelle: BMEL

* Exkl. Wirbeltiere und Kopffüßer (309), die 2017 für wissenschaftliche Zwecke in Einrichtungen der Bundeswehr verwendet wurden. Quelle: BMEL

Maus im Tierversuch. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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